STUDIEN & UMFRAGEN1. September 2022

Welche Anforderungen Assekuranzen an Standardsoftware stellen

Die SHUK-Studie von PPI ist Marktüberblick und Trendradar in einem. <Q>PPI
Die SHUK-Studie von PPI ist Marktüberblick und Trendradar in einem. PPI

Zum vierten Mal befragte PPI Branchenvertreter nach Trends und Entscheidungsfaktoren bei der Erneuerung ihrer Softwareplattform. Vor allem eines haben die Versicherungen im Blick: Ihren Datenschatz zu heben. Das verspricht gleich mehrere Vorteile.

Versicherer aus dem Bereich der Schaden-, Haftpflicht, Unfall- und Kfz-Versicherung (SHUK) investieren großflächig in neue Software. 80 Prozent wollen in naher Zukunft mindestens eine Komponente ihres Kernsystems ersetzen, ein Viertel sogar das gesamte System. Vier Fünftel gehen zudem davon aus, ihre IT künftig in der Cloud zu betreiben. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „IT-Plattformen für den Versicherungsbetrieb SHUK“ der PPI, die in diesem Jahr zum vierten Mal aufgelegt wurde. Die Studie kann über die PPI-Webseite bestellt werden.

Das Hamburger Beratungs- und Softwarehaus fragte nach Anforderungen der Assekuranzen und den Kriterien bei der Auswahl von Nachfolgesystemen und ermittelte zugleich, welche Funktionalitäten von Seiten der Software-Hersteller angeboten werden.

SHUK-Software im Wandel

Zu den wesentlichen Eigenschaften, die Versicherer von ihrer Standardsoftware aktuell erwarten, gehören die Fähigkeit zum Cloudbetrieb, die Möglichkeit zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und eine einfache Anbindung externer Datenquellen.

<Q>PPI
PPI

Die immer schneller wechselnden Kundenanforderungen und die dadurch notwendige kurze Time-to-Market machen den Gang in die Cloud fast unumgänglich. Nur so sind Flexibilität und Skalierbarkeit zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen darstellbar.“

Tim Glenewinkel, Manager bei PPI

Fragt man nach den zukünftigen Anforderungen, dann zeigt sich ein Trend zu Fullsuite-Produkten, also der Abdeckung sämtlicher Funktionen durch ein System. Zugleich erwarten die Assekuranzen jedoch, dass die gebotenen Funktionen auf allen Ebenen individuell konfigurierbar sind – die Software von der Stange soll also in der Lage sein, die jeweiligen Besonderheiten der Nutzer vernünftig abzubilden.

Die Versicherungsexperten von PPI haben dazu sämtliche verfügbaren Herstellerangebote in einer Marktübersicht zusammengestellt. Sie kommen zu dem Ergebnis, das bereits heute diese Wünsche der Versicherer zum Großteil erfüllt werden.

<Q>PPI
PPI

Seit unserer letzten Marktübersicht haben alle Softwarehersteller ihre Produkte weiterentwickelt, sodass wir eine erfreuliche Übereinstimmung zwischen Nachfrage und Angebot feststellen können. Derzeit arbeiten die Entwickler nicht zuletzt daran, die großen Zukunftstrends wie KI vernünftig in die Programme zu integrieren.“

Tobias Kohl, Partner bei der PPI

Nutzen aus Daten ziehen

Glenewinkel, Kohl und Managing Consultant Tim Sonntag haben als Autoren der Studie eine Gemeinsamkeit der Assekuranzen festgestellt. Sie besinnen sich zunehmend darauf, die vorhandenen Ressourcen gewinnbringend zu nutzen – allen voran die in den vergangenen Jahrzehnten gesammelten Daten. Dieser Datenschatz soll sich auf verschiedene Weisen auszahlen.

So versprechen sich 80 Prozent der befragten Versicherer in Kombination mit KI-Anwendungen Verbesserungen in der Risikoanalyse. Drei Viertel halten auch die Prognose von Schadensereignissen und ebenso die Automatisierung beziehungsweise Optimierung von Geschäftsprozessen für grundsätzlich lohnende Anwendungsfelder ihrer Standardsoftware.

Die Studie enthält auch einen Marktüberblick der verfügbaren Anwendungen. <Q>PPI
Die Studie enthält auch einen Marktüberblick der verfügbaren Anwendungen. PPI

 

Die Nutzer erwarten von den Software-Lieferanten, dass sie die Einbindung entsprechender Funktionen möglichst einfach machen und zudem auch Optionen zur Nutzung externer Datenquellen vorsehen. Nach den Erkenntnissen von PPI haben viele Hersteller diesen Trend erkannt und ihre Anwendungssuiten bereits entsprechend angepasst oder sind gerade dabei, ihre Angebote dahingehend auszurichten.

Software-Anbieter unterstützen nach Ansicht von Tobias Kohl die Versicherungsunternehmen dabei, ihre Datenschätze zu heben, indem sie ihnen die Entscheidung zum Ablösen der Bestandssysteme erleichtern. Denn die Integration derart zukunftsweisender Funktionalitäten in vorhandene Standardsoftware wäre häufig nur schwer möglich. hj

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/145050
 
 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.