FINTECH8. November 2018

Jobangebote: FinTech-Jobs wachsen um 51% – aber rund 30% bleiben unbesetzt

Anzahl der Jobangebote in den Tech-Bereichen
Joblift

Die digitale Transformation mischt etablierte Branchen auf und beeinflusst radikal deren Geschäftsabläufe. Der Stellenmarkt profitierte von dieser Entwicklung: Im Vergleich zum Vorjahr kam es durchschnittlich zu einem Jobwachstum von 54 % in den Unternehmen, die diesen digitalen Wandel vorantreiben, etwa im Immobilien- oder Gesundheitswesen. In einigen Bereichen betrug das Wachstum sogar über 120 %. Doch welche dieser Bereiche sind besonders vielversprechend und welche strukturellen Besonderheiten weist der Arbeitsmarkt auf? Diesen Fragen ging die Jobplattform Joblift in ihrer neuesten Analyse aller 15 Millionen Online-Jobangebote der letzten beiden Jahre nach.  

Insgesamt schrieben die unterschiedlichen Tech-Bereiche über 53.000 Jobangebote in den letzten 24 Monaten aus. Anhand der Anzahl der veröffentlichen Inserate wurden die Top Fünf Technologiesektoren bestimmt: FinTech (13.000 Jobangebote), HealthTech (5.700), PropTech (5.600), TravelTech (5.100) und LegalTech (1.800). Somit entstanden in den Top Fünf Tech-Sektoren rund 31.200 Stellen, während insgesamt 15 Millionen Jobs branchenübergreifend in Deutschland inseriert wurden.

Tech-Jobangebote im Gesamtmarkt marginal – aber mit enormen Wachstum

Joblift

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Der Anteil der Top Fünf zusammen entspricht zwar gerade einmal einen Anteil von unter 1 % am gesamten Stellenmarkt. Anderseits kam es zu einem durchschnittlichen Stellenwachstum von 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Das höchste Wachstum konnte LegalTech mit 150 % verzeichnen.

FinTech hingegen bildete den Sektor mit den meisten Jobangeboten, dieser wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 51 %. Der gesamtdeutsche Stellenmarkt wuchs im selben Zeitraum um 15 %.

Fachkräftemangel im Tech-Bereich: Stellen bleiben 30 % länger unbesetzt

Die Stellenausschreibungen der einzelnen Bereiche blieben ungewöhnliche lange unbesetzt.“

Während Inserate im branchenübergreifenden deutschen Durchschnitt rund 36 Tage geschaltet waren, fiel die Vakanzzeit in den unterschiedlichen Tech-Bereichen mit zehn Tagen mehr um fast ein Drittel länger aus. Das deutet darauf hin, dass die Bereiche erhebliche Probleme haben, die passenden Fachkräfte zu rekrutieren. Ein Fünftel der Stellenausschreibungen richtete sich an stark nachgefragte IT-Fachkräfte, was unter anderem die lange Anzeigendauer erklären könnte.

Hoher Akademisierungsgrad: Über 78 % der Stellen fordern einen Hochschulabschluss

Einen weiteren Grund für die lange Vakanzzeit könnte außerdem der hohe Akademisierungsgrad der ausgeschriebenen Stellen darstellen. Im Durchschnitt der untersuchten Tech-Branchen forderten 78 % der inserierten Stellen einen Bachelor- oder Masterabschluss, nur in 18 % der Fälle reichte ein Bachelorabschluss aus. Im Bereich LegalTech wurde der hohe Akademisierungsgrad besonders deutlich:

68 % der Stellenangebote erforderten mindestens einen Master, was unter anderem an den benötigten Jobprofilen im Bereich IT und Juristik liegt.“

Tech-Zentrum Berlin: Start-up Hochburg und Tech-Standort Nummer Eins

Im regionalen Vergleich stellt sich Berlin mit einem Drittel der Stellen als wichtigster Standort der Top Fünf Branchen heraus. München hingegen ist in drei Bereichen an zweiter Stelle platziert, mit rund einem Zehntel der Vakanzen. Lediglich FinTech- und PropTech- Unternehmen weichen von diesen beiden Standorten ab. Die Bankenmetropole Frankfurt am Main setzt sich als zweitwichtigster Standort für FinTech durch.

 
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