BARGELD-AUSZAHLUNG15. August 2017

Erster: CardProcess erhält DK-Freigabe für standard­isierte Bargeldauszahlung per girocard beim Händler

nenetus/bigstock.com

Das wird barzahlen.de gar nicht freuen: CardProcess, Payment-Dienstleister der genossenschaftlichen FinanzGruppe, ist der erste Netzbetreiber, der von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) die Freigabe für die Funktion „Bargeld abheben“ erhalten hat. Händler, die Zahlung mit girocard anbieten, können für ihre Kunden damit ab sofort auch diese Cashback-Funktion bereitstellen. Bei Zahlungen via girocard mit Chip und PIN erhält der Kunde Bargeldauszahlungen bis zu 200 Euro.

Das neue Logo für Händler mit dem „Bargeld abheben“-ServiceEURO Kartensysteme
Bisher musste jeder Händler, der Cashback anbieten wollte, entweder einen FinTech-Dienst oder eine Einzelvereinbarung mit der BaFin schließen. Um auch kleineren Händlern Bargeldauszahlung zu ermöglichen, hat die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) mit der BaFin die Vereinbarung getroffen, dass Netzbetreiber, die eine entsprechende Erlaubnis der Deutschen Kreditwirtschaft haben, „Bargeld abheben“ anbieten dürfen.

Durch die Freigabe der deutschen Kreditwirtschaft gibt es jetzt eine standardisierte und mit der BaFin abgestimmte Regelung.“

Geld auszahlen: Auch barzahlen.de bieten den Service – auch ohne girocard.barzahlen.de

Durch die Standardisierung profitieren auch kleine und mittlere Unternehmen von der Cashback-Funktion. Die Bargeldauszahlung ist für alle Branchen sinnvoll, deren durchschnittliche Warenkorbwerte die 20-Euro-Marke erreichen. Die Händler müssen keine Einzelvereinbarungen treffen und die Funktionalität ist für die Integration in das eigene Zahlungsangebot leicht zugänglich geworden.

Bis 200 Euro auszahlen damit ab heute möglich

Der Punkt: CardProcess hat diese Vereinbarung wohl als erster schon umgesetzt. Die jetzt angebotenen Zahlungsterminals seien bereits mit der aktuellen Software ausgestattet und müssen nur entsprechend freigeschaltet werden. Der Handel kann damit seinen Kunden flächendeckend so im Prinzip bereits ab heute die neue Geldauszahl-Funktion anbieten – das sei vor allem für strukturschwache Regionen interessant – und dürfte barzahlen.de (deren Geschäftsmodell genau das ist) überhaupt nicht gefallen.

CardProcess

Bisher kennen Verbraucher die Möglichkeit des Bargeldbezugs an der Kasse meist nur von den großen Supermarktketten. Von der Standardisierung profitieren jetzt auch kleine und mittlere Unternehmen. Das Angebot ist für alle Branchen sinnvoll, die den Aufwand der Bargeldlogistik reduzieren möchten. Die Händler müssen keine Einzelvereinbarungen treffen und die Funktionalität ist für die Integration in das eigene Zahlungsangebot leicht zugänglich geworden.“

Carlos Gómez-Sáez, Vorsitzender Geschäftsführung CardProcess

Transparent: Geldauszahlung als Transaktionsnachricht

CardProcess
CardProcess ist der Payment-Dienstleister der genossenschaftlichen FinanzGruppe für das bargeldlose, kartengestützte Bezahlen. Es werden Transaktionen für mehr als 4 Millionen Kreditkarten abgewickelt. Gesamt etwa eine Milliarde Transaktionen jährlich. Neben VRpay bietet das Unternehmen Kartenakzeptanzen und den POS-Netzbetrieb und Terminals.
Ebenfalls neu ist, dass der Cashback-Betrag künftig separat in die Transaktionsnachricht eingestellt wird. Vorteil für Händler und Karteninhaber: Beide können auf den Kontoauszügen die Cashback-Beträge erkennen. Aus dem eigentlichen Einkaufsbetrag sowie dem Auszahlungsbetrag konnte aufgrund technischer Gegebenheiten bisher nur eine Summe gebildet werden, die dann zur Autorisierung gelangt. Bisher erkennt der Karteninhaber auf seinem Kontoauszug nicht, welcher Betrag seinem Einkauf und welcher dem Bargeldbezug zuzuordnen ist. Mit dem nächsten Terminal-Software-Update TA 7.2 wird die Differ­enzierung der Händlerentgelte für Handelsumsatz und dem Bargeldbetrag möglich sein.

Weniger Geld in der Kasse, weniger Bargeldbevorratung

Für die Cashback-Funktion spricht eine Reihe von Vorteilen, zum Beispiel die Reduzierung des Bargeldbestands in der Kasse und die damit verbundene Risikominimierung für Diebstahl. Der mit der Auszahlung verbundene Mindestumsatz des Karteninhabers in Höhe von 20 Euro kann nach oben vom Händler frei definiert werden. Das Angebot bedeutet für ihn einen Service – keinen Zwang. Daher ist auch eine Bargeldbevorratung nicht notwendig.

Die Kreditinstitute befürworten die Bargeldauszahlung im „Geschäft um die Ecke“

Mit dem Abbau von Filialen und Geldautomaten, gerade in kleinen Orten, wird es für ihre Kunden zunehmend schwieriger, mit der girocard Bargeld vom Girokonto abzuheben. In solchen Regionen ist auch das Angebot für Kartenzahlung sehr viel geringer. Mit „Bargeld abheben“ schafft die Kreditwirtschaft eine Alternative und sichert flächendeckend die Bargeldversorgung ihrer Kunden.aj

 
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