FINTECH8. Februar 2022

Investitionen in FinTech-Start-ups erreichen neues Rekordniveau

KPMG

Die weltweiten Investitionen in Start-Ups aus dem Finanzbereich haben im vergangenen Jahr trotz der besonderen Herausforderung durch die Pandemie ein neues Rekordniveau erreicht. Das zeigt der „KPMG Pulse of Fintech“, eine Studie, für die Daten von Pitchbook ausgewertet wurden. Die größten Zuwächse gab es in den Bereichen Zahlungsverkehr, Blockchain und Krypto-FinTechs.

Insgesamt stieg das Volumen aller Venture Capital-, M&A- und Private Equity-Investitionen in FinTechs 2021 auf 210 Milliarden Dollar – das sind 68 Prozent mehr als 2020 (125 Milliarden Dollar). Besonders viel Geld floss in Start-ups aus den Bereichen Zahlungsverkehr, Blockchain und Krypto. So verdoppelten sich aufgrund des anhaltenden Interesses an Lösungen für Echtzeitüberweisungen, Embedded Finance und Open Banking die Investments im Segment Zahlungsverkehr nahezu von 29,1 Milliarden Dollar (2020) auf 51,7 Milliarden im Jahr 2021. Auch junge Wachstumsunternehmen, die Produkte und Dienstleistungen rund um Blockchain und Krypto anbieten, waren vergangenes Jahr bei Investoren erwartungsgemäß sehr gefragt: Sie lockten insgesamt 30,2 Milliarden Dollar an – fast sechsmal so viel wie 2020 (5,5 Milliarden). Auch Cybersecurity (4,85 Milliarden) und Wealthtech (1,62 Milliarden) verzeichneten Rekordinvestitionen.

77 Milliarden FinTech-Investments in EMEA-Region

KPMG

Zu den größten Deals im zweiten Halbjahr 2021 gehörten die 9,2 Milliarden Dollar teure Übernahme des dänischen Zahlungsabwicklers Nets durch das italienische Unternehmen Nexi, die Fusion des Cloud-Plattform-Unternehmens Calypso Technology und des RegTech-Unternehmens AxiomSL zu Adenza in den USA (3,75 Milliarden Dollar) sowie die Übernahme des japanischen Unternehmens Paidy durch PayPal (2,7 Milliarden). In den letzten sechs Monaten 2021 gab es außerdem vier VC-Finanzierungsrunden über mindestens 1 Milliarde Dollar: Darunter Generate (USA, 2 Milliarden), Nubank und Chime (Brasilien bzw. USA, jeweils 1,1 Milliarden), sowie FTX (Bahamas, 1 Milliarde).

Auch innerhalb der EMEA-Region stiegen die gesamten FinTech-Investitionen im abgelaufenen Jahr auf einen Rekordwert von 77 Milliarden Dollar. An der Spitze lagen die nordischen Länder (18,5 Milliarden) vor Deutschland (5,4 Milliarden) und Irland (1,6 Milliarden), gefolgt von Afrika (1,8 Milliarden) und Israel (900 Millionen). Besonders bemerkenswert waren im zweiten Halbjahr 2021 Kapitalerhöhungen von 900 Millionen Dollar beim deutschen Unternehmen N26 sowie von 800 Millionen Dollar durch das britische Unternehmen Revolut.

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Wir gehen davon aus, dass die FinTech-Investitionen auch 2022 auf hohem Niveau bleiben. Ein Großteil der FinTech-Aktivitäten in der EMEA-Region konzentrierte sich bisher auf den Bereich Direct-to-Consumer. Da viele dieser Geschäftsmodelle ausgereift sind, wird der nächste große Schub, den wir hier neben Kryptowährungen erwarten, wahrscheinlich im B2B-Bereich stattfinden, da FinTechs versuchen, systemischere Probleme anzugehen und bestehende Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Finanzprozesse und den Wert für die Kunden zu verbessern.“

Bernd Oppold, Partner bei KPMG im Bereich Financial Services

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