STUDIEN & UMFRAGEN30. August 2019

Postbank Digitalstudie 2019: Deutsche haben hohes Vertrauen in Banken

Postbank Digitalstudie 2019
obs/Postbank

Die Deutschen halten den Schutz ihrer Daten im Netz für wichtig, verlieren aber häufig den Überblick. 80 Prozent der Bundesbürger geben für eine App oder Online-Anwendung nur solche Daten frei, die für die Nutzung zwingend erforderlich sind. Weitere 11 Prozent nutzen solche gar nicht, wenn sie eine Freigabe der persönlichen Daten erfordern. Für den Schutz persönlicher Daten vertrauen 78 Prozent der Befragten den Banken. Das sind Ergebnisse der Postbank-Digitalstudie 2019.

Freigiebig mit ihren privaten Informationen sind die Digital Natives zwischen 18 und 39 Jahren: Jeder Fünfte dieser Altersgruppe gibt alle Daten frei, die angefragt werden. Bei den Älteren über 40 Jahre macht dies hingegen nur jeder Zwanzigste.

Bei der Vielfalt der verwendeten Programme verlieren viele Nutzer von Online-Anwendungen den Überblick: Ein Drittel weiß nicht, bei welchem Anbieter er welche Daten preisgegeben hat. Bei den jüngeren Deutschen hat sogar knapp jeder Zweite keine Übersicht mehr.

Banken genießen hohes Vertrauen

Wenn es um den Schutz persönlicher Daten geht, haben die Deutschen das größte Vertrauen in Ärzte und Kliniken: Acht von zehn Bundesbürger verlassen sich darauf, dass diese dort sicher sind und nicht missbraucht werden (83 Prozent). Die eigene Krankenkasse erhält einen Vertrauensbonus von 80 Prozent. Laut Digitalstudie genießt auch die eigene Bank bei 78 Prozent großes Vertrauen. Staat und Behörden gelten nur für 66 Prozent als vertrauenswürdig. Am Ende der Rangliste landen unabhängige Finanzberater, Suchmaschinen und soziale Netzwerke.

Thomas Brosch, Chief Digital Officer der Postbank
LinkedIn

Die Digitalisierung wirkt tief in die Gesellschaft hinein und verschiebt die Maßstäbe. Die Unterschiede zwischen den Menschen, die mit der digitalen Revolution aufgewachsen sind oder in sie hineingeboren wurden, und jenen über 40 Jahre, die sich erst mit den neuen Technologien vertraut machen mussten, sind deutlich. Gerade bei der Frage, auf wen man sich im Netz verlassen kann.“

Thomas Brosch, Chief Digital Officer der Postbank

Zum Beispiel 70 Prozent der Jüngeren vertrauen ihrer Versicherung bei der Handhabung ihrer Daten. Bei den Älteren sind es sieben Prozentpunkte weniger. Größer sind die Unterschiede bei Online-Shops (Digital Natives: 54 Prozent, Digital Immigrants: 46 Prozent), unabhängigen Finanzberatern (55 zu 37 Prozent) und sozialen Netzwerken (24 zu 14 Prozent).

Datenschutz ist den Deutschen nicht egal

Die große Mehrheit liest Datenschutzbestimmungen zumindest grob, bevor sie ihnen zustimmt. Rund jeder Dritte überfliegt sie zumindest flüchtig (36 Prozent). Jeder vierte Befragte sucht nach Aspekten, die ihm wichtig sind, bevor er zustimmt (27 Prozent). Jeder Fünfte liest die Bestimmungen ganz genau (21 Prozent) und lediglich jeder Sechste interessiert sich dafür gar nicht und stimmt sofort zu (16 Prozent).

Die Digital Natives unter 40 Jahre gehen im Vergleich mit den Digital Immigrants über 40 Jahre mit der Prüfung recht nachlässig um. 23 Prozent der Jüngeren lesen die Datenschutzbestimmungen nicht durch, bei den Älteren sind es 12 Prozent.

Jeder vierte Bundesbürger (26 Prozent) hat seit Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 schon einmal sein Auskunftsrecht wahrgenommen und sich von einem Anbieter genau dokumentieren lassen, welche Daten zu welchem Zweck verwendet werden.

Über die Postbank Digitalstudie 2019

Für die Postbank Digitalstudie 2019 wurden im Februar und März dieses Jahres 3.126 Deutsche befragt. Die Postbank untersucht mit der Studie im fünften Jahr in Folge, welche Entwicklungen sich in den verschiedenen Lebensbereichen der Deutschen in Bezug auf Digitalisierung allgemein und insbesondere zu Finanzthemen abzeichnen. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ nach Bundesland, Alter und Geschlecht.

Einen Download der Studie stellt die Postbank derzeit leider noch nicht zur Verfügung.pp

Postbank Digitalstudie 2019
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