STRATEGIE11. Juli 2019

Intelligentes Softwaretesten: Von agilem, kontinuierlichem bis zum risikobasierten Testing

Testing-Expertin: Lara Fries, Principal Consultant Capco
Lara Fries, Principal Consultant CapcoCapco

Bevor neue Software in den Livebetrieb geht, muss sichergestellt werden, dass sie einwandfrei funktioniert – andernfalls drohen Reputations- und Finanzschäden. Das ist eigentlich selbst­ver­ständ­lich. Der Qua­li­täts­kon­trol­le der pro­gram­mier­ten Lö­sung kommt da­her bei den Soft­ware­tests ei­ne her­aus­ra­gen­de Rol­le zu. Dies trifft ins­be­son­de­re auch für Ban­ken und Un­ter­neh­men zu, die meist grö­ße­re Lö­sun­gen im Ein­satz ha­ben. Aus der Viel­zahl an Test­model­len gilt es, das Op­ti­ma­le für das je­wei­li­ge Pro­dukt und Team zuwählen. Die Testing-Einführung.

von Lara Fries, Capco

Im Bankensektor fordern die Aufsichtsbehörden immer größere und aufwändigere Harmonisierungen, um Reporting- und Kundeninformationen einheitlich über alle Systeme hinweg melden zu können und dabei die gesetzlichen Anforderungen aus MaRisk, DSGVO und weiteren Regimen zu erfüllen. Hinzu kommt, dass Probleme in der Entwicklung und/oder produktiven Anwendung selbst unmittelbar öffentlichkeitswirksam wahrgenommen werden.

Ein weiteres Thema in vielen Häusern sind die historisch gewachsenen Systemlandschaften mitsamt ihrem Entwicklungsstau. Dort ist das Risiko bei Softwareänderungen besonders hoch, da die Umsetzungen auf hochkomplexen Systemen und in nicht-integrierten IT-Landschaften erfolgen, die sich aus einem Verbund aus Mainframe, Client-Server und mobilen Plattformen zusammensetzen.“

Gleichzeitig steigt in fast allen Unternehmen der Kostendruck. Es herrscht oftmals ein Mangel an internen Ressourcen sowie Know-how in den Abteilungen Business- und IT-Operations – und es gibt weitere Bestrebungen, Personal zu reduzieren – insbesondere angesichts des erwarteten Abschwungs. Somit sind Unternehmen gezwungen, smarte Lösungen für Ihre Qualitätssicherung zu finden und zugleich eine hohe Softwarequalität zu gewährleisten. Mit zunehmendem Veränderungsdruck wird sich dieser Trend nur noch weiter verstärken.

Doch wie können intelligente Lösungen im Rahmen des Softwaretestens aussehen?

Per Testmodell Softwareprodukte in höchstmöglicher Qualität finalisieren

Dazu müssen Unternehmen zunächst anhand ihrer individuellen Gegebenheiten und Softwarelösungen das geeignete Testing-Modell finden. Agiles Testen beispielsweise bietet die Möglichkeit, bereits während der Softwareentwicklung kontinuierliches Testen zu integrieren und Fehlfunktionen möglichst früh im Prozess auszumerzen – also die Defect-Bereinigungsaufwände zu verringern. So lassen sich deutlich verkürzte Lieferzeiträume für die Bereitstellung neuer Funktionalitäten realisieren (Stichwort Time-to-Market).

Autorin Lara Fries, Capco
Lara Fries ist Principal Consultant beim Beratungsunternehmen Capco. Im Bereich Financial Services Consulting beschäftigt sie sich unter anderem mit komplexen Fragestellungen rund um das Testing von neuen Softwarelösungen für Banken und andere Finanzdienstleister.
Risikobasiertes Testen kon­zen­triert Tests auf ge­schäfts­kri­ti­sche Pro­zes­se und er­zielt so ei­nen nied­ri­gen Ge­samt­test­auf­wand. Dar­über hin­aus sorgt ei­ne hin­rei­chen­de Test­au­to­ma­ti­sie­rung für in­tel­li­gen­te Lö­sun­gen, die Soft­ware oder Ro­bo­tern das Tes­ten über­las­sen und da­mit vor al­lem in Re­gres­si­ons­test­sze­na­ri­en die Kos­ten lang­an­hal­tend ver­rin­gern. Da­ne­ben er­mög­li­chen Sho­ring-Mo­del­le hoch­pro­fes­sio­nel­le, fle­xi­ble und kos­ten­güns­ti­ge Ser­vices aus Ne­ar­shore-Lo­ka­tio­nen, die naht­los in den Ent­wick­lungs­zy­klus der Soft­ware ein­ge­bun­den werden können.

In jedem Fal­le muss der Tes­t­an­satz dem über­ge­ord­ne­ten Ziel – näm­lich der Über­prü­fung der Soft­ware­qua­li­tät und der mög­lichst schnel­len Markt­rei­fe – die­nen. Es geht dar­um, die An­for­de­run­gen und in­di­vi­du­el­len Test­zie­le und -sze­na­ri­en klar zu de­fi­nie­ren, um dann ei­ne ad­äqua­te Testing-Lö­sung aus­wäh­len zu kön­nen. Mit dem op­ti­ma­len Test­modell für das je­wei­li­ge Pro­dukt und das zu­ge­hö­ri­ge Team las­sen sich Soft­ware­pro­duk­te in höchst­mög­li­cher Qua­li­tät fi­na­li­sie­ren und auf den Markt bringen.

Ausblick

Das richtige Testmodell wird künftig immer wichtiger werden, weil die Anforderungen an die Qualität von Software eher zu- als abnehmen. Zudem zeigt sich bereits in den letzten Jahren der Trend, dass die Innovationszyklen immer kürzer werden – dadurch wird aber herausfordernder, diese auch in der gewünschten Qualität zum Stichtag zur Verfügung zu stellen. Damit diese Herausforderungen auch gemeistert werden können, gilt es, das richtige Modell für das jeweilige Team und Produkt auszuwählen.Lara Fries, Capco

 
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