ANWENDUNG10. November 2020

Verimi bringt ePerso auch auf iPhones

Der Personalausweis kann nun über die eID-Funktion auch bei iPhones eingebunden werden. <q>Verimi
Der Personalausweis kann nun über die eID-Funktion auch bei iPhones eingebunden werden. Verimi

Lange hatte sich Apple der Öffnung seiner NFC-Schnittstelle verweigert. Nachdem der Konzern Anfang des Jahres umgeschwenkt war, kann nun auf geeigneten iPhones die eID des Personalausweises genutzt werden. Verimi bringt die Funktion unabhängig von der bundeseigenen App aufs Smartphone. Zudem arbeitet der ID-Spezialist daran, die Anwendungsmöglichkeiten zu vereinfachen und zu erweitern.

Erst im Juni 2020 stellte Apple das nötige Software Development Kit (SDK) zur Verfügung, mit dem es Entwicklern möglich wurde, mit eigenen Anwendungen auf die NFC-APIs (Near Field Communication) im iPhone zuzugreifen. Zuvor hatte sich der Hersteller diese Schnittstelle exklusiv reserviert, beispielsweise für Apple Pay.

Verimi hat die neue Offenheit genutzt und seine App um eine Funktion erweitert, die es iPhone-Nutzern ab sofort ermöglicht, den Personalausweis sicher mit dem Smartphone zu speichern und sich damit jederzeit online auszuweisen. Dazu wird der Personalausweis direkt über die NFC-Schnittstelle eingelesen. Verimi speichert die Daten anschließend sicher verschlüsselt, wie der Hersteller betont „unter Einbindung des lokalen Speichers des persönlichen iPhones.“

Was damit gemeint ist, hatte Roland Adrian, Sprecher der Verimi-Geschäftsführer, bereits im Juli im Interview mit IT-Finanzmagazin erläutert: „Die Verimi-App nutzt bereits den Secure Element Standard, soweit auf dem Smartphone des Nutzers verfügbar. Ansonsten greift bei Verimi eine vom BSI zugelassene Sicherheitsarchitektur, um den Zugriff auf den cloud-basierten Verimi-Account über das Smartphone bis zu eIDAS substanziell abzusichern. Für den Nutzer ist das im Ergebnis völlig identisch.“

In der Finanzbranche angekommen

Der bei Verimi gespeicherte digitale Personalausweis werde in der Privatwirtschaft und bei vielen Online-Verwaltungsleistungen akzeptiert, so das Unternehmen. Die Anwendungsfälle für die digitale Identität bei Online-Transaktionen wachsen rasant, sei es in der Telekommunikation, in der Mobilität und in der öffentlichen Verwaltung, aber auch bei Banken und Versicherungen. Die Authentifizierung Verimi-ID hatte als erstes Finanzinstitut die Deutsche Bank und deren Tochter Postbank genutzt, inzwischen auch weitere Finanzdienstleister und Versicherungen, wie Allianz, Barmenia Versicherungen, Buhl (Steuererklärungen), Degussa Bank, Hanseatic Bank, Ideal Lebensversicherung, Volkswagen Financial Services und Paybyphone, sowie weitere Unternehmen unterschiedlicher Branchen (siehe Partner-Website).

Verimi hatte zusammen mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft im Sommer zudem den Dienst PeopleID gestartet, der sich zum Ziel gesetzt hatte, mehr Anwendungsfälle zu schaffen. Das Projekt sollte dafür sorgen, dass die Anwender sich sicher und bequem online ausweisen, einloggen und digital unterschreiben können.

Nun wurde der Dienst mit dem Angebot SDIinNRW fusioniert, der von einem Konsortium unter Leitung des Fraunhofer AISEC entwickelt wurde. Unter dem neuen Namen „Deutschland ID“ (DeID) wollen die insgesamt 35 Partner einen einheitlichen Standard als Grundlage für branchenübergreifende Zusammenarbeit im Identitätsmanagement schaffen. Unter den Förderpartnern finden sich mit dem Sparkassen-Finanzportal und YES Payment Services auch Vertreter der Finanzbranche.

ePerso bislang wenig genutzt

Die Studie eGovernment MONITOR 2020 in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) zeigte klar: Das Potenzial zur Nutzung digitaler Verwaltungsleistungen ist zwar groß, die Nutzungsrealität dagegen eine völlig andere. Offen für entsprechende Anwendungen zeigten sich 75 Prozent der Befragten. Tatsächlich genutzt haben diese dagegen nur 50 Prozent. Der größte Teil entfiel dabei auf Online-Anwendungen mit herkömmlichen Authentifizierungsverfahren. Nur 6 Prozent hatten bereits einmal die eID-Funktion des Personalausweises eingesetzt. Daran hatte sich auch während der Corona-Pandemie kaum etwas verändert.

Die eigene Anwendung des Bundes – „AusweisApp2“ – arbeitet ausschließlich über die integrierte NFC-Schnittstelle des Smartphones mit dem elektronischen Ausweis zusammen. Auf der Apple-Plattform schränkt dies die geeigneten Geräte auf die iPhone-Modelle 7 und nachfolgende (inklusive iPhone SE 2020) ein, zusätzlich muss mindestens iOS 13.2 installiert sein. Verimi dagegen bietet eine Hinterlegung des Ausweises zwar ebenfalls über die integrierte NFC-Schnittstelle an, die den oben genannten Beschränkungen unterliegt. Zusätzlich ist aber auch unabhängig von der NFC-Schnittstelle ein Online-Video-Prozess eingerichtet, um den Ausweis aufs Smartphone zu bekommen.

So steht die Funktion auf allen iPhones zur Verfügung, auf denen iOS 11 läuft. Gleiches gilt für Android-Smartphones, wo mindestens Version 7 installiert sein muss. Demnach nimmt Verimi für sich in Anspruch, dass die eigene App auf 95 Prozent der Smartphones genutzt werden können – mit dem Segen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hat Verimi auf dem Vertrauensniveau „substanziell“ für die öffentliche Verwaltung zugelassen, damit Bürger bequem und sicher auf zahlreiche Online-Verwaltungsleistungen zugreifen können.

Für Adrian ist die Frage der einfachen Anwendung digitaler Identitäten eng mit der Akzeptanz im Alltag verknüpft. Dazu leiste Verimi mit seiner App einen wesentlichen Beitrag:

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Verimi

„Es ist keine extra App nötig und man erspart sich, seinen Ausweis bei jeder Anwendung an das Handy zu halten und zusätzlich jedes Mal seine eID-PIN einzugeben. Der Verimi-Nutzer gibt den Zugriff auf seine Daten im Anwendungsfall bequem per Touch- oder Face-ID frei.“

Roland Adrian, Sprecher der Geschäftsführung von Verimi

hj
 
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