ALLGEMEIN25. September 2020

Klimastreik: GLS Bank ruft zur Fahrraddemo – Bürger, Banken & Versicherer wollen mehr Nachhaltigkeit

Für die Mehrheit der Deutschen hat der Klimawandel eine große Bedeutung. Sie erwarten mehr Engagement von der Bundesregierung und unterstützen den Klimastreik von Fridays for Future am 25. September. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von Naturstrom und der GLS Bank.

Klimastreik 25.9.2020
GLS Bank-Website
Für 59 Prozent der Befragten hat die globale Klimakrise große oder sogar sehr große Relevanz. Für 54 Prozent gehen die Maßnahmen der Bundesregierung nicht weit genug, um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass 41 Prozent der Befragten den nächsten Klimastreik von Fridays for Future unterstützen.

Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Menschen auch ihren eigenen Konsum klimafreundlich angepasst haben. 39 Prozent essen weniger oder gar kein Fleisch, 27 Prozent fahren weniger Auto oder lassen es ganz stehen und 25 Prozent beziehen Ökostrom. Großes Potenzial besteht bei nachhaltigen Geldanlagen, die gerade 5 Prozent der Befragten nutzen. Deutlich wird aber auch: Die Wenigsten wollen weitere Maßnahmen ergreifen, um CO2-Emissionen zu vermeiden.

Steigt für den Klimastreik aufs Fahrrad: Thomas Jorberg, GLS Bank
GLS Bank

Die Bundesregierung ergreift nicht die Maßnahmen, die die Menschen eindeutig für den Klimaschutz erwarten. Davon hängt die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ab. CO2 muss endlich einen angemessenen Preis bekommen, nur so erreichen wir rechtzeitig CO2-Neutralität. Uns muss klar sein, dass sie bis 2050 zum Fundament werden muss.“

Thomas Jorberg, Vorstandssprecher GLS Bank

Dr. Tim Meyer, Vorstand bei Naturstrom, betont: „Die akuten Risiken der Klimakrise sind den Menschen bewusst, der Bundesregierung aber offenbar nicht. Auch die Chancen der notwendigen Modernisierung unserer Wirtschaft unterschätzt sie systematisch. So fällt die aktuelle EEG-Reform eher durch Gängelung als durch Dynamik auf. Die große Koalition muss mutige Ausbaupfade für die Erneuerbaren definieren und kreativen Lösungen mehr Raum lassen.“

Die Klimaaktivisten von Fridays for Future haben für Freitag, den 25. September, zum weltweiten Klimastreik aufgerufen. Auch viele Unternehmen engagieren sich, etwa die über 4.700 Entrepreneurs for Future.

Die GLS Bank (Klimastreik-Website) hat in Bochum eine eigene Fahrraddemo angemeldet. Die telefonische Beratung wird am Nachmittag eingestellt, auch online wird kein Neugeschäft möglich sein.

Alternative Antriebe: Zurich Flotte soll „grün“ werden

Zurich: Wasserstoff-AutoZurich

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsoffensive der Zurich Gruppe Deutschland soll auch die eigene Auto-Flotte grüner werden. Als Vorreiter im E-MobilSchutz setzt Zurich dabei unter anderem auf Elektromobilität. Ziel ist es, die Flotte des Schaden-Außendienstes bis 2025 zur Hälfte zu elektrifizieren und somit die Emissionen um 50 Prozent zu senken. Bereits 2019 startete die Umsetzung der „grünen Flotte“ im Schaden-Außendienst, bei der sukzessive Fahrzeuge mit Benzin-betriebenen Motoren durch Plug-in Hybrid-Autos ersetzt werden. „Damit ist es uns gelungen, schon jetzt unsere Emissionen um zehn Prozent zu senken. Ziel ist es, bis 2025 die Flotte zur Hälfte zu elektrifizieren und somit die Emissionen um 50 Prozent zu senken,“ erklärt Markus Troche, Head of Claims bei der Zurich Gruppe Deutschland. Bis Ende 2020 werden dann bereits 25 Prozent der Fahrzeuge als Plug-in Hybrid unterwegs sein. Auch die Innendienst-Flotte soll perspektivisch stärker mit Plug-in Hybriden bestückt werden. „Sofern der Strom CO²-neutral produziert wird und die Fahrzeuge auch tatsächlich überwiegend im E-Modus bewegt werden, können wir damit den Kohlendioxid-Ausstoß der Flotte verringern. Gleichzeitig sammeln wir Erfahrungen mit dem Betrieb von Hybrid-Autos in der Praxis und können daraus Ergebnisse für unsere eigene Risiko- und Schadenkalkulation ableiten,“ so Troche. Dank sogenannter Wallboxen können die Fahrzeuge dann auch unkompliziert zuhause geladen werden.

FRIDAY wird klimaneutral: Berliner Versicherer kompensiert 2.300t CO2 seit Gründung

FRIDAY geht dabei nicht nur klimaneutral in die Zukunft voran, sondern leistet auch den Ausgleich aller angefallenen CO2-Emissionen seit der Unternehmensgründung. „Für uns als FRIDAY ist es ebenso wichtig, unseren gesamten CO2-Fußabdruck seit Gründung zu kompensieren, wie künftig die CO2-Reduktion bei FRIDAY voranzutreiben. Deswegen gehen wir als Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit voraus“, sagt FRIDAY-CEO Christoph Samwer, der ebenfalls Mitglied der “Leaders for Climate Action” ist.

Commerzbank

Commerzbank macht Klimarisiken im Portfolio transparent und vergleichbar

Die Commerzbank gehört seit Anfang September 2020 zu den offiziellen Unterstützern der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). „Wir machen die Risiken und Chancen des Klimawandels für unser Kreditportfolio transparent. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Bank“, sagte Rüdiger Rass, Bereichsvorstand Kreditrisiko. Die Empfehlungen der TCFD sind die Basis für eine konsistente und vergleichbare Berichterstattung über die Auswirkungen des Klimawandels. Den ersten TCFD-Bericht plant die Commerzbank 2022 für das Geschäftsjahr 2021 zu veröffentlichen.

Die Empfehlungen der TCFD bilden ein Rahmenwerk für das Risikomanagement der Auswirkungen des Klimawandels und die entsprechende Berichterstattung von Unternehmen. Der Standard wurde vom Finanzstabilitätsrat der G20-Staaten und -Zentralbanken federführend erarbeitet. Weltweit haben sich bereits rund 1.030 Unternehmen zu den Empfehlungen der TCFD bekannt.

Ebenfalls im September 2020 ist die Commerzbank der Science-based-Targets-Initiative (SBTi) beigetreten. Diese setzt sich für die Reduktion von Treibhausgasen auf Basis von wissenschaftlich berechneten Zielvorgaben ein. Hierdurch können Unternehmen ihre Klimapolitik fundiert an den Zielen des Pariser Klimaabkommens ausrichten und dem Klimawandel effektiv entgegenwirken.aj

 
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