WHITEPAPER4. November 2020

Wie Open Banking mit Leben gefüllt werden kann

Auf der einen Seite wird Open Banking als vielversprechende Strategie angesehen, um attraktive Online-Services mit überschaubarem Aufwand zu realisieren. Auf der anderen Seite kommt das Thema nicht so schnell voran, wie zahlreiche Experten erwarteten. Der Schweizer Fachverband SFTI hat nun ein Whitepaper veröffentlicht, das Open Banking mehr Schub verschaffen soll.

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SFTI
Vor rund einem Jahr wurde PSD2 umgesetzt und viele Branchenexperten erwarteten, dass in der Folge das Thema Open Banking erheblich an Fahrt gewinnen würde. Doch zumindest im deutschsprachigen Raum verläuft die Entwicklung nach wie vor schleppend.

Die Banken verweisen bei der Ursachenforschung auf den Kunden, der nach wie vor zögere, seine Daten für neue Services freizugeben. Das Entwicklungs- und Beratungshaus Senacor ist dagegen überzeugt, dass Banken und Finanzdienstleister ungeachtet dessen vorangehen sollten, um mit innovativen Angeboten die Zweifler zu überzeugen.

Die dafür nötigen Kooperationen mit FinTechs und anderen Unternehmen seien am ehesten zu gewinnen, wenn man die Entwickler adressiert, erläuterten Kay Wossidlo und Miachel Reikersdorfer kürzlich hier bei IT-Finanzmagazin.de.

Multibanking als Türöffner

Auch der Fachverband Swiss Fintech Innovations (SFTI) hat nun ein Whitepaper aufgelegt, das sowohl strategische Entscheider als auch die Entwickler in der Finanzbranche anspricht. Nachdem der Verband zusammen mit der Six Group bereits ein standardisiertes API-Paket für europäische Banken entwickelt hatte, will man nun die praktische Umsetzung befördern.

Mit Multibank-Services kann man Kunden ansprechen – und so dem Open-Banking-Ansatz Leben einhauchen. <q>SFTI
Mit Multibanking-Services kann man Kunden ansprechen – und so dem Open-Banking-Ansatz Leben einhauchen. SFTI

Die Anwendung der Wahl sind für den SFTI Multibanking-Services. Diese seien in den vergangenen Monaten hauptsächlich von ERP-Anbietern propagiert worden. Für kleinere und mittlere Banken, aber auch für Anwender seien diese Lösungen jedoch nicht attraktiv. Auf Bankenseite, weil die Schaffung einer ERP-Umgebung eine zu hohe Hürde darstellt.

Und auf Kundenseite, weil über solche Systeme Übermittlung und Verarbeitung der Zahlungsverkehrs-Daten in der Regel zeitversetzt erfolgen. Dies stehe dem Anspruch von Privatkunden entgegen, jederzeit per E-Banking-App beispielsweise einen aktuellen Finanzüberblick zu erhalten und Transaktionen auslösen zu können. Stattdessen empfiehlt der SFTI, Multibanking-Services einfacher und schneller mittels geeigneter APIs als Open-Banking-Anwendung zu realisieren.

Praktische Entwicklungshilfe

Der Fachverband SFTI hat sich als Ziel gesetzt, mit diesem Whitepaper die Finanzbranche bei der Entwicklung und Umsetzung von Open Banking-Konzepten zu unterstützen. Banken wie FinTechs soll es erleichtert werden, Multibanking-Projekte aus fachlicher Sicht kontrolliert zu starten und erfolgreich zur Marktreife zu entwickeln.

Das kostenlose Multibanking-Whitepaper (Website), erarbeitet von der Common-API-Arbeitsgruppe des SFTI, betrachtet daher in der Hauptsache API-basierte Szenarien, die im Rahmen von Online-Lösungen zeitnah für alle Kundensegmente umsetzbar sind. Am Beginn steht dabei die Erläuterung der Grundbegriffe, gefolgt von einer Analyse verschiedener Umfragen zu Kundenbedürfnissen und einer Darstellung von wesentlichen Aspekten des Multibankings.

Anhand einer Übersicht verschiedenster Anwendungsfälle wird danach die breite Palette von Dienstleistungen aufgezeigt, die eine Multibanking-Lösung abdecken kann. Im Sinne einer Operationalisierung wird schließlich ein geeigneter Proof of Concept skizziert. hj

 
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