STRATEGIE21. August 2020

Credit Suisse nutzt „out of the box“-Design für das Be­­schaf­fungs­­­we­sen – Interview mit Steven Schumacher

Credit Suisse Managing Director
Steven Schumacher, Credit SuisseCredit Suisse

Steven Schumacher kam 2008 zur Credite Suisse und ist seit 2014 Chief Procurement Officer. Auch in seinem Bereich sorgt die Digitalisierung für ständigen Wandel. Welche Faktoren beeinflussen heutzutage die großen Entscheidungen im Beschaffungswesen. Im Praxis-Interview erklärt Schumacher, wie er durch Optimierungen im Ressourcenmanagement die Produktivität und Effizienz steigert.

Herr Schumacher, welche besonderen Anforderungen haben Banken an Procurement-Prozesse und Lieferantenmanagement?

Insgesamt glaube ich nicht, dass Banken im Vergleich zu anderen Branchen sehr spezielle Anforderungen im Beschaffungswesen haben.

Themen wie die zunehmende Verbreitung von FinTechs, Risikomanagement durch Dritte sowie aufsichtsrechtliche Überlegungen und neue Richtlinien haben für Chief Procurement Officer im Bankwesen derzeit oberste Priorität – insbesondere, wenn es darum geht, international konsistent zu agieren.“

Maßnahmen, die Mehrwert und das Risikomanagement verbessern sollen, erfordern ein immer wichtiger werdendes Gleichgewicht zwischen Effizienz und Effektivität für den Einkauf und das Lieferantenmanagement einer Bank.

Welchen Einfluss haben diese Anforderungen auf die Auswahl von Lösungen für das Banken-interne Spend Management?

Jede Technologie, die wir auswählen, muss in der Lage sein, sich mit einem zukünftigen staatlichen Technologie-Ökosystem zu verbinden. Unabhängig davon, ob es sich um spezifische Kategorien, Risiken, Analysen oder andere Beschaffungs-, Vertrags- oder Performance-Lösungen handelt, ist dazu eine „Plug-and-Play“-Integration von Best-of-Breed-Technologien erforderlich.

Welche praktischen Vorteile bieten moderne Spend-Management-Lösungen für das Business und die IT?

Autor Steven Schumacher, Credit Suisse
Steven Schumacher ist Managing Director bei der Credit Suisse (Website), wo er als globaler Leiter der Strategie-, Beschaffungs- und Ausführungsaufgabe der Bank an den COO der Gruppe berichtet. Er spielt eine entscheidende Führungsrolle bei der Steigerung der Produktivität, indem er Bereiche wie das Ressourcenmanagement optimiert.

Er kam 2008 zur Credit Suisse und ist seit 2014 Chief Procurement Officer. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen im Investment Banking der Credit Suisse und in den Unternehmensbereichen der Gruppe tätig, die sich auf Opex-Restrukturierung und Effizienzmanagement konzentrieren.

Vor seiner Zeit bei der Credit Suisse war Steven bei Lehman Brothers im Bereich Bankproduktivität und Änderungsmanagement tätig und arbeitete für verschiedene Beratungsunternehmen in New York und Singapur, die sich mit Finanzdienstleistungskunden befassten. Steven hat einen MBA von der George Mason University und lebt in London.

Durch den verstärkten Einsatz digitaler Lösungen werden die Vorteile im Verlauf der Zeit immer größer. Zu den offensichtlichsten gehören eine viel bessere Benutzererfahrung, eine höhere Datenqualität aus strukturierten wie auch unstrukturierten Quellen, eine Analytik, die die Entscheidungsfindung erweitert, sowie eine vollständigere Automatisierung. Im Gegenzug beschleunigen wir die Bereitstellung von Verbesserungen des Ökosystems und verkürzen die Zykluszeiten bei der Auftragsvergabe. Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf Ausgabenkategorien, die bisher weniger im Fokus standen, reduzieren die Auftragswertverluste und erhöhen die Sicherheit und Transparenz der gesamten Lieferkette.

Die Credit Suisse hat sich dann für Ivalua entschieden. Warum?

Die von uns geforderte Lösung musste in der Lage sein, unsere komplexen Buchprüfungen, Freigabeprozesse und Datenstrukturen ohne Anpassungen zu managen. Der Hauptgrund, warum wir uns für Ivalua entschieden haben, war die Tatsache, dass Ivalua unsere Anwendererfahrung über den gesamten Bereich der Prozesse und Integrationsanforderungen hinweg am besten mit seinem „out of the box“-Design erfüllte.

Wie läuft ein typischer Implementierungsprozess ab – und wie lief das in Ihrem Fall?

Wir teilten unsere globale Implementierung in mehrere Phasen auf: Die erste Phase unserer Ivalua-Implementierung betraf die Auftragsvergabe und die Beschaffung. Nachdem dieser Go-Live abgeschlossen war, begann das Programm-Team mit der Arbeit an den Anforderungen zur Implementierung des Beschaffungsmoduls, das einen vollständig integrierten Source-to-Order-Prozess ermöglichen sollte. Inzwischen sind wir mit Ivalua für Source-to-Order vollständig in Betrieb und haben mit der Ausarbeitung von Anforderungen für die Erweiterung auf Order-Management, Wareneingang und Rechnungsstellung begonnen.

Unsere Implementierung war ein Gemeinschaftsprojekt unserer internen Business- und IT-Teams und erfolgte in Zusammenarbeit mit einem Implementierungspartner sowie der kontinuierlichen Unterstützung durch Ivalua. Nachdem eine erste Version der Anwendung ausgerollt war, führte das Programm-Team mehrere schnelle Release-Zyklen durch, um Erweiterungen zu implementieren und die Benutzererfahrung anzupassen.

Herr Schumann, vielen dank für das Interview.aj

 
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