STRATEGIE27. Oktober 2021

Klarna und Stripe umwerben den Online-Handel ab sofort gemeinsam

Zwei Schwergewichte im Markt für Online-Bezahlverfahren gehen eine strategische Partnerschaft ein. Stripe-Kunden können dadurch ihre Zahlungsoptionen um die Angebote von Klarna einfacher erweitern. Klarna-Kunden wiederum können flexible Kreditkarten-Zahlungen über Stripe nutzen.

Gerade der Online-Handel kann von der gegenseitigen Ergänzung der Zahlungsoptionen von Stripe und Klarna profitieren. <Q>Stripe, Klarna
Gerade der Online-Handel kann von der gegenseitigen Ergänzung der Zahlungsoptionen von Stripe und Klarna profitieren. Stripe, Klarna

 

Die Payment-Plattform Stripe und der Online-Bezahldienstleister Klarna (Website) haben sich verbündet, um ihren jeweiligen Kunden im Einzelhandel von 19 europäischen Ländern und den USA auch die Bezahlfunktionen des Partners zur Verfügung zu stellen. Damit arbeiten nun die beiden derzeit am höchsten bewerteten FinTechs – Stripe mit 95 Mrd. US-Dollar Unternehmenswert, Klarna mit mehr als 45 Mrd. Dollar – in den zentralen Märkten zusammen.

Mehr Optionen für BNPL

Mit der Kooperation (Details für Händler) adressieren die Kooperationspartner auch das zunehmend wichtiger werdende BNPL-Segment („Buy now, pay later“). Klarna bietet bereits Ratenkauf mit entsprechenden Vereinbarungen an, die künftig auch Online-Händler aus dem Kundenstamm von Stripe nutzen können. Umgekehrt ermöglicht Stripe Ratenzahlungen per Kreditkarte, die im Rahmen der Kooperation nun auch von Klarna-Kunden angeboten werden können.

Flexible Bezahlmethoden wie BNPL sind für Händler ein deutlicher Umsatzbringer. Sie verzeichnen laut Klarna nach der Einführung eine deutlich höhere Conversion Rate (+30 Prozent) und höhere Bestellumsätze von im Durchschnitt mehr als 40 Prozent. Außerdem erreichten sie neue Kundensegmente: Einige Händler berichten davon, dass 40 Prozent der Klarna-Käufer Neukunden waren.

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Klarna

In den vergangenen Jahren haben Klarna und Stripe das E-Commerce-Erlebnis für Millionen von Nutzerinnen und Nutzern und globalen Einzelhändlern neu definiert. Zusammen mit Stripe werden wir ein echter Wachstumspartner für Einzelhändler jeder Größe sein, der es ihnen ermöglicht, ihren unternehmerischen Erfolg durch unsere gemeinsamen Services auszubauen.“

Koen Köppen, Chief Technology Officer bei Klarna

Mit den gebotenen Zahlungsoptionen bieten die Partner den Käuferinnen und Käufern mehr Komfort, Flexibilität und Kontrolle, betont Köppen. Damit schaffe man eine Win-Win-Situation für Händler sowie Verbraucherinnen und Verbraucher gleichermaßen.

Erste Bewährungsprobe verlief positiv

Im Vorfeld der nun veröffentlichten Vereinbarung hatten die beiden Zahlungsspezialisten bereits Feldtests durchgeführt, um zu erkunden, ob die Zusammenarbeit tatsächlich einen Mehrwert schafft. Nach Angaben von Stripe haben sich die Leistungsraten von Klarna-Kunden beim Einsatz von Stripe-Produkten deutlich verbessert. Aus diesem Grund habe Klarna mehr Zahlungsvolumen zu Stripe verlagert als ursprünglich geplant.

<Q>Streipe
Streipe

Wir freuen uns sehr, dass wir dank der Partnerschaft mit Klarna Millionen von Unternehmen, die Stripe weltweit nutzen, mehr Flexibilität im Bezahlvorgang bieten können. Die Zahlungsoptionen von Klarna sind ein leistungsfähiges Werkzeug für Online-Unternehmen, um mehr Kunden zu gewinnen, die Conversion Rate zu steigern, die Größe der Warenkörbe zu erhöhen und damit den Umsatz zu steigern.“

Will Gaybrick, Chief Product Officer bei Stripe

Die Schweden arbeiten mit Stripe nun bei etwa 90 Prozent ihrer Zahlungen in den USA und Kanada zusammen und nutzen Stripe hier als bevorzugten Acquirer. Zugleich kündigten die beiden Unternehmen an, ihre Partnerschaft zu vertiefen und in Zukunft auf weitere Länder und Produkte auszuweiten.

Keine Aussagen gab es dagegen zu der Frage, wie sich die Kooperation auf die jeweiligen Expansionsstrategien auswirkt. Die letzten Finanzierungsrunden der beiden FinTechs waren jeweils mit der Ausdehnung auf neue Märkte begründet worden. So kündigte im Juni Klarna ein verstärktes Engagement in den USA an, inklusive der Aussicht auf einen Börsengang im Heimatland von Stripe. Der neue Kooperationspartner wiederum wollte mit dem im März eingesammelten Investorengeld in Höhe von 600 Mio. Euro unter anderem den Standort Dublin stärken und die Aktivitäten in 31 europäischen Staaten ausbauen. hj

 
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