SECURITY18. August 2026

Visa-Studie: Verbraucher werden souveräner im Umgang mit Zahlungsbetrug

Cyberkriminalität trifft Verbraucher in Deutschland immer häufiger – und zunehmend auch beim Onlinebanking
ChatGPT

Phishing, Fake-Shops und Social Engineering bleiben ein erhebliches Risiko im Zahlungsverkehr. Gleichzeitig gehen Verbraucher in Deutschland nach Einschätzung von Visa zunehmend kompetenter mit Betrugsversuchen um: Sie kontrollieren häufiger ihre eigenen Kontobewegungen, setzen Sicherheitsverfahren wie Zwei-Faktor-Authentifizierung ein und können Schäden nach Betrugsfällen vielfach durch schnelles Handeln begrenzen.

Knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) fühlen sich inzwischen von ihrer Bank gut über Sicherheit und aktuelle Betrugsmaschen informiert. Im Vorjahr waren es noch 54 Prozent. Das geht aus einer repräsentativen Visa-Umfrage hervor, für die das Marktforschungsinstitut Forsa 1.010 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland befragt hat. Die bekanntesten Betrugsformen sind Phishing-Nachrichten und der sogenannte Enkeltrick, die jeweils 89 Prozent der Befragten kennen. Fake-Shops sind 84 Prozent ein Begriff.

Auch bei der eigenen Absicherung zeigen sich Fortschritte. 73 Prozent der Befragten kontrollieren regelmäßig ihre Kontobewegungen, ebenso viele nutzen Zwei-Faktor-Authentifizierung. Biometrische Sicherheitsverfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung setzen 55 Prozent ein. Wer bereits von Zahlungsbetrug betroffen war, konnte den Schaden nach eigenen Angaben häufig begrenzen: 70 Prozent der Betroffenen gelang dies durch schnelles Reagieren. Lediglich acht Prozent wussten im Ernstfall nicht, an wen sie sich wenden sollten.

Gleichzeitig unterschätzen viele Nutzer das Risiko möglicherweise weiterhin. 59 Prozent halten es für eher oder sehr unwahrscheinlich, selbst Opfer von Zahlungsbetrug zu werden. Der Anteil der Befragten, die eine Zunahme von Betrugsversuchen beobachten, sank gegenüber dem Vorjahr von 82 auf 78 Prozent.

Betrüger zielen zunehmend auf den Menschen statt nur auf die Technologie. Umso wichtiger ist neben wirksamen Sicherheitstechnologien auch die kontinuierliche Aufklärung. Beides wirkt.“

Tobias Czekalla, Deutschland-Chef bei Visa

Nach Angaben Czekallas konnte Visa die Betrugsrate bei Visa-Zahlungen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr erneut senken.

Visa-Studie: Verbraucher werden sicherer im Umgang mit Zahlungsbetrug
Visa

Banking-App wird zum Sicherheitskanal

Eine wichtige Rolle für Sicherheit und Finanzkontrolle spielt inzwischen das Smartphone. 44 Prozent der Befragten nutzen es, um bei verdächtigen Kontoaktivitäten schnell reagieren zu können. 37 Prozent erledigen Zahlungen und ihre Finanzverwaltung mittlerweile fast ausschließlich darüber. Auch für Warnungen und Sicherheitshinweise gewinnt die Banking-App an Bedeutung. 49 Prozent der Befragten würden Informationen ihrer Bank bevorzugt über die App erhalten. E-Mails folgen mit deutlichem Abstand und kommen auf 23 Prozent.

Das Vertrauen in Mobile Payment nimmt ebenfalls zu. 55 Prozent halten Zahlungen mit Smartphone oder Wearable an der Ladenkasse für sicher – sechs Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor. Unter denjenigen, die bereits mobil bezahlen, machen sich 83 Prozent kaum noch Gedanken über die Sicherheit des Bezahlvorgangs. 59 Prozent dieser Gruppe geben zudem an, früher skeptischer gegenüber Mobile Payment gewesen zu sein.

KI-Agenten sollen bezahlen – aber nicht ohne Freigabe

Visa-Studie: Verbraucher werden sicherer im Umgang mit Zahlungsbetrug
Visa

Mit Blick auf den zunehmenden Einsatz von KI-Agenten zeigt die Studie aber zugleich Grenzen der Automatisierungs­bereitschaft auf. Denn grundsätzlich können sich 63 Prozent der Befragten vorstellen, Aufgaben an einen KI-Agenten zu übertragen, aber bei Zahlungen wollen viele Verbraucher die Kontrolle behalten. 49 Prozent möchten jede Einmalzahlung selbst freigeben. Bei wiederkehrenden Zahlungen, etwa für Abonnements, Mitgliedschaften oder regelmäßige Bestellungen, möchten 43 Prozent weiterhin persönlich autorisieren.

Besonders wichtig ist den Befragten der Umgang mit Zahlungs- und Personendaten. 61 Prozent möchten verhindern, dass KI-Agenten unkontrollierten Zugriff auf Zahlungsdaten erhalten. 52 Prozent legen Wert darauf, dass persönliche Daten nicht gesammelt oder weitergegeben werden.

Tobias Czekalla, Country Head Germany bei Visa
Visa

Die Menschen wissen sehr genau, was sie von neuen Technologien erwarten. Bezahlen muss bequem, schnell und vor allem sicher sein. Vertrauen entsteht dort, wo Technologie nachvollziehbar funktioniert und Schutzmechanismen greifen.“

Tobias Czekalla, Deutschland-Chef bei Visa

Für die Studie befragte Forsa im Auftrag von Visa vom 23. Juni bis 3. Juli 2026 insgesamt 1.010 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ab 18 Jahren online. Die Erhebung ist nach Angaben der Unternehmen repräsentativ. Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass sich die Anforderungen an Banken und Zahlungsdienstleister verschieben: Technische Betrugsprävention allein reicht nicht aus, wenn Angreifer verstärkt auf Social Engineering setzen. Gefragt sind deshalb Sicherheitsmechanismen, die verdächtige Vorgänge frühzeitig erkennen, mit verständlichen Warnungen verbinden und den Kunden schnelle Reaktionsmöglichkeiten bieten. Mit dem zunehmenden Einsatz autonomer KI-Agenten kommt zudem eine neue Aufgabe hinzu: Zahlungsfreigaben und Zugriffsrechte müssen so gestaltet werden, dass Automatisierung möglich wird, ohne die Kontrolle der Nutzer aus der Hand zu geben.tw

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