FRIDAYS FOR FUTURE20. September 2019

Sparda-Bank München: „Wir wirtschaften bereits zu 100 Prozent betriebsökologisch klimaneutral.“

Sparda Bank München: Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement
Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement der Sparda-Bank MünchenSparda-Bank München

Heute ist „Fridays for Future“-Klimastreik – doch neben der Maximalteilnahme gibt es auch Banken und Versicherer, die sich bei „Entrepreneurs for Future“ einsetzen, sich auf eigene Klimaziele verpflichten und bereits heute nachhaltig Wirtschaften. Einer dieser Leuchttürme ist die Sparda-Bank München. Wir haben mit Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement der Sparda-Bank München über Hintergründen, Motiven und Klimaverantwortung gesprochen.

Frau Miedl, warum machen Sie bzw. die Sparda-Bank München bei „Entrepreneurs for Future“ (Website) mit?

Die Sparda-Bank München unterstützt „Entrepeneurs for Future“ und „Fridays for Future“(Website), weil wir uns auch als Unternehmen in der Verpflichtung sehen, Verantwortung für die nachfolgenden Generationen zu übernehmen. Der Klimawandel ist eine reale Bedrohung für uns alle! Die Kinder und Jugendlichen von „Fridays for Future“ haben das erkannt und verdienen alleine dafür unseren Respekt und unsere Unterstützung.

„Fridays for Future“ verbreitet für uns, trotz der düsteren Botschaft, Hoffnung: Diese Schüler sind der angenehme Gegenentwurf zu den hasserfüllten und destruktiven Demagogen und Wutbürgern unserer Zeit. Sie zeigen, wie positiv Protest sein kann.“

Der Verantwortung für den Klimaschutz müssen wir uns alle stellen und zwar jetzt: die Politik, die Wirtschaft UND die Gesellschaft. Wir können das nur als Gemeinschaft schaffen!

Das klingt etwas nach genossenschaftlicher Denke? Hat es damit zu tun?

Als Genossenschaftsbank sind wir seit jeher zutiefst solidarisch. Genossenschaftliche Nachhaltigkeit bedeutet für uns: Die Lebensgrundlagen für unsere eigene Zukunft und spätere Generationen durch bewusstes Verhalten zu sichern. Dieses Ziel verfolgen wir schon seit vielen Jahren – lange, bevor der Begriff der Nachhaltigkeit in Mode gekommen ist.

Bereits in den 2000ern entwickelten Mitarbeiter unserer Bank erste Maßnahmen für den Umweltschutz. Parallel dazu hat der Vorstand die Ausrichtung als „Bank mit Nachhaltigkeitsprinzip“ in der Unternehmensstrategie verankert.“

Seit 2011 sind wir als Pionierunternehmen bei der Gemeinwohl-Ökonomie aktiv – als nach wie vor einzige Bank in Deutschland! Heute durchdringt der Umweltschutz alle unsere Unternehmensbereiche – wir arbeiten betriebsökologisch klimaneutral.

Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement der Sparda-Bank München
Christine Miedl ist Direktorin für Unternehmens­kom­munikation und Nachhaltigkeitsmanagement bei der der Sparda-Bank München eG. Christine Miedl be­gann ih­re Lauf­bahn bei der Spar­da-Bank Mün­chen 1992 als Ab­tei­lungs­lei­te­rin Mar­ke­ting. 2008 über­nahm sie als Di­rek­to­rin Un­ter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on den Auf­bau des Be­reichs Pres­se- und Öf­fent­lich­keits­ar­beit, seit Herbst 2014 ist sie Pres­se­spre­che­rin. Seit dem Früh­jahr 2011 en­ga­giert sich die ober­baye­ri­sche Ge­nos­sen­schafts­bank als Pio­nier­un­ter­neh­men für die Ge­mein­wohl-Öko­no­mie – ei­ne In­itia­ti­ve, die sich für ein neu­es Wirt­schafts­sys­tem ein­setzt, das auf Wer­ten wie So­li­da­ri­tät und so­zia­le Ge­rech­tig­keit ba­siert. Die re­gel­mä­ßi­ge Ge­mein­wohl-Bi­lan­zie­rung der Spar­da-Bank Mün­chen hat Chris­ti­ne Miedl eben­so ent­schei­dend mit­ge­stal­tet wie die um­fas­sen­den Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten der Bank – 2011 hat sie die Ver­ant­wor­tung für das ge­sam­te Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment im Un­ter­neh­men über­nom­men. 2018 hat Chris­ti­ne Miedl für ihr En­ga­ge­ment den B.A-U.M.-Um­welt­preis in der Ka­te­go­rie „Klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men“ erhalten.

Dazu erstellen wir seit 2013 auch regelmäßig eine CO2-Bilanz, um unseren Verbrauch und mögliche Verbesserungsmaßnahmen sichtbar zu machen.“

Weitere Beispiele dafür sind: Wir verwenden Recyclingpapier, nutzen intelligente Licht- und Wasserkonzepte und haben in den letzten Jahren die Homeoffice-Möglichkeiten für unsere Mitarbeiter weiter ausgebaut. Seit 2015 pflanzen wir für jedes neues Mitglied einen Baum in Oberbayern – mittlerweile sind hier über 80.000 Bäume gepflanzt und gerade planen wir die nächste Pflanzaktion im Oktober.

