STUDIEN & UMFRAGEN14. April 2026

Aon: Banken versichern sich gegen Cyber-Bußgelder im Regulatorik-Dschungel

Eine Hand interagiert mit einem Smartphone, während im Hintergrund ein beleuchteter Bildschirm sichtbar ist. Die Szene vermittelt eine moderne, technologische Atmosphäre, die im Kontext der Aon-Studie zu Cyber-Bußgeldern und regulatorischen Herausforderungen steht.
Aon

Ein neuer Bericht von Aon analysiert, wie sich weltweit das Risiko von Cyber‑Bußgeldern durch ein stark wachsendes und zunehmend fragmentiertes regulatorisches Umfeld entwickelt – und inwieweit diese Bußgelder versicherbar sind. Denn vor allem für Unternehmen in stark regulierten Branchen wie dem Bankwesen stelle der regulatorische Dschungel zunehmend ein Problem dar.

Der Bericht zeige, dass insbesondere Unternehmen mit Aktivitäten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) einem wachsenden Risiko cyberbezogener Geldbußen und Sanktionen ausgesetzt seien. Gleichzeitig bleibe die Versicherbarkeit solcher Bußgelder unsicher und abhängig von der jeweiligen lokalen Rechtsordnung. Der Bericht hebe hervor, dass nicht‑monetäre Sanktionen – Anordnungen zur Aussetzung von Geschäftsaktivitäten, verpflichtende Audits oder Lizenzentzüge – für Unternehmen ebenso disruptiv sein könnten wie finanzielle Bußgelder. Gleichzeitig steige die persönliche Verantwortung von Vorständen und Geschäftsleitungen durch neue regulatorische Vorgaben deutlich an.

Das regulatorische Umfeld im Bereich Cyberrisiken entwickelt sich rasant weiter. Aufsichtsbehörden verfolgen heute einen deutlich aktiveren Ansatz, daher müssen Führungskräfte verstehen, wie Bußgelder und Sanktionen in den einzelnen Jurisdiktionen behandelt werden, und sicherstellen, dass ihre Governance‑, Reporting‑ und Compliance‑Strukturen einer intensiven regulatorischen Prüfung standhalten.“

Philipp Seebohm, Executive Director Specialties bei Aon Deutschland

Europa ist regulatorischer Hotspot für Cyber-Bußgelder

In der EU seien mehrere neue Regelwerke in Kraft oder kurz vor der Umsetzung (Datenschutz-Grundverordnung, DSGVO, Network and Information Security Directive NIS2, Digital Operational Resilience Act DORA, Cyber Resilience Act, EU AI Act), die teils sehr hohe Bußgeldrahmen vorsehen. Unternehmen mit Sitz oder Geschäftstätigkeiten in Europa seien daher einem besonders hohen Risiko cyberbezogener Bußgelder ausgesetzt. Gleichzeitig entstehe durch die überlappenden Regulierungen zusätzliche Unsicherheit, da Unternehmen oft parallel unterschiedliche Anforderungen erfüllen müssten – ein Risiko, das insbesondere multinationale Organisationen vor erhebliche operative Herausforderungen stelle.

Laut Aon bräuchten Unternehmen eine deutlich proaktivere Haltung gegenüber Cyber- und Compliance-Risiken. Die Kombination aus komplexer Regulatorik, steigenden Bußgeldrahmen und unvollständiger Versicherbarkeit zeige, dass nur wer seine Sicherheits-, Governance- und Resilienzstrukturen konsequent weiterentwickle, regulatorischen Druck reduzieren und langfristig handlungsfähig bleiben könne.

Den Bericht von Aon finden Sie hier.ft

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