KARRIERE3. März 2017

Java, Cloud Services, Big Data und IT-Sicherheit: Bank‑IT‑Fachkräfte werden jetzt händeringend gesucht

Amra Ljaic, HaysHays

Trotz leichter Schwankungen bleibt die Nachfrage nach Finanz-Fachkräften insgesamt ungebrochen stark. Besonders die technischen Fähigkeiten und die Erwartungen an das Arbeitsumfeld spielen für die Bank der Zukunft eine immer wichtigere Rolle.

Es ist nichts Neues, dass sich Finanz-Fachkräfte derzeit ihre Jobs aussuchen können. Zwar hat die Nachfrage-Entwicklung unseres aktuellen Fachkräfte-Index für den Bereich Finance eine leichte Delle. Da hier aber die Stellenanzeigen vom vierten Quartal 2016 zugrunde liegen, lässt sich das leicht erklären. Zum Jahresende waren Banken generell sehr ver­hal­ten mit Neueinstellungen (Re­kru­tier­ungs­budgets aufgebraucht und viele starten früh in den Urlaub).

Dieser kurzfristige Nachfragerückgang sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie anhaltend hoch der Bedarf nach Fachspezialisten vor allem mit technischem Wissen ist.“

Besonders Kompetenzen im Bereich der Software-Entwicklung oder der Software-Architektur sind gerade sehr gefragt. Aber auch bezogen auf Java-Kenntnisse haben wir einen starken Kandidatenmarkt.

Insgesamt konzentriert sich die Nachfrage sehr auf Finanzexperten mit IT-Expertise in den Bereichen Cloud Services, Big Data und IT-Sicherheit.“

Zum einen beobachten wir, dass Banken häufig noch eine Sicherheitsstrategie für ihre Digitalisierungsvorhaben fehlt. Zum anderen geraten die Geldhäuser in punkto Bankenregulierung immer mehr unter Druck und halten daher verstärkt Ausschau nach entsprechender Expertise. Wer hier noch zusätzlich mit einer juristischen Vorbildung aufwarten kann, ist klar im Vorteil.

Diesen Rekrutierungstrend belegen auch unsere aktuellen Zahlen. Laut unserer Studie „IT Skills 2020“, zu der wir knapp 340 Industrie-Entscheider – darunter auch Bankmanager – befragt haben, sehen ganze 73 Prozent die technische Entwicklung als größte Triebfeder der Veränderung. Was sich wiederum in der Suche nach entsprechenden IT-Kompetenzen begründen dürfte. Ebenfalls 73 Prozent wollen bis 2020 in jedem Fall IT-Security-Experten einstellen, um auf dem Weg in Richtung Bank 4.0 entsprechende Sicherheitsrisiken kompetent adressieren zu können.

Zudem glaubt die Hälfte der Befragten, dass die Daten-Analyse in den kommenden Jahren eine immer stärkere Rolle spielen wird. Demzufolge rechnen sie auch damit, dass die Suche nach Berufen wie Data Architect (52 Prozent), Data Scientist (56 Prozent) sowie Data Visualizer (58 Prozent) stark ansteigen wird.

Mittels dieser ganzheitlichen Datenkompetenz erhoffen sich die Bankmanager stärker auf die Bedürfnisse der Kunden an der Online-Schnittstelle eingehen zu können, um daraus individuelle Online-Services entwickeln zu können.

Und damit sich diese heiß begehrten IT-Fachkräfte auch für die Kreditinstitute interessieren,  sollten sie deren Erwartungen an ihr Arbeitsumfeld kennen und bereit sein, auch einmal tiefer in die Tasche zu greifen. Denn die Kandidaten kennen ihren Marktwert und suchen sich ihren künftigen Arbeitgeber sehr sorgfältig aus.

Wichtig ist ihnen vor allem eine gewisse Bewegungsfreiheit bei den Arbeitszeiten und in Bezug auf ihr Aufgabenspektrum. Sie wollen keinen 9-to-5 Job, sondern flexibles Arbeiten in projektwirtschaftlichen Strukturen. Das gilt vor allem für IT-Fachkräfte mit starkem Entwicklungsfokus.

Und sollten sie für ihren Arbeitgeber auf Reisen gehen, erwarten die Spezialisten die Erstattung ihrer investierten Zeit sowie die Reisekosten. Ohnehin stellen sie sich ab einem bestimmten Qualifikationsniveau ein entsprechend hohes Gehalt vor.

Hier zeigt unsere Erfahrung im Austausch mit Bewerbern und Banken, wenn die Skills stimmen, sind die Banken tendenziell dazu bereit, auch einmal etwas mehr Geld zu zahlen. Verhandelt wird in solchen Fällen kaum noch. Schließlich gehören IT-Security oder auch Daten-Analyse künftig zu den erfolgskritischen Faktoren, und die möchte man in jedem Fall in Profihände geben. Allerdings reagiert das Gros der Banken bei der Entscheidung für einen Kandidaten noch deutlich zu langsam. Aus unserer Sicht sollte ein Entschluss schneller gefasst werden. Schließlich kann sich ein als zu lang empfundener Prozess schnell herumsprechen, und das schadet dem Image.

In punkto flexibler Arbeitsangebote stehen Banken noch am Anfang. Zwar bewegt sich die Branche insgesamt schon in die richtige Richtung und lockert seine Präsenzkultur langsam auf.“

Dennoch darf man hier allein aus der Historie heraus auch nicht gleich zu große Meilensteine erwarten. Denn ein Kreditinstitut fußt auf einer eher konservativen Unternehmenskultur. Erste Banken haben aber die Notwendigkeit, sich von ihrer starren Linienorganisation zugunsten einer flexiblen Struktur zu verabschieden, verstanden und arbeiten daran, ihre Abteilungsdenke aufzubrechen. Damit das gelingen kann, erhoffen sie sich vor allem von den IT-Neuzugängen starke Impulse. Sie sollen dabei helfen, Silostrukturen aufzulösen und Teams dazu zu befähigen, über den eigenen Tellerrand hinaus zu agieren. Das bedeutet konkret: die gesuchten Fachkräfte werden vor allem darin gefordert sein, zwischen Technikexperten und klassischen Bankberatern vermitteln zu können. Wer hier die richtige Hands-On Mentalität mitbringt, ist klar im Vorteil.

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https://www.it-finanzmagazin.de/?p=46063
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