FINTECH28. Februar 2019

Smartphone-Bank MoneYou patzt: SEPA‑Lastschrift-Einlösungen sind unmöglich (UPDATE)

MoneYou

Technische Probleme können bei kleinen FinTechs durchaus vor­kom­men. Das aber der N26-Banking-Herausforderer einer renommierten Bank (ABN AMRO) so patzt, ist zumindest ungewöhnlich. Im September verkündete MoneYou den Start seines Smartphone-Kontos (hier mehr) – nun stellt sich heraus: Das Konto kann vieles, aber die Grundfunktion einer SEPA-Lastschrift-Abbuchung, das kann die Smartphone-Bank nicht. Und das, obwohl es im Leistungsverzeichnis seit August fester Bestandteil des Angebots ist. (Update zum 13. März am Ende des Beitrags)

Thomas O. [Name geändert] ist verwundert, als er eine Mahnung zu seiner AMEX-Abrechnung (immerhin über 1.000 €) erhält. Sein Konto sei nicht gedeckt, nun soll er 10 € Rücklastschriftgebühr bezahlen. Der Knackpunkt: Sein Konto ist gut gedeckt, aber seine Smartphone-Bank MoneYou (Website) hat seine Lastschrift nicht eingelöst.

Eine einmalige Panne bei MoneYou? Leider nicht.

MoneYou Support-Chat
MoneYou Support-ChatWhatsApp

Das Abbuchungen nicht möglich sind, erfährt der Kunde über den Support-Chat. Denn: Die Bank kann noch gar keine Abbuchungen verarbeiten. Grundsätzlich nicht. MoneYou ist das Problem bekannt. Auch das man Lastschriften im „Geschäftsbedingungen und Preis- und Leistungsverzeichnis“ anbietet (sowohl in der alten Version vom 29. August 2018, als auch der neuen Version vom Februar 2019) – aber es nicht leisten kann.

Auf Nachfrage von IT Finanzmagazin begründet MoneYou das Problem:

Sie haben natürlich Recht, dass das Bezahlen per Lastschrift zu den Grundfunktionen gehört, die ein Konto beinhalten sollte. Leider ist es bei uns zu technischen Verzögerungen gekommen. Daher konnten wir Lastschriften nicht wie geplant zum Dezember 2018 einführen.

Aktuell sind wir in den End-Zügen der Implementierung und werden Bezahlen per Lastschrift sehr bald ermöglichen. Deshalb haben wir es in die Neufassung der AGBs aufgenommen, um zu vermeiden innerhalb von wenigen Wochen unsere AGBs erneut ändern zu müssen.

Sobald wir diese Lücke in unserem Angebot geschlossen haben, werden wir sie benachrichtigen.“

Folglich werden Abbuchungen für Kunden weiter nicht möglich sein. Eine Grundfunktion für ein Smartphone-Banking, bei dem Kunden in den AGB falsch informiert werden und dessen Implementierung einer Grundfunktion nach schicken FinTech-Features wie „Wallets“ (virtuellen Unterkonten) erfolgt. Gerade FinTech- und Smartphone-Banken müssen um das Vertrauen der Kunden werben, damit ihr Geschäftsmodell funktionieren kann. Das ist bei MoneYou (ABM AMRO) nicht gelungen.

Zumindest ist sich die Bank des Problems bewusst und hat (wenn auch erst bei der zweiten Nachfrage des Kunden) angeboten, die „Unkosten“ zu übernehmen.aj

UPDATE 13. März: Wie uns Moneyou mitteilt, sollen Lastschriften nun möglich sein. Um das zu Untermauern erhielten wir folgende Stellungnahme des Unternehmens:

Seit dem 6. März 2019 können über Moneyou GO auch SEPA-Basis-Lastschriften eingezogen werden, nachdem der Kunde dem Zahlungsempfänger ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt hat. Der Kunde kann innerhalb von acht Wochen ab der Belastung auf seinem Konto die Erstattung des Lastschriftbetrags verlangen. Wir bedauern, dass es in der Vergangenheit zu ungeplanten Verzögerungen kam. Moneyou arbeitet in agiler Weise an seiner Banking-App Moneyou Go. Es wird in regelmäßigen Abständen weitere Updates geben.“

 
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