ARCHIV27. November 2019

Swatch Pay startet in Deutschland – die Uhr, die kontaktlos zahlt, auch wenn die Batterie leer ist

Uhr Swatch Payment Bezahlen mit der Uhr NFC Chip
Swatch

Nach China und der Schweiz ist es nun auch in Deutschland soweit: Der Uhrenhersteller Swatch präsentiert pünktlich zum Weihnachtsgeschäft unter dem Claim „The coolest way to pay“ sein Wearable-basiertes Bezahlverfahren Swatch Pay. Doch die Uhren, die kontaktloses Bezahlen beherrschen, haben gegenüber herkömmlichen Smartwatches einen entscheidenden Vorteil.

Das Zahlungsmittel direkt am Handgelenk, das ist spätestens seit der Apple Watch und anderen Wearables mit Payment-Unterstützung nicht mehr ungewöhnlich. Einfach die Uhr an das PoS-Terminal halten, warten bis ein Signalton zu hören ist und schon ist die Zahlung erfolgt. Somit ist Swatch Pay zumindest eine der einfachsten und stylishsten Arten des kontaktlosen Bezahlens. Doch anders als bei vielen Smartwatches, die alle paar Tage ans Ladegerät müssen, handelt es sich hier um eine herkömmliche Uhr, deren NFC-Chip ohne Aufladen auskommt. Die benötigte Energie dazu liefert das Terminal, sodass die Uhr anders als ein Smartphone auch bei einer leeren Batterie zum Bezahlen eingesetzt werden kann.

Swatch Pay: Zahlen mit der Uhr geht auch ohne Batterie

Der Chip ist dabei unter dem Zifferblatt versteckt. Hält der Kunde die Uhr an das Payment-Terminal im Kassenbereich, tauscht das Lesegerät mit dem Chip der Uhr die Zahlungsinformationen aus. Die Gefahr, dass versehentlich eine Zahlung ausgeführt wird, weil sich ein Träger einer solchen Uhr in der Nähe des Lesegerätes befindet, besteht laut Hersteller übrigens nicht.

Uhr Swatch Payment Bezahlen mit der Uhr NFC Chip
Swatch

Außerdem ist sie, wie alle anderen Swatch-Modelle auch, wasserfest bis zu einer Tiefe von 30 Metern. So eignet sich Swatch Pay zum Beispiel auch bei einem Schwimmbadbesuch, wenn man ohnehin lieber auf das Portemonnaie verzichtet (mal abgesehen davon, dass es in Deutschland immer noch schwierig werden dürfte, an einem Schwimmbad-Kiosk kontaktlos zu zahlen). Ein doppelter Sicherheitsfaktor, wie das Unternehmen erklärt, denn wer sieht einer analogen Kunststoffuhr schon ihre Bezahlfunktion an? Aufgrund der Tatsache, dass hier auch nur eine Prepaid-Lösung hinterlegt ist, hält sich auch das Risiko in Grenzen, wenn die Uhr verlorengeht.

Insgesamt sechs Designs bietet Swatch zum Start zur Auswahl – von Blackback Pay über Chic Pay und Graphite Pay bis hin zu Magic Pay, Ocean Pay und Pastel Pay. Die besagten Uhren sind ab sofort in den 24 Swatch-eigenen Verkaufsstellen erhältlich und müssen vor der ersten Nutzung gemäß entsprechender BaFin-Regeln mit einem Konto bzw. einer Person verknüpft werden. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei jeweils 75 Euro.

Giesecke+Devrient Mobile liefert Bezahlfunktion

Die Bezahlfunktion liefert dabei Technologie von Giesecke+Devrient Mobile Security. Diese ist bereits seit 2017 in China am Markt und kommt seit Anfang 2019 auch in der Schweiz zum Einsatz – also gut erprobt, wenn dann jetzt endlich auch der deutsche Markt dran ist.

Die Personalisierung erfolgt dabei nicht via Bluetooth, sondern über ein Personalisierungsterminal, das in Zusammenhang mit einer App, die der Kunde herunterlädt, für die Initialisierung der Uhr sorgt. Während dieses Prozesses erhält die Uhr einen Token, der für drei Jahre gilt. Der Rest erfolgt dann via App. In der Praxis ist das unkompliziert, sogar geschickt in Hinblick auf den Stromverbrauch. Denn die Swatch-Uhr funktioniert langfristig und ist, wie beschrieben, nicht von einem Akku abhängig. Im Prinzip handelt es sich dabei also um eine handelsübliche Kreditkarte mit NFC-Chip in etwas abgewandelter Form.

Swatch Pay: Wirecard liefert mit Boon die virtuelle Karte

Dabei wird Swatch Pay serienmäßig via Wirecard Boon realisiert. Gut möglich, dass das Unternehmen die Uhr im kommenden Jahr als pfiffiges Marketinginstrument einsetzen wird, wenn es darum geht, Kunden für das neue Endkundenprodukt Boon Planet zu überzeugen.

Swatch aufladen app installieren
Swatch

Der Kunde installiert dafür zunächst die Boon-App, richtet einen Boon-Account ein und erstellt eine virtuelle Mastercard in der Prepaid-Variante. So ist auch das Schufa-Problem umgangen und der Kunde kann gleich loslegen. Diese virtuelle Boon Prepaid-Mastercard kann per Kreditkarte oder Überweisung aufgeladen werden.

Zusätzlich wird noch die Swatch-Pay-App installiert, mit der virtuellen Boon-Mastercard als Zahlungsmittel verknüpft und im Swatch Store mit Hilfe einer Bluetooth-NFC-Box aktiviert. Der Kunde kann ab diesem Zeitpunkt an jedem handelsüblichen Terminal, das Mastercard akzeptiert, kontaktlos bezahlen. Übrigens lässt sich, wenn der Kunde einmal seine Meinung ändert oder die Uhr weitergibt, auch die jeweilige Bezahlfunktion wieder entkoppeln, respektive das Konto wechseln und die Uhr so für eine andere Person nutzen. tw

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert