ANWENDUNG6. April 2022

5 Gründe, warum Banken den „Buy now, pay later“-Markt nicht Klarna, PayPal und Co. überlassen sollten

BNPL
tanaonte / Bigstock

„Buy now, pay later“ (BNPL) ist einer der großen Trends in der Finanzbranche. Klarna, PayPal und Co. bieten allesamt eigene Lösungen an und sind damit mehr als erfolgreich. Warum also verzichten klassische Kreditinstitute bisher auf eigene Angebote? Laut Credi2 sei es nicht zu spät für Banken, ihren Platz im BNPL-Markt einzunehmen. Denn auch sie könnten von der beliebten Zahlungsmethode profitieren – insbesondere, wenn der Regulierer eingreifen sollte.

Laut Daniel Strieder, CEO von Credi2 (Website), könnte BNPL bald eines der beliebtesten Zahlungsmittel im Internet sein. Der Grund: es sei unkompliziert und günstig. Marktforscher Juniper prognostiziert, dass sich der weltweite Markt für BNPL bis 2026 vervierfacht und dann 995 Milliarden Dollar betragen soll. Der Trend zum späteren Bezahlen ruft inzwischen auch die Finanzaufsichtsbehörden auf den Plan, sie könnten hier regulierend eingreifen.

Hier sind 5 Gründe, warum es für Banken jetzt Zeit sei, auf den BNPL-Zug aufzuspringen:

1. Durch BNPL mehr Nähe zum Kunden schaffen

Ob online oder beim Kauf vor Ort: Kunden wollen zunehmend an der Händler-Kasse entscheiden, in welchem Zeitraum sie die Ware bezahlen. Zahlreiche Payment-Anbieter nutzen den Trend und besetzen die Schnittstelle zwischen Händler und Kunde bereits.

Credi2

Im Wettbewerb um die attraktivsten Zahlungsmöglichkeiten müssen auch Banken am Point of Sale präsent sein, um Kauf auf Rechnung, Ratenzahlungen und Konsumkredite anzubieten. Das passende digitale Tool sorgt dafür, dass sie direkt in den Bezahlvorgang eingebunden sind.“

Daniel Strieder, CEO von Credi2

2. Gebühren als neue Einnahmequelle nutzen

Wird BNPL als Bezahlmöglichkeit in die Kauf-App oder die Webseite eines Händlers eingebettet, bieten sich für Banken neue Einnahmequellen. So sei es bei digitalen Finanzierungsprodukten häufig so, dass die Konsumenten keine Zusatzkosten zahlen. Der Händler auf der anderen Seite zahlt eine Gebühr für den sofortigen Erhalt der Kaufsumme von der Bank.

3. Kosten bei der Akquise einsparen

Auf klassische Weise neue Kunden zu gewinnen, koste viel Zeit und Geld. Mit BNPL könne man das Online-Shopping nutzen, um auch jüngere Menschen auf sich aufmerksam zu machen, die bislang noch keine Bankkunden sind. So gesehen sei ein BPNL-Produkt nicht nur ein Finanzierungsservice, sondern auch ein kostengünstiger Kanal zur Kundenakquise.

4. Vertrauen als Wettbewerbsvorteil nutzen

Neobanken und andere digitale Player müssten das Vertrauen der Kunden erst gewinnen. Hier hätten etablierte Banken einen Wettbewerbsvorteil: Sie sind in vielen Fällen bereits bekannte Marken und haben sich das Vertrauen zum Endkunden über Jahrzehnte aufgebaut. In vielen Familien seien sie sogar über mehrere Generationen hinweg der Ansprechpartner für Finanzfragen. Steht der Kunde dann vor der Wahl, den Bezahlungsdienst seiner Bank des Vertrauens zu nutzen oder auf einen externen Online-Dienstleister zurückzugreifen, fällt die Wahl in vielen Fällen auf die Bank.

5. Von der Regulierungs-Erfahrung profitieren

Für BNPL gibt es bislang weniger gesetzliche Hürden als für die klassische Kreditfinanzierung. Jetzt nehme die EU-Kommission die neue Bezahlmethode unter die Lupe und könnte für einen deutlich enger gezogenen Gesetzesrahmen sorgen. Für Payment-Provider ärgerlich, sei das für etablierte Banken eine gute Nachricht, da sie hier von ihrer jahrelangen Erfahrung mit der Regulatorik profitieren und auch künftige Anforderungen schneller umsetzen könnten als Newcomer im Payment-Bereich.ft

 
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