Steht die gesamte Bank (auch die Vorstände) hinter der Aktion?

Unser Umweltengagement wird im Unternehmen von einem breiten Konsens getragen.“

Der achtsame Umgang mit der Umwelt ist explizit in unserem Unternehmensleitbild festgeschrieben und das Thema Nachhaltigkeit in alle innerbetrieblichen Bereiche der Bank implementiert. Dem Vorstand ist es ein persönliches Anliegen, dass die nachfolgenden Generationen in einer gesunden Natur leben können – und mit unserer Beteiligung an der Gemeinwohl-Ökonomie möchten wir zeigen, dass man Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit sehr wohl in Einklang bringen kann. Auch unsere Mitarbeiter zeigen immer wieder, wie sehr ihnen das Thema „Umweltschutz“ am Herzen liegt und bringen u. a. auch neue Ideen bei Veranstaltungen und Workshops ein.

Fürchten Sie nicht, damit Kunden zu verprellen, die den Klimawandel als nicht existent ansehen?

Natürlich haben wir Verständnis dafür, wenn nicht alle Kunden unsere Haltung zum Klimawandel teilen. Aber wir sehen es eben auch als unsere Verpflichtung an, eine klare Position zu diesem elementaren Thema zu beziehen. Und wir stellen fest: Unsere Mitglieder identifizieren sich sehr stark mit unserem Engagement und kommunizieren das öffentlich – in den Sozialen Medien oder im Gespräch mit Freunden und Bekannten.

Die Frage von „Haltung und Identität“ ist auch für immer mehr Kunden bei der Wahl eines Unternehmens entscheidend. Es freut uns sehr, wenn die Leute merken: Wir sind anders als andere Banken!“

Wie möchte Ihre Bank mittel- und langfristig klimaneutral werden?

Wir wirtschaften bereits zu 100 Prozent betriebsökologisch klimaneutral. Und wir ergreifen kontinuierlich weitere Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren.“

Mit Erfolg: So konnten wir unsere Emissionen 2017 im Vergleich zu 2016 um 7,3 Prozent verringern. Vor allem die Reduktion bei den Arbeitswegen der Mitarbeiter – der größte Posten in der Bilanz – fällt positiv ins Gewicht und sparte 137 Tonnen CO2 ein. Die Restmenge der verbliebenen bzw. nicht vermeidbaren Emissionen wird seit 2014 durch den Erwerb von Klimazertifikaten gemäß dem Kyoto-Protokoll vollständig kompensiert. Wir folgen auch weiterhin dem Grundsatz: Unnötige Emissionen vermeiden, bestehende Emissionen reduzieren und unvermeidbare Emissionen ausgleichen. Der Weg ist hier das Ziel!

Wozu haben Sie sich bei „Entrepreneurs for Future“ verpflichtet?

Wir haben eine Stellungnahme unterzeichnet, die besagt, dass wir die Proteste von „Fridays for Future“ für mehr Klimaschutz unterstützen. Damit zeigen wir auch, dass wir hinter den Forderungen des Pariser Klimaschutzabkommens stehen und von der Politik zügig wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Klimawandel und eine ECHTE Klimapolitik fordern.

Haben Sie auch vor, besonders umwelt- und klimafreundliche Projekte mit Krediten zu fördern?

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unser Produktportfolio noch nachhaltiger aufzustellen.

Aktuell bieten wir zum Beispiel einen speziellen Kredit für Käufer eines Elektro- oder Hybridautos an; in Kooperation mit unserem Werte-Partner Polarstern gibt es für unsere Kunden einen besonderen Ökostrom-Tarif. Und über unseren Gewinn-Sparverein unterstützen wir zahlreiche Vereine und Initiativen im Umwelt- und Umweltbildungsbereich mit Spenden.“

Wird die Sparda Bank dann am kommenden Freitag (20.9.) zum Klimastreik auch schließen?

Nein, der Geschäftsbetrieb läuft weiter: Wir möchten den Service für  unsere Kunden sicherstellen.  Der Vorstand ermöglicht den Mitarbeitern im Rahmen von individuellen Absprachen im Team die Teilnahme auf freiwilliger Basis an  Klimademoveranstaltungen im Geschäftsgebiet. Im Falle der Teilnahme erhalten die Mitarbeiter bis zu drei Stunden Arbeitszeitgutschrift.

Wie kommunizieren Sie die Teilnahme?

Wir haben uns als Unterstützer bei „München macht mit“ registriert und werden kurzfristig auch noch einen Post auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen. Zudem wurde eine Pressemitteilung an die Medien verschickt. Weitere Informationen dazu finden Sie online auch unter www.zum-wohl-aller.de.

Frau Miedl, vielen herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg!aj

 
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https://itfm.link/95049 
 
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