STUDIEN & UMFRAGEN25. August 2026

IT-Transformation: Budgets und Zeitpläne reißen – KI wird zum Werkzeug der Migration

Digital Banking Onboarding KYC-Prozess
ReeveAI

Die Modernisierung gewachsener IT-Landschaften bleibt für Unternehmen ein schwieriges Geschäft: 82 Prozent der Transformationsprojekte überschreiten ihr Budget, knapp 80 Prozent den geplanten Zeitrahmen. Gleichzeitig wird Künstliche Intelligenz zunehmend selbst zum Werkzeug der Transformation. Das zeigt die IT-Transformationsstudie 2026 von Natuvion und NTT Data Business Solutions, für die weltweit mehr als 1.100 Führungskräfte und IT-Spezialisten befragt wurden.

Die Ergebnisse dürften insbesondere für Banken und andere Finanzdienstleister interessant sein. Gerade dort treffen über Jahrzehnte gewachsene Kernsysteme, zahlreiche Schnittstellen und hohe Anforderungen an Datenqualität, Sicherheit und Verfügbarkeit auf den Druck, Anwendungen und Prozesse zu modernisieren. Eine der zentralen Erkenntnisse der Studie: 71 Prozent der Unternehmen müssen ihre ursprünglich gewählte Migrationsmethodik während des Projekts noch einmal anpassen. Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition sind damit offenbar deutlich seltener eine endgültige Entscheidung, als es zu Projektbeginn häufig erscheint.

Als größte Herausforderung bereits in der Planungsphase nennen 39 Prozent der Befragten die Analyse der vorhandenen IT-Landschaft. Weitere 29 Prozent verweisen auf die generelle Projektkomplexität. Nicht unbedingt die gewünschte Zielarchitektur bereitet damit die größten Schwierigkeiten, sondern die Frage, welche Abhängigkeiten, Datenbestände und Altlasten im Bestand überhaupt vorhanden sind. Für Finanzinstitute ist genau dieser Punkt besonders relevant. Core-Banking-Systeme, Zahlungsverkehr, Wertpapierabwicklung, Meldewesen oder CRM sind häufig über zahlreiche Schnittstellen miteinander verbunden. Veränderungen an einem System können deshalb Auswirkungen weit über die eigentliche Anwendung hinaus haben. Entsprechend wichtig werden Transparenz über Daten und Systeme sowie ein belastbares Transformations-Know-how. 35 Prozent der Studienteilnehmer nennen entsprechendes Know-how als wichtigen Erfolgsfaktor, 34 Prozent die Datentransparenz und 32 Prozent die personelle

Die Modernisierung gewachsener IT-Landschaften bleibt für Unternehmen ein schwieriges Geschäft. Dabei wird die KI zum Werkzeug der Transformation. Das zeigt die IT-Transformationsstudie 2026 von Natuvion und NTT Data Business Solutions.
NTT Data

Kontinuität innerhalb des Projektteams.

Bemerkenswert ist zugleich, wie stark KI bereits in Transformationsprojekte vorgedrungen ist. 76 Prozent der befragten Unternehmen setzen KI während der Transformation ein. Bei der technischen Analyse und Umsetzung sind es bereits 63 Prozent, bei Datenqualität und Migration knapp 60 Prozent und bei der strategischen Planung 56 Prozent. Damit verändert sich die Rolle der Technologie: KI ist nicht mehr nur eines der Systeme, für deren Einführung Unternehmen ihre IT modernisieren. Sie soll zunehmend dabei helfen, komplexe Landschaften zu analysieren, Datenbestände aufzubereiten und Transformationsprozesse zu steuern. 60 Prozent der Befragten nennen die Einführung moderner Technologien wie KI zugleich als einen wesentlichen Auslöser ihrer Transformation. Das entspricht in etwa dem Niveau des Vorjahres mit 57 Prozent.

Die Modernisierung gewachsener IT-Landschaften bleibt für Unternehmen ein schwieriges Geschäft. Dabei wird die KI zum Werkzeug der Transformation. Das zeigt die IT-Transformationsstudie 2026 von Natuvion und NTT Data Business Solutions.
NTT Data

Ausgerechnet die Daten bleiben jedoch eines der größten Hindernisse. 26 Prozent der Befragten nennen schlechte Datenqualität als unerwartete zentrale Herausforderung – damit steht das Problem laut Studie bereits zum fünften Mal in Folge an der Spitze. Inkonsistente Daten, unterschiedliche Standards oder unzureichende Governance-Strukturen werden bei Migrationen besonders sichtbar. Für Banken besitzt das Thema zusätzliche Brisanz: Je stärker KI in Analyse-, Entscheidungs- und Automatisierungsprozesse einzieht, desto stärker hängt deren Qualität von nachvollziehbaren und konsistenten Datenbeständen ab.
Auch die finanziellen Dimensionen der Projekte sind erheblich. 53 Prozent der Unternehmen kalkulieren für ihre Transformation mit fünf bis 50 Millionen Euro, 44 Prozent planen eine Laufzeit von ein bis zwei Jahren. Dennoch überschreiten 82 Prozent das vorgesehene Budget und knapp 80 Prozent den Zeitplan.

Unternehmen wollen beim nächsten Mal noch mehr KI

Trotz dieser Schwierigkeiten dürfte der KI-Anteil weiter steigen. Nach ihren Erfahrungen gefragt, geben 34 Prozent der Unternehmen an, beim nächsten Transformationsprojekt stärker auf KI setzen zu wollen. Jeweils 32 Prozent wollen sich stärker auf die wichtigsten Prozesse konzentrieren beziehungsweise die Kommunikation verbessern; 30 Prozent würden mehr in die Datenqualität investieren. Damit verschiebt sich auch die Perspektive auf IT-Transformationen. Sie sind längst nicht mehr nur technische Großprojekte. Gerade in Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen werden Fragen der Datenarchitektur, des Betriebsmodells und der Modernisierung bestehender Plattformen zunehmend zu strategischen Entscheidungen – und KI wird dabei gleichzeitig zum Anlass, zum Ziel und zum Werkzeug der Transformation. Die Studie kann kostenlos gegen Angabe der personlichen Daten heruntergeladen werden. tw

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