STRATEGIE16. April 2018

T-Systems übernimmt IT‑Infrastruktur und -Betrieb der Sparda-Banken für 7 Jahre

ginton/bigstock.com

Kurswechsel in der IT der Sparda-Banken: Die Grup­pe der Spar­da-Ban­ken hat ei­nen zu­kunfts­wei­sen­den Out­sour­cing-Deal mit T-Sys­tems ge­schlos­sen. Der Sie­ben­jah­res­ver­trag hat ein Vo­lu­men im mitt­le­ren drei­stel­li­gen Mil­lio­nen-Eu­ro-Be­reich und ei­ne Ver­län­ge­rungs­op­ti­on um wei­te­re drei Jah­re. Da­bei wird die Gro­ßkun­den­spar­te der Te­le­kom die kom­plet­te IT-In­fra­struk­tur der Spar­da-Da­ten­ver­ar­bei­tung eG (SDV-IT), dem zen­tra­len IT-Dienst­leis­ter der Spar­da-Ban­ken, über­neh­men und al­le Gro­ß­rech­ner und Ser­ver­land­schaf­ten in hoch­si­che­re Re­chen­zen­tren von T-Sys­tems mi­grie­ren. Bis­her hat die SDV-IT selbst zwei Re­chen­zen­tren in Nürn­berg be­trie­ben. Der klas­si­sche IT-Out­sour­cing-Ver­trag zählt im Markt zu den grö­ß­ten Deals der ver­gan­ge­nen Mo­na­te.

Die vereinbarten Leistungen mit T-Systems umfassen den kompletten IT-Infrastruktur- und Mainframe-Service. Mitarbeiter der Sparda-Datenverarbeitung übernehmen weiterhin das Management der eigentlichen Applikationen – etwa das Kernbankensystem oder Lösungen für den Zahlungsverkehr – sowie die Weiterentwicklung der Software. Mit dem Deal ist auch die Übernahme von rund 120 Mitarbeitern verbunden.

Es handelt sich bei dem Schritt um eine Sparmaßnahme, die wohl vor allem den knapperen Margen und der angespannten finanziellen Situation im klassischen Banking geschuldet ist. Wie Burkhard Kintscher, Vorstandsvorsitzender der SDV-IT mitteilte, ermögliche die Maßnahme Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich. Man gehe damit den nächsten konsequenten Schritt im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens. In der Tat ist der Auftrag selbst für T-Systems kein kleiner Fisch – und gerade in diesem Branchenumfeld ein echter Vertrauensbeweis.

Für T-Systems haben wir uns bewusst entschieden, weil wir die partnerschaftliche Zusammenarbeit schätzen und das Unternehmen auch in punkto Regulatorik und IT-Sicherheit einen hervorragenden Ruf im Markt genießt. Zusammen mit T-Systems als starkem und versierten Partner können wir so die hohen Anforderungen der Bankenaufsicht BaFin kosteneffizient erfüllen.“

Burkhard Kintscher, Vorstandsvorsitzender der SDV-IT

Befreiungsschlag und Erfolg für den neuen T-Systems-Chef

Zu den rechtlichen Hintergründen, beispielsweise bezüglich der Übernahme der Mitarbeiter, wurde bislang nichts bekannt. Immerhin scheint es so, dass der heutige Schritt für die Sparda-Banken alternativlos gewesen sei. So erklärt Kintscher: „Die aktuelle Marktsituation in der Bankenwelt mit Niedrigzinsmargen, steigenden regulatorischen Anforderungen und dem notwendigen Streben nach Digitalisierung erfordert nachhaltige Maßnahmen eines professionellen IT-Dienstleisters. Wir müssen daher ständig unsere Effizienz steigern, Kosten reduzieren und gleichzeitig Innovationen vorantreiben, um unsere aktuell gute Wettbewerbssituation zu stärken.“

Ein echter Befreiungsschlag ist der Deal auch für T-Systems. Deren neuer Chef Adel Al-Saleh, der erst Anfang 2018 dieses Amt übernommen hatte, äußerte noch vor Kurzem gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, er wolle die defizitäre Großkunden-IT-Sparte des Telekomkonzerns innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate zurück in den Erfolg führen. Dazu plane der Amerikaner, so das Handelsblatt, die Aufspaltung in zwei Geschäftsbereiche und die klarere Ausrichtung auf Vertriebsstärke. Mit der Übernahme dieses Mandats dürfte er diesem Ziel ein gutes Stück näher gekommen sein.

Der Auftrag der Sparda-Gruppe zeigt, dass Kunden nach wie vor für den Betrieb ihrer komplexen IT-Infrastruktur auf Partner setzen. Als Digitalisierungspartner helfen wir ihnen, Produktivität und Effizienz zu steigern und ihre Digitalstrategie umzusetzen.“

Adel Al Saleh, Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef

T-Systems stellt Netzwerkinfrastruktur und IT-Sicherheit bereit

Neben der IT-Infrastruktur wird T-Systems auch die Netzwerkleistungen für die gesamte Sparda-Gruppe bereitstellen. Dazu gehören die sichere Anbindung der rund 400 Filialen der heute zwölf regionalen Genossenschaftsbanken der Sparda-Banken-Gruppe an die Rechenzentren, die lokalen Netzwerke an den Standorten der Sparda-Banken sowie die Call-Center-Technologie und die Arbeitsplatzsysteme der rund 6.000 Mitarbeiter.

Bestandteil des Vertrags sind weiterhin umfangreiche Sicherheitsservices. So wird T-Systems einen zentralen Firewall-Service betreiben sowie ein proaktives Security Information & Event-Management (SIEM) bereitstellen, mit dem sich Echtzeitanalysen von Gefährdungen und Angriffe auf IT-Systeme entdecken und abwehren lassen, bevor ein tatsächlicher Schaden entsteht. Ein Identity & Access Management (IAM) sowie PKI Services (Public Key Infrastructure) ergänzen das umfangreiche Sicherheitspaket. tw

 
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