STUDIEN & UMFRAGEN7. September 2021

Ist Outsourcing im deutschen Finanzsektor weiter auf dem Vormarsch? – die PwC-Studie

Trotz wachsender Regulierung und teils veralteter IT-Infrastrukturen steigt die Nutzung von Auslagerungen im deutschen Finanzsektor. Die aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC „Outsourcing in der Finanzindustrie“ ergab: knapp zwei Drittel (62%) der befragten Finanz- und Kreditinstitute wollen innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre weitere Prozesse und Aufgaben auslagern – 2018 waren es erst 54 Prozent.

Outsourcing-Studie von PwC
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Um Effektivität und Profitabilität zu steigern, lagern schon heute 95 Prozent der Institute stan­dard­isierte Funktionen an externe und interne Dienstleister aus. Weitere Ziele des Outsourcing sind, die digitale Transformation voranzutreiben oder sich in Zukunft nachhaltiger auszurichten. Mehr als 90 Prozent der Finanzinstitute sehen ihre wichtigsten Dienstleister als langfristige strategische Partner, so achten die Geldhäuser bei ihrer Auswahl besonders auf Qualität der Leistung, Expertise und Preisgestaltung.

Tomas Rederer,Leiter Management Consulting Financial Services bei PwC Deutschland
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Strategic Sourcing gewinnt im Finanzsektor an Bedeutung und wird zentraler Bestandteil der Geschäftsstrategien. In den nächsten ein bis zwei Jahren werden Institute Outsourcing verstärkt dafür nutzen, Herausforderungen wie Regulierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu bewältigen und ihre langfristigen strategischen Ziele zu erreichen.“

Tomas Rederer,Leiter Management Consulting Financial Services bei PwC Deutschland

Cloud-Dienste für mehr Effizienz

Neben Strategic Sourcing seien auch Trends zur Nutzung von Cloud-Diensten erkennbar. Kooperationen mit führenden Cloud-Anbietern und der Einsatz von Cloud Service basierten Produkten dürften laut pwc stark zulegen. 41 Prozent der Institute tendieren dabei zu SaaS-Lösungen, also Software as a Service.

Eine mögliche Hürde für diese Entwicklung stellen hier die teils veralteten Systeminfrastrukturen und die komplexen regulatorischen Auflagen für die Cloud-Nutzung – ganze 70 Prozent der Häuser erklären, ihre Infrastruktur reiche für den Einsatz moderner Technologien noch nicht oder erst teilweise aus. Im Gegensatz dazu sehen sich fast 80% der Dienstleister in der Lage, neue Technologien zu nutzen und umzusetzen.

Sustainable Sourcing für mehr Nachhaltigkeit

Outsourcing
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Aus der Studie folge auch, dass sich Outsourcing zu einer treibenden Kraft in Richtung Neuausrichtung der Institute entwickeln könnten. Rund 6o Prozent der Befragten sehen Dienstleister als wichtigen bis sehr wichtigen Erfolgshebel, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Knapp 43 Prozent der Befragten berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien schon heute bei ihrer Risikoanalyse und Dienstleistersteuerung. Fast 90 Prozent gehen davon aus, dass die Erfüllung der erforderlichen ESG Nachhaltigkeitskriterien in den kommenden Jahren bei ihrer Zusammenarbeit mit Dienstleistern wichtiger werden.

Cross-Industry Sourcing für neue Ertragsquellen

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Dass die Branche auch in den nächsten ein bis zwei Jahren weiter in den Aufbau interaktiver Portale investieren wird, erwarten mehr als 80 Prozent der Finanzinstitute. In den Portalen angebotene Fremdprodukte bieten darüber hinaus die Chance, neue Ertragsquellen zu generieren und durch Schnittstellen zum Kunden trotz zunehmendem Online-Banking im Alltag relevant zu bleiben.

Die dazu wachsende Nachfrage nach Open-Banking-Produkten dürfte außerdem zu einem Anstieg der Kooperationen mit neuen Dienstleistern führen, die bislang kaum in der Finanzbranche aktiv waren. So gehen je 70 Prozent der Institute und Dienstleister davon aus, dass die Bedeutung von Open-Banking-Produkten und -Leistungen in den kommenden ein bis zwei Jahren zulegen wird, um potenziell neue Erträge zu generieren.

Zur Methodik der Studie

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Die Studie ermittelt und analysiert aktuelle Outsourcing-Trends im deutschen Finanzsektor im Kontext des derzeitigen Marktumfelds und der geltenden Rahmenbedingungen. Befragt wurden 150 Führungskräfte, davon 127 aus dem Finanzsektor sowie 23 aus der Dienstleistungs- und FinTech-Branche. Die Studie finden sie hier.ft

 
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