STUDIEN & UMFRAGEN7. Februar 2018

Studie: Versicherer verstärken Einfluss auf InsurTechs – etablierte Marktteilnehmer wollen Kontrolle behalten

Willis Tower Watson

(Rück-)Versicherer erhöhten im vergangenen Jahr kontinuierlich ihre Aktivitäten im Start-up-Sektor – durch direkte Investitionen ebenso wie über ihre Venture Capital-Töchter. Das zeigt das InsurTech Briefing (PDF hier) für das vierte Quartal 2017 von Willis Towers Watson und CB Insights. Das Briefing ist weit mehr als nur eine Bestandsaufnahme: Die kostenfreie Studie geht in einzelne Branchen und zeigt die jeweilige Marktbedeutung.

Das InsurTech Briefing zeigt, dass 65 Prozent aller bisherigen Investitionen, welche (Rück-)Versicherungsunternehmen in InsurTechs getätigt haben, sich auf Effizienzsteigerungen in der Wertschöpfungskette eines Versicherers fokussieren. Ziel der etablierten Versicherer sei es also, ihre Effizienz in den Bereichen Produktlieferung, Underwriting und Schadensbearbeitung sowie in anderen administrativen Funktionen zu optimieren.

Willis Towers Watson

Die etablierten Player senden eine klare Botschaft an die Branche: Durch hohe Investitionen wollen sie die Kontrolle über die technologische Entwicklung behalten. 2017 wurde der Nutzen von innovativen Technologien immer deutlicher und die Unternehmen suchen nun zunehmend nach konkreten Anwendungen für ihr Geschäft.“

Dr. Carsten Hoffmann, Director bei Willis Towers Watson

InsurTech
Willis Tower Watson

Innovationserhebung: Bedrohungen sind präsent

Für eine Innovationserhebung im Rahmen des InsurTech Briefing gaben zudem fast 600 relevante Teilnehmer an, ob und wie weit ihr Unternehmen auf das umwälzende (disruptive) Potenzial neuer Technologien vorbereitet sei: 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihr Unternehmen „mäßig“ bis „extrem“ von disruptiven Technologien bedroht ist (Abb. 2). Dennoch setzen die Unternehmen durchschnittlich 72 Prozent ihrer Innovationsressourcen für den schrittweisen Aufbau innovativer Technologien ein und nur 28 Prozent für radikal verändernde Technologien. Fast die Hälfte der Befragten bezeichnet die Innovationsphilosophie ihres Unternehmens als „ad-hoc“ – was bedeutet, dass ihr Unternehmen weder explizit ein „First Mover“ noch ein „Fast Follower“ ist.

Willis Towers Watson

 

Damit kehrt für die Insurtech-Szene eine Art Ernüchterung ein. Letztlich wollen auch die etablierten Versicherungsunternehmen Teil der Insurtech-Revolution sein und spielen dazu ihre finanzielle Stärke aus.“

Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung von Willis Towers Watson

Das Willis Towers Watson InsurTech Briefing Q4/2017 können Sie hier herunterladen.aj

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