ANWENDUNG28. August 2017

MDES Express Mastercard startet IoT fürs Payment! IoT‑Payment-Framework für Banken & OEMs

MasterCard/fitbit

Selfie Pay mit Face Recognition und Kreditkarten mit Finger­ab­druck­sensor, Mastercard entwickelt sich von einem Zahlungsdienstleister zu einer Tech Company. Die neuste Innovation heißt MDES Express und hat Potenzial auf einen durchschlagenden Erfolg.

von Rudolf Linsenbarth

MDES der Mastercard Digital Enablement Service ist mit Apple Pay zum ersten Mal einem größeren Publikum ins Bewusstsein gerückt. Durch Einführung dieses Tokenisation-Dienstes konnte erstmalig die Komplexität im Mobile-Payment-Ökosystem signifikant reduziert werden. Statt der Original Kreditkartendaten werden nur einfach widerrufbare Token in den Smartphones oder Uhren von Apple und Samsung gespeichert. Die Token werden direkt vom Mastercard Tokenisation Server verteilt. Jeder Anbieter eines Token Requestor muss also nur noch eine Verbindung mit dem Rechenzentrum von Mastercard aufbauen, statt mit jeder einzelnen Bank.

Autor Rudolf Linsenbarth
Rudolf LinsenbarthRudolf Linsenbarth ist Seni­or Consultant für den Be­reich Mobile Payment und NFC bei COCUS Con­sul­ting. Zuvor war er elf Jah­re im Bank­bereich als Seni­or Technical Specia­list bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Banken­gruppe). Linsenbarth ist ei­ner der pro­fi­lier­tes­ten Blog­ger der Fi­nanz­szene und kommentiert bei Twit­ter un­ter @holimuk die aktuellen Entwicklungen. Alle Beiträge schreibt er im eigenen Namen.
Trotzdem muss jede Bank noch mit jedem Anbieter eines solchen Payment Devices bilaterale Verhandlungen führen, damit die virtuelle Karte dort auch wirklich geladen werden kann. So gibt es in einigen Ländern Banken, die zwar grundsätzlich über eine MDES-Anbindung verfügen und ihren Kunden auch eine HCE Lösung anbieten. Der Aufwand zusätzlich mit dem Anbieter einer Payment-Uhr einen Vertrag abzuschließen, ist ihnen dann doch zu hoch.

In einer solchen Konstellation ist es schwer vorstellbar, dass mehr als zwei oder drei Anbieter eines Payment Wearables am Markt bestehen können. Nur Schwergewichte wie Apple und Samsung dringen da noch in das Bewusstsein der Banker. Beim renommierten Uhrenanbieter Tag Heuer gibt es daher die Überlegung, eine Lösung über Android Pay gemeinsam mit Google an den Start zu bringen.

Solche Umwege sind jetzt nicht mehr notwendig.“

Ähnlich wie bei der Kartenakzeptanz, wo nur die Händlerbank und der Kartenemittent jeweils einen Vertrag mit Mastercard abschließen und damit eine weltweite Akzeptanz ermöglicht wird, stellt Mastercard sein Franchise Framework jetzt auch Banken und OEMs, die einen Token Requestor anbieten, zur Verfügung. MDES Express regelt also die Beziehungen zwischen diesen Partnern, die selber keine bilateralen Verträge benötigen. Das bedeutet Handlungssicherheit für alle Parteien in einem sensiblen Bereich wie dem Zahlungsverkehr.

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Mastercard

Konsumenten erwarten heute Technologien, die sie mit so wenigen Schritten oder Klicks wie möglich bei alltäglichen Aufgaben unterstützen. Indem wir Fitbit-Geräte mit einer Zahlfunktion ausstatten, können Mastercard Karteninhaber unterwegs einfach und ohne ihr Portemonnaie einkaufen.“

Kiki Del Valle, Senior Vice President Bereich Commerce for Every Device, Mastercard

Framework via API ansteuern

Ein OEM Requestor, der sich für das MDES Express zertifizieren will, durchläuft das sogenannte Digital Activity Programm (DAC) und wird dabei nach internationalen Standards getestet. Im Anschluss werden die Produkte für bestimmte Länder oder Regionen aktiviert. Der Endkunde kann dann die Karten einer jeden teilnehmenden Bank seines Landes auf das Wearable laden. Mastercard stellt dazu eine API zur Verfügung, die der OEM in seine jeweilige App einbindet.

Dieser Ansatz könnte endlich Bewegung in den Markt der Payment Wearables bringen. Neben Uhren können das z.B. Armbänder oder Schlüsselanhänger sein. Als erster Partner erweitert die Firma Fitbit ihre Geräte der Ionic-Baureihe um die Bezahlfunktion. Weitere Kooperationen sollen in Kürze angekündigt werden.“

MDES Express bietet enorme Chancen

Atlas WristbandAtlas

Eine HCE App bringt nicht automatisch eine große Reichweite, wie das Beispiel der Mobile Payment App von der Deutschen Bank zeigt. Hier wurden nur ca. 300 000 potenzielle Nutzer identifiziert. Mit 100.000 hätte man dieses Potenzial zu einem Drittel ausgeschöpft, was ein sehr guter Wert wäre. Besitzer eines iPhone sind sowieso außen vor. Mit der Hinzunahme von Fitnessarmbändern und Autoschlüsseln steigt die Reichweite sofort in den siebenstelligen Bereich. Außerdem gibt es endlich eine konkurrenzfähige Alternative zu den Angeboten von Apple, Google und Samsung. Die Banken müssen auch nicht mehr auf den Markteintritt dieser Unternehmen in ihrem Land warten. Für die Hersteller der entsprechenden Hardware ist es in Zukunft sehr viel einfacher, attraktive Payment-Funktionen anzubieten.

Bisher beschränken sich die Angebote meist auf Prepaid-Produkte oder Kooperationen mit jeweils einer einzigen Bank. Diesen Produkten fehlt meist die Reichweite.

Was Mastercard hier tut, sollte man nicht unterschätzen: Das Unternehmen öffnet damit den Wettbewerb für das Payment im Wearable Markt!Rudolf Linsenbarth

 
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