ANWENDUNG20. Sep. 2016

Beta-Version der Proxy-Kreditkarte Curve im Test: Eine Karte sie alle zu knechten

Aufwendige Verpackung und eine App: Curve sammelt verschiedenste Kreditkarten unter einem "Dach".Maik Klotz
Aufwendige Verpackung und eine App: Curve sammelt verschiedenste Kreditkarten unter einem „Dach“.Maik Klotz

Wer mehr als eine Kreditkarte sein eigen nennt, kann mit der aus England stammenden Proxy-Karte Curve alle seine bestehenden Kreditkarten zu einer Karte zusammenfassen. Die von Curve herausgegebene kontaktlose MasterCard erlaubt es Nutzern, jegliche Kreditkarten zu einer physischen Karte zusammenzufassen, die überall – Online sowie am Point-of-Sale – akzeptiert wird. Maik Klotz hat die Beta-Version der neuen Karte getestet – und war positiv überrascht. Es funktioniert tatsächlich.

Autor Maik Klotz
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Maik Klotz ist als Senior Consultant in der Payment- und Banking-Branche tätig mit Schwerpunkt digitale Transformation. Er hat über viele Jahre in der Produktkonzeption bei einem der größten Online-Banking-Hersteller in Deutschland gearbeitet. Maik Klotz ist Speaker und freier Autor zu den Themen Mobile Payment, Mobile Loyalty, Mobile Wallet, Online-Banking und Design Thinking und gehört zu den einflussreichsten Impulsgebern der Deutschen FinTech-Szene. Maik Klotz ist Jahrgang 1975. Sie finden Maik Klotz auf XING oder Twitter.

von Maik Klotz

Laut der Studie der Bundesbank zum Bezahlverhalten der Deutschen besitzen 32% der Befragten mindestens eine Kreditkarte. Tendenz steigend. Bei den meisten Girokonten ist die Kreditkarte inzwischen obligatorisch. FinTechs wie zum Beispiel N26 setzen fast ausschließlich auf Kreditkarte. Die Reduzierung der Interchange-Gebühren im letzten Jahr hat einen weiteren positiven Effekt auf die Verbreitung der Kreditkarte, denn mangelnde Akzeptanzstellen wegen der einst zu hohen Kreditkartengebühren waren in der Vergangenheit nicht gerade ein Treiber.

Curve-Karte plus App ersetzt das Kartenchaos durch eine einzige Karte

Mit Hilfe der Curve App kann definiert werden, welche Karte bei der Bezahlung genutzt werden soll. An der Kasse oder beim Online-Checkout nutzt man künftig nur noch die Curve-Karte. Beim Bezahlprozess ist nur die Curve Mastercard sichtbar, hintenraus wird die Karte belastet, die in der App ausgewählt wurde. Mit der Curve MasterCard kann sowohl online als auch am POS bezahlt werden. Auch kann die Curve genutzt werden, um Geld am Geldautomaten abzuheben. Letzteres kostet allerdings Gebühren. Zahlungen am POS oder im E-Commerce sind für den Kunden mit Kreditkarten in folgenden Währungen kostenlos: CNY, JPY, HKD, NZD, SEK, ZAR, NOK, GBP, BRL, CAD, ILS, CHF, SGD, INR, EUR, RUB, AUD, USD. Werden Kreditkarten mit anderen Währungen hinterlegt, ist bei Nutzung eine Wechselgebühr von MasterCard plus 1% Gebühr von Curve fällig.

Nur Beta, nur England – eigentlich: Aber es geht auch schon in Deutschland

Im Moment befindet sich Curve noch im Beta-Stadium und kann in England bestellt werden, eine Lieferung nach Deutschland ist kein Problem, sofern man etwas warten kann. Wir haben als eine der ersten die Curve MasterCard bekommen und einem Alltagstest unterzogen.

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Curve kommt in ei­ner auf­wändigen Ver­packung und hebt sich damit schon von an­de­ren Kreditkar­ten ab. Die einmalige Aktivierung der Curve-Kar­te erfolgt direkt in der App und dau­ert kei­ne 3 Minu­ten. Einmal aktiviert können be­liebig viele Kreditkar­ten mit der Curve verknüpft wer­den, solange es sich nicht um ei­ne Prepaid-Kreditkar­te handelt. Egal in wel­cher Währung, egal aus wel­chem Land. Im Test klappte das mit we­nigen Aus­nah­men gut. Um si­cherzu­stel­len, dass man auch im Besitz ei­ner zu hin­ter­legen­den Kreditkar­te ist, nutzt Curve 3D Secure als Ve­rifikati­on.

Im Grunde war es das dann auch schon.

Per App läßt sich die zu verwendende Karte auswählen - und die vorigen Transaktionen anzeigen.Maik Klotz
Per Smartphone-App wird die zu nutzende Karte ausgewählt und die vorherigen Transaktionen angezeigt.Maik Klotz

Immer wenn künftig mit der Curve bezahlt wird, wird die zu dem Zeitpunkt in der App aktivierte Karte benutzt. Zusätzlich werden Transaktionen in Echtzeit in der App angezeigt oder kommen per Push-Nachricht aufs Smartphone. Anders als bei Lösungen, wie sie z.B. von Coin angedacht waren, ist Curve keine technische Lösung, welche die hinterlegten Karten emuliert. Es wird immer die Curve-Karte belastet und im Nachhinein gegen die jeweilige verknüpfte Karte belastet.

 

Curve ist eine interessante Idee, um in der Geldbörse für mehr Platz und Übersicht zu sorgen. Wer aber nur eine Kreditkarte sein eigen nennt, wird von der Curve kaum profitieren können.“

Curve ist ein englisches Produkt und versteht sich daher natürlich auch nicht mit der Girocard. Ein solches Produkt wäre gerade für den deutschen Markt interessant. Kombikarten, die Kreditkarte und Maestro auf einer Karte zusammenfassen, gibt es nur in Form der fidor Smartcard. Curce geht ein ganzes Stück weiter und kann beliebig viele Kreditkarten verwalten, so fern es sich nicht um eine Prepaidkarte handelt oder eine American Express. Alle anderen Karten, egal ob Visa oder Mastercard, funktionierten im Test einwandfrei. Ein Traum wäre der Support von Vpay oder Maestro, um so wirklich alle Karten in der Geldbörse zu ersetzen.

Mit der Version 1.1 der Curve-App wurde zusätzlich ein Rewards-Programm eingeführt: Nutzer sollen langfristig für verschiedene Aktionen mit Punkten belohnt werden. Aktuell ist das Programm beschränkt auf Freundschaftswerbung.

Unterstützt wird Curve von Wirecard. Wirecard unterstützt Curve sowohl bei der Karten-, als auch bei der App-Lösung, um eine globale Akzeptanz der Curve-Karte weltweit sowie Risikoschutz für Nutzer zu gewährleisten. Das Geschäftsmodell ist noch unklar. Gut möglich, dass der Endkunde nach Ende der Betaphase für den Service bezahlen muss. Alles in allem ist Curve aber ein rundes Produkt und schafft Übersicht und Platz in der Geldbörse.Maik Klotz

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