Atruvia-Hauptversammlung: Hybrid-Cloud und KI sollen VR-Banken skalierbar machen
Wie kann die genossenschaftliche FinanzGruppe ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken? Das war eine der zentralen strategischen Fragen auf der diesjährigen Hauptversammlung der Atruvia.
Atruvia
In Deutschland setzt die Atruvia (IT-Partner der Volksbanken und Raiffeisenbanken) auf die Nutzung von Daten, den Ausbau KI-gestützter Lösungen und die Vorbereitung auf die nächste technologische Entwicklungsstufe, die agentische KI. Das Unternehmen hat den Anspruch, den Wandel im Banking aktiv mitzugestalten und die Institute mit relevanten, kundenorientierten Lösungen zu unterstützen. Gleichzeitig schärft Atruvia in der Zusammenarbeit mit den Volks- und Raiffeisenbanken die eigene Rolle weiter:
Atruvia
Wir treten dafür an, die Wettbewerbsfähigkeit der genossenschaftlichen Banken im Markt weiter auszubauen – mit dem neuen Betriebsmodell als strategisch-operativem Rahmen, mit KI-gestützten Lösungen, die echten Mehrwert schaffen und mit einer umfassenden Begleitung, die weit über die Bereitstellung technischer Lösungen hinausgeht“
Ulrich Coenen, Vorstandssprecher
Besonders wichtig ist dem IT-Haus der Blick auf jüngere und digitalaffine Kundinnen und Kunden, deren Erwartungen an das Banking spürbar steigen. Die digitale Transformation sei dabei längst keine Frage der Zukunft mehr, sondern eine konkrete aktuelle Aufgabe. Als Wachstumsfelder werden das Privatkundengeschäft, das Firmenkundengeschäft und KI als Querschnittsthema gesehen. Hier werde es Lösungen für alle Banken (kleine, mittlere und große) geben. Das technologische Fundament bilde die moderne, cloudfähige IT-Infrastruktur.
Unser hybrider Cloud-Ansatz verbindet beides: Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auf der einen Seite mit Sicherheit und Souveränität auf der anderen Seite. In beides investieren wir nachhaltig“
Atruvia investiert in moderne Technologien und in Menschen
Atruvia
Wir als Atruvia verstehen uns als Innovator, als entscheidenden Motor der Veränderung. Dafür investieren wir. Und zwar in moderne Technologien und in Menschen.“
Dr. Markus Wiegelmann, Finanzvorstand und Arbeitsdirektor
Dass Atruvia stabil dasteht, zeigt sich in den Geschäftszahlen. Mit 89,0 Millionen Euro liegt das Ergebnis rund ein Drittel über dem des Geschäftsjahres 2024. Die Betriebsergebnismarge liegt bei 4,7 Prozent. Maßgeblich für das Ergebnis 2025 ist der Anstieg der Umsatzerlöse. Diese sind gegenüber dem Vorjahr um 11,5 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro gestiegen – hauptsächlich durch neue Kunden.
Atruvia in Zahlen
HV im Jahr
(zu Zahlen aus Vorjahr)
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatz Konzern (in Mio. Euro)
1,750
1,75
1,82
2,00
2,2
2,5
Umsatz AG / eG (in Mio. Euro)
1,310
1,31
1,37
1,5
1,7
1,9
Mitarbeiter Konzern
8.793
8.793
9.291
9.548
10.076
10.500
Banken/ Kunden
-
1.035
1.015
951
917
720
Bankarbeitsplätze
-
-
-
-
-
155.000
Anzahl Konten (in Mio.)
85,7
85,7
85
89
91
97
Angeschlossene SB-Geräte
-
-
-
-
-
25.600
Transaktionen (in Mrd.)
7,8
7,8
8,2
8,7
9,32
10
Nach den personellen Veränderungen der vergangenen Jahre kehrt nun wieder etwas Stabilität und Kontinuität ein. Vorstand und der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Daniel Keller wurden entlastet. Der Atruvia-Geschäftsbericht 2025 steht ab sofort in der PDF-Version hier zur Verfügung. Online-Statements gibt es hier.
Bemerkenswert offen adressiert Atruvia das zentrale Zukunftsthema seiner Branche: die IT-Resilienz. Die § 44-KWG-Sonderprüfung von Ende 2023 wird seit dem Abschlussbericht im September 2024 im regulär vorgesehenen Austausch mit der Aufsicht abgearbeitet, und für Frühjahr 2026 hat die BaFin eine DORA-fokussierte Nachschauprüfung angekündigt (dazu ist noch nichts bekannt). Dass parallel auch die Tochter parcIT — wenn auch zu einem eigenständigen Sachverhalt, einem spezifischen Rating-Verfahren — geprüft wird, unterstreicht die Prüfungsintensität im genossenschaftlichen IT-Verbund. Für den Dienstleister ist das weniger ein Makel als die anspruchsvollste Bewährungsprobe: An ihr lässt sich ablesen, wie konsequent Atruvia die eigene technologische Modernisierung unter laufendem Betrieb und verschärften Resilienzanforderungen vorantreibt.aj
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