PRODUKTE2. Februar 2018

Huawei Pay: Chinesischer Payment Service plant Expansion in weitere Märkte

leungchopan/bigstock.com

Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei hat jetzt zusammen mit Union Pay International den weltweiten Roll-out des Bezahldienstes Huawei Pay angekündigt. Der ist in Huaweis Heimatmarkt China schon populär, soll jetzt auch anderswo an den Start gehen. Doch zumindest aus Sicht westeuropäischer Anwender hat der Service noch einen gravierenden Nachteil.

Während wir hierzulande noch sehnsüchtig auf Apple Pay und den Android-eigenen Bezahldienst warten (und sogar auf dessen Starttermin wetten), sind in anderen Märkten selbst die herstellereigenen Bezahlverfahren wie Samsung Pay am Start – und jetzt könnte mit Huawei Pay ein weiterer Anbieter weltweit hinzukommen.

Huawei, nach Samsung und Apple auf Platz 3 in weltweiten Verkaufszahlen gemessen, hat 2016 zusammen mit Union Pay International den eigenen Bezahldienst entwickelt, der seitdem insbesondere in China, dem Heimatmarkt des Unternehmens (neben den weit verbreiteten Bezahlverfahren von Alibaba und Tencent) eine wichtige Rolle spielt.

Und so wie Alibaba inzwischen den Weg in andere Märkte gefunden hat, könnte das zukünftig auch Huawei versuchen. Das Interesse, das das Unternehmen damit verbindet, ist ähnlich wie bei den unternehmenseigenen App-Plattformen und Filmdiensten: Man will gerade im Android-Bereich, wo die Unterscheidbarkeit immer geringer wird, dem Kunden USPs bieten – und einen Grund mehr, auch das nächste Gerät vom selben Hersteller zu kaufen.

Huawei Pay erfordert EMUI 5.1-Oberfläche

Huawei Pay ist nach Unternehmensangaben der erste sicherheitschip-basierte Dienst in China. Rund zwei Dutzend Geräte unterstützen das Bezahlverfahren, neben den mit NFC ausgestatteten Smartphones auch diverse Wearables und Smartwatches. Immerhin 66 Banken arbeiten mit Huawei beziehungsweise Union Pay International zusamme,n und insgesamt wurden Umsätze in Höhe von mehr als 4 Mrd. RMB (etwa 500 Mio. Euro) abgewickelt.

Insbesondere in den Emerging Markets, die über kein so etabliertes Bankensystem verfügen wie die zentraleuropäischen Märkte, konnten die alternativen Zahlungsverfahren schnell Fuß fassen. Gerade in China und anderen asiatischen Märkten bezahlen Anwender sehr viel selbstverständlicher als hierzulande mit dem Smartphone.

Der offene Austausch ist eine wichtige Entwicklung in der zukünftigen Digitalwirtschaft. Daher erweitern wir Huaweis Cloud-Dienste für Endkunden um smarte Mobildienste. Zusammen mit Union Pay wollen wir möglichst sichere und angenehm zu nutzende Bezahldienste weltweit bereitstellen.“

Alex Zhang, President Consumer Cloud Services bei Huawei

Huawei Pay: Globaler Rollout geplant

Zwei Jahre nach der gemeinsamen Zusammenarbeit an Huawei Pay plant das Unternehmen nun die Eroberung weiterer Märkte. Dazu sollen alle Geräte, die über den hierfür obligatorischen NFC-Chip verfügen, die Möglichkeit erhalten, Union-Pay-Kreditkarten zu hinterlegen. Verfügbar sein wird das Bezahlverfahren für Geräte, die auf der Benutzerführung EMUI 5.1 basieren, also neben den bekannten Huawei-Geräten auch auf Geräten der Honor-Reihe.

Zunächst soll der russische Markt Ziel von Huawei Pay sein. Hier ist zumindest die Infrastruktur für Union Pay mit rund 400.000 Akzeptanzstellen und 1,3 Millionen Union-Pay-Karten bereits ausreichend gegeben. Die nächsten Märkte sollen nach Unternehmensangaben ebenfalls in Osteuropa und im Balkanraum liegen. Wann die westeuropäischen Märkte, die gleichermaßen besetzt wie aufgrund des gemeinsamen Euroraums attraktiv sind, an die Reihe kommen, ist unklar.

Union Pay International arbeitet intensiv mit verschiedenen Akteuren der Payment-Branche zusammen. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Huawei von großer Bedeutung. Zum einen, weil wir mit diesem Abkommen eine globale Zusammenarbeit realisieren, zum anderen weil die innovativen Produkte von Union Pay ein wichtiger Motor für die Lokalisierung der Geschäftsbeziehungen der beiden Parteien sind.“

Larry Wang, Vice President of UnionPay International

Hohe Einstiegshürde für westeuropäische Märkte

Auch in Deutschland gibt es bereits 30.000 Akzeptanzstellen für Union Pay, wobei diese sich ausschließlich an chinesische Kunden, die in Deutschland einkaufen, richten. Und hier dürfte eine entscheidende Hürde für Huawei Pay liegen: Denn bislang setzt der Dienst ausschließlich auf Union Pay-Konten, was zwei mögliche Strategien zuließe: Entweder etabliert sich Union Pay auf diese Weise auch auf dem europäischen Markt oder Huawei sucht den Schulterschluss mit weiteren Partnern wie Visa und MasterCard, die in der westlichen Welt eine deutlich größere Rolle spielen.

Doch der Payment Service ist nicht der einzige Punkt, in dem Huawei auf eigene Lösungen setzt: Das Unternehmen hatte im Herbst im Rahmen der Vorstellung des Mate 10 einen eigenen App-Store sowie einen eigenen Filmdienst angekündigt, die in diesem Halbjahr starten sollen.tw

 
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