STUDIEN & UMFRAGEN6. Juli 2026

Bitkom warnt: Cloud-Ausfall würde fast jedes zweite Unternehmen lahmlegen

Internetstörungen, Stromausfall oder Probleme mit einem Software-Update: Wenn Anwendungen in der Cloud plötzlich ausfallen oder nicht mehr erreichbar wären, stünden viele deutsche Unternehmen vor massiven Problemen. Fast die Hälfte aller Unternehmen (46 %) müsste über kurz oder lang den Geschäftsbetrieb einstellen. Das zeigt der Cloud Report 2026 des Bitkom.

Die Grafik illustriert die Ergebnisse des Cloud Reports 2026 der Bitkom zur Betriebsfähigkeit ohne Cloud-Dienste. 9 % der Unternehmen könnten den Geschäftsbetrieb gar nicht aufrechterhalten, während 21 % mehr als 48 Stunden durchhalten könnten.

Der Bericht zeigt, dass jedes elfte Unternehmen (9 %) sogar im Moment des Ausfalls nicht mehr weiterarbeiten könnte. 2 % erwarten, dass sie 6 bis 11 Stunden durchhalten würden, 4 % 12 bis 24 Stunden, 10 % 24 bis 48 Stunden und ein Fünftel (21 %) mehr als 48 Stunden. Ein Viertel der Unternehmen (24 %) würde ein Cloud-Ausfall nicht so hart treffen, dass sie ihren Geschäftsbetrieb irgendwann einstellen müssten, 14 % nutzen keinerlei Cloud-Dienste und 16 % wissen es nicht oder wollen dazu keine Angabe machen. Im Schnitt würden die Cloud-Nutzer nach eigener Einschätzung rund drei Tage (78 Stunden) weiterarbeiten können.

Ein lächelnder Mann mit grauen Haaren trägt einen dunklen Anzug und ein weißes Hemd. Die Hintergrundfarbe ist neutral. Bitkom warnt, dass ein Cloud-Ausfall nahezu die Hälfte der Unternehmen beeinträchtigen könnte, was die Bedeutung stabiler digitaler Infrastruktur unterstreicht
Bitkom

Eine funktionsfähige Cloud ist für Unternehmen so wichtig wie stabile Stromversorgung und Zugang zum Internet. Büro-Software, Kommunikation, Datenbanken oder auch KI-Lösungen sind bei einer Cloud-Störung nicht verfügbar, dabei sind sie unverzichtbar für den Geschäftsbetrieb vieler Unternehmen. Gleichzeitig ist die Nutzung von Cloud-Diensten häufig sicherer und stabiler, als auf eigene Server zu setzen. Wichtig ist deshalb, die Cloud in ein Sicherheitskonzept für das Unternehmen zu integrieren.“

Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident

Zu gravierenden Cloud-Ausfällen sei es in den vergangenen zwölf Monaten bei 28 % der Unternehmen gekommen, die Cloud-Dienste nutzen. Dabei würden schon heute unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Folgen abzumildern und Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe möglichst gering zu halten. Am häufigsten gibt es Notfall- und Wiederanlaufpläne, über die 82 % verfügen. Drei Viertel (75 %) haben wichtige Daten außerhalb der Cloud gesichert, zwei Drittel (69 %) monitoren selbst die Cloud-Dienste, um rasch reagieren zu können, 68 % haben vertragliche Vereinbarungen mit den Cloud-Anbietern geschlossen und 66 % können einen Notbetrieb mit lokalen Lösungen starten. 6 von 10 Unternehmen (59 %) haben Anwendungen auf unterschiedliche Systeme verteilt, ein Drittel (35 %) hat redundante Systeme und 8 Prozent nutzen einen zweiten Cloud-Anbieter als Maßnahme, um sich vor Cloud-Ausfällen zu schützen.

Die Grafik illustriert, wie Unternehmen sich vor Cloud-Ausfällen schützen. Die häufigsten Maßnahmen sind Notfall- und Wiederanlaufpläne (82 %) sowie die Sicherung wichtiger Daten außerhalb der Cloud (75 %). Bitkom hebt die Relevanz dieser Strategien hervor.
Bitkom

Zur Methodik der Studie

Grundlage der Angaben sei eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei seien 603 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten telefonisch befragt worden, darunter 517 Unternehmen, die Clouds nutzen. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 14 bis KW 20 2026 statt. Die Umfrage sei repräsentativ.

Die Studie können Sie hier kostenlos herunterladen.ft

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