ARCHIV24. Juni 2021

Erneuerung der SWIFT-Plattform nimmt Formen an

Im November 2022 soll die „erweiterte“ SWIFT-Plattform live gehen. Sechs große Banken haben als Kerngruppe der Entwicklung jetzt mit den Vorbereitungen zur Nutzung der neuen Funktionen begonnen. Im Zentrum stehen globale Finanztransaktionen in Echtzeit.

Echtzeit-Transaktionen rund um die Welt stehen im Fokus der künftigen SWIFT-Plaatform <Q>World Image / Bigstockphoto
Echtzeit-Transaktionen rund um die Welt stehen im Fokus der künftigen SWIFT-Plattform World Image / Bigstockphoto

 

Bereits seit Beginn der Initiative SWIFT gpi (global payment innovations) im Jahr 2017 geht ein harter Kern aus mehreren führenden Banken voran, um der Entwicklung Kraft und Tempo zu verleihen. Die Deutsche Bank, Bank of China, Bank of New York Mellon, BNP Paribas, Citi und Standard Chartered haben nun bekanntgegeben, dass sie bereits mit den Vorbereitungen begonnen haben, um die kommenden Funktionen bereits zum Start im November 2022 nutzen zu können.

Sie setzen damit ein deutliches Signal: Die von Experten als ehrgeizig bezeichnete Roadmap der Erneuerung soll fristgerecht umgesetzt werden. Und wer sich in eine abwartende Position begibt und darauf spekuliert, dass es zu Verzögerungen kommt, beispielsweise aufgrund von technischen Problemen im Entwicklungsprozess, wird im Wettbewerb zurückfallen.

Die genossenschaftliche Organisation SWIFT hat ein Whitepaper veröffentlicht, das über die verfügbaren Optionen zur Anbindung an die erweiterte Plattform informiert, so dass Finanzinstitute ihre Implementierungen planen können. Das Dokument ist für SWIFT-Mitglieder hier verfügbar.

Die Pläne der Schrittmacher

Diese führenden Köpfe der Transformation nennen unter anderem die Vorab-Validierung von Empfängerdaten, das zentrale Management von Ausnahmefällen, die Ausweitung der SWIFT-gpi-Entwicklungspfade für Echtzeit-Transaktionen auf Kleinbetragszahlungen sowie neue Dienstleistungen zur Datenanreicherung auf Basis des ISO-20022-Standards als Funktionen, die sie primär umsetzen wollen.

Generell soll die erweiterte SWIFT-Plattform auf Basis von APIs eine Reihe gemeinsamer Verarbeitungsservices bereitstellen, die bislang von Banken und Finanzdienstleistern selbst eingerichtet werden müssen. Im Fokus steht die Verwirklichung einer Plattform, die globale Ende-zu-Ende-Transaktionen reibungslos in Echtzeit abwickeln kann.

Echtzeit weltweit

Zudem sollen nicht nur klassische Finanzmittel, sondern beispielsweise auch tokenisierte Vermögenswerte übertragen werden können. Indem die Interoperabilität mit neuen Zahlungsarten, Technologien und Dienstleistungen sichergestellt wird, bildet die erweiterte SWIFT-Plattform die Grundlage für eine Erweiterung der Service-Angebote und der Geschäftsmodelle in der Finanzbranche. Die Endkunden profitieren zudem von der schnelleren Abwicklung und sinkenden Kosten auch bei grenzüberschreitenden Zahlungen.

<Q>Deutsche Bank
Deutsche Bank

Die neue Plattform von SWIFT ist ein starker Katalysator für die Innovation in der Finanzdienstleistungsbranche. Wir sehen schon jetzt, wie die Plattform unserer Branche die nahtlose Integration neuer Funktionen ermöglichen, die Kosten senken und für schnellere, reibungslose Zahlungen sorgen wird.“

Ole Matthiessen, Managing Director, Global Head of Cash Management, Deutsche Bank

Der Deutsche-Bank-Manager sieht in der neuen Plattform die perfekte Ergänzung für geplante eigene Produkte und Dienstleistungen der Deutschen Bank. Sie ermögliche deren reibungslose Integration und fördere damit Innovationen zur Erfüllung des zukünftigen Bedarfs der Branche. hj

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