STRATEGIE4. Januar 2018

Kontrolle sei unvermeidlich: Sechs Thesen, die für die Regulierung von Krypto­währungen wichtig werden

Christian Daudert, CEO StarambaStaramba

Staramba (das eine eigene Krypto-Währung ausgeben will) plädiert für eine baldige Regulierung von Krypto-Währungen. Die staatliche Kontrolle von ICOs und von Krypto-Börsen sei nach Ansicht von Staramba-CEO Christian Daudert unvermeidlich. Nach seiner Auffassung werden Bitcoin und Co. die Schaffung einer internationalen Finanzkontrolle sogar erzwingen.

Kryptowährungen stehen in der öffentlichen Aufmerksamkeit derzeit ganz weit vorne, vor allem aufgrund der spektakulären Kursentwicklung des Bitcoin. Spätestens nachdem in China ein Handelsverbot für Krypto-Börsen verkündet wurde, wird auch hierzulande verstärkt über eine Regulierung von Kryptowährungen nachgedacht.

Aber können Kryptowährungen überhaupt reguliert werden? Wie soll das funktionieren? Auf was muss man sich hier einstellen?“

Folgende Aspekte seien hier wichtig:

1.  Von der Idee her sind Kryptowährungen ein Bereich des Finanzwesens, der sich einer Regulierung zu entziehen sucht. Wie Bitcoin verstehen sich viele als Alternative zum herkömmlichen Finanzsystem und wollen sich nicht unnötig deren Kontrolle unterwerfen. Andererseits wollen Behörden wie die Zentralbanken oder BaFin und FINMA verhindern, dass sich diese „Währungen“ verselbständigen und dass möglicherweise Parallelwirtschaften entstehen.

2.  Eine schon für die nähere Zukunft zu erwartende Regulierungsmaßnahme ist die Kontrolle von ICOs (Initial Coin Offering), also die Ausgabe neuer Kryptowährungen. Dabei wird der öffentliche Austausch einer Kryptowährung gegen eine andere oder auch gegen Fiatgeld ermöglicht. Es werden oft Platzhalter-Währungen für künftige Einsatzzwecke der Kryptowährung oder gar Anteile eines noch fiktiven Unternehmens veräußert. Bei diesen hochspekulativen Anlagenformen war in letzter Zeit viel Wildwuchs zu sehen, weil etliche Währungen letztlich aus nicht mehr als Powerpoint-Folien bestanden. Es versteht sich eigentlich von selbst: Wie bei anderen Anlageformen müssen auch hier die Emittenten gewisse Mindestanforderungen einhalten, beispielsweise hinsichtlich Bonität, Dokumentation und Buchprüfung.

3.  Kryptowährungen entstanden aus Communities, die sich aufgrund ihrer internationalen und von Unternehmen unabhängigen Aufstellung technisch nur sehr schwer regulieren lassen. Die einzigen Stellen, an denen Regulierungsmaßnahmen sinnvoll ansetzen können, sind die Börsen für Kryptowährungen. Sie bilden die Verbindung zwischen Krypto- und „realer“ Welt, und ohne die Möglichkeit einer Rückgabe können die Kryptowährungen nicht bestehen. Hier haben Behörden die einzige Möglichkeit, regulierend in die Transaktionen einzugreifen, beispielsweise indem sie gegen Geldwäsche vorgehen.

4.  Die Börsen wiederum sollten solche Eingriffe im eigenen Interesse akzeptieren, wenn sie nicht ihre Funktion als Schnittstelle zum herkömmlichen Finanzsektor aufgeben wollen. Derzeit existieren mehr als 1.300 Kryptowährungen, die auf über 7.000 Märkten gehandelt werden, was die Regulierung immens erschwert.

5.  Kryptowährungen funktionieren vom Ansatz her international. Regulierungsinstanzen können daher nicht isoliert agieren, weil die Währungen sonst einfach in nicht regulierte Zonen ausweichen.

6.  Auch große Institutionen wie BaFin, FINMA oder SEC müssen daher zusammenarbeiten. Mittelfristig wird es zu so einer internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kryptowährungen kommen, weil diese Einrichtungen weitgehend dasselbe Interesse verfolgen.

Auch Staramba wolle eine Kryptowährung namens „Royalty“ für die Lizenzindustrie anbieten. Mit ihr seien die auf der eigenen Plattform generierten Umsätze für Produkte und Dienstleistungen verbunden.aj

 
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