ANWENDUNG18. Januar 2019

Sneak-Preview: SwatchPay! in der Schweiz gestartet

Die neue Swatch im Schaufenster
Swatch

Seit dem 17.01.2019 können Mastercard-Karteninhaber in der Schweiz mit dem neuen mobilen Bezahldienst SwatchPAY! des Schweizer Uhrenherstellers Swatch bezahlen (hier zur Meldung von G+D). Ein weiteres Zahlverfahren im Formfaktor Wearable – näher betrachtet 

von Rudolf Linsenbarth

Vier neue Swatchmodelle sind jetzt mit NFC-Funktionschip ausgestattet, um das kontaktlose Bezahlen an einem Kartenzahlungsterminal zu ermöglichen. Allerdings gibt es bei SwatchPay einige signifikante Unterschiede zu den Smartwatch Payment-Systemen von Apple, Fitbit, Garmin, Google und Samsung. Zwar nutzt auch Swatch die MDES Token-Technologie von Mastercard. Aber im Gegensatz zum Wettbewerb haben die Swatch-Uhren keine Bluetooth-Unterstützung. Die Personalisierung muss deshalb auf einem anderen Weg erfolgen.

Personalisierung von SwatchPay: Das Einlesen der Kreditkarte per App
Swatch

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Die Personalisierung der Swatch

Swatch hat daher in den meisten seiner Swatch Stores eine Personalisierungseinheit aufgestellt. Eine Box ungefähr so groß wir eine Pizza-Schachtel. Der Kunde muss sich vorab eine App herunterladen. Danach gibt er seine Kartendaten in diese App ein. Nun wird die Uhr auf die oben beschriebene Personalisierungseinheit gelegt und der Kunde scannt mit seiner SwatchPay! App einen zu dieser Uhr gehörigen QR-Code. Danach wird dann über die NFC-Schnittstelle der Token auf der Uhr personalisiert.

Sieht kompliziert aus – ist aber clever

Was auf den ersten Blick ziemlich umständlich aussieht, ist Teil eines cleveren Schachzuges von Swatch. Mit diesem Ansatz gelingt es Swatch ein Payment Wearable für relativ günstige 85 SFR auf den Markt zu bringen. Weiterhin benötigt die Uhr auch keine große Batterie oder muss für die Bezahlfunktion geladen sein. Diese Swatch verhält sich mit SwatchPay also wie eine kontaktlose Kreditkarte. Im Low Value Bereich genügt es für den Zahlvorgang, die Uhr ans Terminal zu halten. Bei größeren Beträgen muss noch zusätzlich eine PIN eingeben werden.

Autor Rudolf Linsenbarth
Rudolf Linsenbarth (Personenbild)Rudolf Linsenbarth be­schäf­tigt sich mit Mo­bi­le Pay­ment, NFC, Kun­den­bin­dung und di­gi­ta­ler Iden­ti­tät. Er ist seit über 15 Jah­ren in den Be­rei­chen Ban­ken, Con­sul­ting, IT und Han­del tä­tig. Lin­sen­barth ist pro­fi­lier­ter Blog­ger im Fi­nanz­be­reich und kom­men­tiert bei Twit­ter un­ter @holimuk die aktuellen Entwicklungen. Alle Beiträge schreibt Rudolf Linsenbarth im eigenen Namen.
Im Personalisierungsvorgang beim Einkauf erhält die Uhr einen Token mit einer Gültigkeitsdauer von 3 Jahren. Alle weiteren Funktionen können über die zugehörige App gesteuert werden.

Der SwatchPay-Ausblick

Das Produkt ist ein echtes WIN/WIN für Mastercard und Swatch. Der Uhrenhersteller war schon seit langem auf der Suche, seine Uhren mit einer Zahlungsfunktion zu erweitern, ohne dabei ein unverhältnismäßig hohes Maß an Technik zu implementieren. Mastercard erntet die Früchte der jahrelangen Entwicklung seines „Mastercard Digital Enablement Service“ für Wearables.

Besonders freuen dürfte man sich auch über die breite Unterstützung der Schweizer Mastercard-Kartenherausgeber Banken. Mit dabei sind – Cembra Money Bank, Cornèrcard, Swiss Bankers, Swisscard (Credit Suisse), Viseca und vor allem auch UBS. Auch wenn das jetzt vielleicht dem Schweizer Patriotismus für die Swatch geschuldet ist, ein Anfang ist gemacht.

Seitenhieb von Swatch: Bezahlen per Apple-Watch. Durch Ablenkungen gar nicht so einfach.
Seitenhieb: Bezahlen per Apple-Watch. Durch Ablenkungen gar nicht so einfach.

Die Banken haben sich technisch ins System eingeklinkt. Das Freischalten von Apple oder Samsung Pay ist jetzt definitiv nur noch eine politische Entscheidung.“

Begleitet wird der Launch übrigens durch ein Erklärvideo (unten) und drei witzige Werbefilme, bei denen sich Swatch u.a. auch einen kleinen Seitenhieb auf Apple nicht verkneifen kann (im Bild rechts). Rudolf Linsenbarth

 
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