ANWENDUNG22. Mai 2026

PPI entwickelt eine Betriebsplattform für den digitalen Euro – as a Service oder on Premises

PPI entwickelt Betriebsplattform für den digitalen Euro
ChatGPT

Damit Banken künftig Zahlungen in digitalem Euro für ihre Kunden abwickeln können, entwickelt die Hamburger PPI eine eigene Plattform. Die hier verwendete Software soll von den Instituten entweder eigenständig betrieben oder als „as a Service“-Modell genutzt werden. Zudem will PPI bestehende Produkte für den kontobasierten Zahlungsverkehr, die unter anderem von der DZ BANK eingesetzt werden, um Funktionen für den digitalen Euro erweitern.

Der digitale Euro könnte in den nächsten Jahren als Zentralbankgeld ausgegeben werden, ähnlich wie Bargeld. Anders als Giralgeld, welches auf Girokonten bei den jeweiligen Geschäftsbanken geführt wird, bekommt der digitale Euro eigens dafür eingerichtete und geführte Konten bei der Zentralbank. Die Geschäftsbanken müssen deshalb sicherstellen, dass digital veranlasste Zahlungen auf den zentral verwalteten Konten tatsächlich ausgeführt werden, sie bleiben aber weiterhin für eine mögliche E-Euro-Lösung vermittelnd relevant. Neben den eigenen Kundenkonten müssen sie somit auch Transaktionen auf den Konten für den digitalen Euro steuern.

Dr. Thorsten Völkel ist Vorsitzender des Vorstands bei PPI
PPI

Beim digitalen Euro übernehmen Banken eine wichtige Vermittlerrolle. Die Institute identifizieren Kunden, beugen Geldwäsche und Betrug vor und melden dem Eurosystem zulässige Transaktionen. Sie müssen also die Vorarbeit leisten für ein System, das außerhalb ihrer eigenen IT-Hoheit liegt.“

Thorsten Völkel, Vorstandvorsitzender der PPI

Wallets als zusätzlicher Kundenkanal

Darüber hinaus stellen Banken ihren Kunden sogenannte Wallets zur Verfügung. Gemeint sind digitale Geldbörsen, mit denen sich im Geschäft oder online bezahlen lässt. Diese Wallets sollen künftig in Online-Banking-Angebote und Apps integriert werden. Nutzer können dadurch jederzeit ihren Kontostand abrufen, Zahlungen durchführen, Geld versenden oder Guthaben aufladen. Wie bei einer Geldkarte soll auch mit dem digitalen Euro das Bezahlen und Versenden von Geld offline möglich sein. „Die Banken bekommen mit den Wallets einen weiteren Kundenkanal, den sie sicher verwalten müssen“, so Völkel. Das schließe ein, dem Eurosystem mitzuteilen, wenn ein Kunde eine Wallet eröffnen oder schließen möchte.

Geplant ist zudem, dass Banken die Wallets verwalten und mit den Girokonten ihrer Kunden verbinden. Ziel ist es, den digitalen Euro ähnlich wie Bargeld nutzbar zu machen und zugleich die Privatsphäre der Verbraucher zu wahren. Daher soll die Zentralbank einzelne Konten nicht unmittelbar bestimmten Personen zuordnen können. Völkel vergleicht dieses System mit der Arbeitsteilung beim Straßenbau: „Die Zentralbank stellt die Autobahn bereit, während die Banken Fahrzeuge und Tankstellen anbieten.“

Die von PPI angebotene Plattform soll Transaktionen mit dem digitalen Euro erlauben und den Banken dabei helfen, Wallets für ihre Kunden zu verwalten. Die Software wird sich von den Banken entweder selbst oder als ausgelagerter Service von PPI betreiben lassen. PPI plant hier verschiedene Betriebsmodelle, man unterstützen Banken auch dabei, ihre Liquidität bei der Zentralbank zu steuern. Dies sei erforderlich, damit die Institute jederzeit ausreichend Mittel vorhalten, um etwa das Aufladen von Wallets in Echtzeit zu ermöglichen. Das Angebot richtet sich an Banken in der Europäischen Union und soll unabhängig vom gewählten Betriebsmodell verfügbar sein.tw

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