STUDIEN & UMFRAGEN27. September 2019

Lünendonk-Studie 2019: IT-Dienstleister erwarten weiterhin zweistelliges Wachstum

Lünendonk-Studie 2019: Markt für IT-Dienstleister
Lünendonk & Hossenfelder

Positive Prognosen der IT-Dienstleister werden durch Investitionsplanungen der Kundenunternehmen bestätigt. Im Mittelpunkt stehen moderne Business-Anwendungen, stärkere Automatisierung der Fachprozesse sowie IT-Modernisierung. Agile Projekte nehmen deutlich zu und die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen kommt zunehmend aus den Fachbereichen. Der Mangel an Fachkräften und technologischem Know-how behindert Projektumsetzungen. Das sind die Ergebnisse der Lünendonk®-Studie „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“.

Die Nachfrage nach IT-Beratungs- und -Umsetzungsleistungen flacht nicht ab. Unternehmen investieren weiterhin stark in die Digitalisierung und haben damit 2018 für ein Rekordjahr bei den IT-Dienstleistungsanbietern gesorgt. Mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 11,9 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr konnten die analysierten IT-Dienstleister ihre Prognose sogar leicht übertreffen. Die Erwartungen für 2019 und 2020 sind zwar etwas vorsichtiger, aber mit 10,6 beziehungsweise 10,8 Prozent weiterhin sehr positiv. Als Treiber der Entwicklung sehen die Anbieter vor allem die Integration digitaler Lösungen in die Backend-IT, agile Anwendungsentwicklungen sowie Cloud-Implementierungen.

Investitionsplanungen bestätigen positive Wachstumsprognosen

Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk zur Digitalisierung der Versicherer
Lünendonk

Der IT-Dienstleistungsmarkt hat sich 2018 in neue Höhen geschwungen. IT-Dienstleister können auch künftig aufgrund fehlender Fachkräfte und fehlenden Know-hows in ihren Kundenunternehmen zur Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien mit einer weiterhin hohen Nachfrage nach externen Dienstleistungen rechnen. Und diese Geschäftsaussichten werden durch die Investitionsplanungen der befragten Kundenunternehmen in großen Teilen bestätigt.“

Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder


Besonders stark wollen die Anwenderunternehmen ihre IT-bezogenen Ausgaben für IT-Strategie/IT-Architektur, Anwendungsentwicklung und Implementierung sowie Weiterentwicklung und Modernisierung der IT-Landschaft erhöhen. Allerdings zeigen die Antworten auch, dass z.B. die Finanzdienstleistungsbranche stärker in Softwareentwicklung und die Modernisierung der IT-Landschaft investieren will.

IT-Dienstleister rechnen mit hoher Nachfrage
Lünendonk & Hossenfelder

Moderne Business-Anwendungen, stärkere Automatisierung der Fachprozesse und IT-Modernisierung sind Schwerpunkte

Die drei Themen moderne Business-Anwendungen, stärkere Automatisierung von Fachprozessen und die Modernisierung der IT als solides Fundament für digitale Prozesse und Geschäftsmodelle stehen im Mittelpunkt. So berichten 64 Prozent der befragten IT-Entscheider, dass sie auch künftig einen Investitionsschwerpunkt auf den Rollout von neuen Softwareanwendungen legen werden. Den zweiten Block bildet die Automatisierung der fachlichen Kern- und IT-Prozesse. Hier planen 59 Prozent, in die Automatisierung entsprechender Fachprozesse zu investieren. Jedes zweite Unternehmen wird einen signifikanten Teil der IT-Budgets für die Automatisierung der IT-Prozesse vorsehen. Bei der IT-Modernisierung setzt sich die Entwicklung der letzten Jahre fort, z.B. die Migration von On-Premise-Anwendungen in die Cloud. Für 45 Prozent stehen Investitionen in die Modernisierung ihrer Softwareanwendungen und IT-Infrastruktur weiterhin „sehr stark“ bis „stark“ auf der Agenda. Immerhin 31 Prozent planen, mehr für den Aufbau von Cloud-Plattformen aufzuwenden, um damit neue Geschäftsmodelle und Innovationen zu ermöglichen.

Lünendonk & Hossenfelder

Zunehmende Nachfrage aus den Fachbereichen

Auf den Innovations- und Digitalisierungsdruck reagieren die Fachbereiche mit weiteren Investitionen in digitale Technologien. Das wirkt sich auf einen Anstieg der IT-bezogenen Projekte in den Fachbereichen sowie die Umsatzanteile der befragten IT-Dienstleister aus. Während die Aufträge aus den Fachbereichen 2017 bei 34 Prozent lagen, stieg ihr Anteil 2018 auf rund 38 Prozent des Umsatzes der Anbieter.

Bei den Digitalisierungsprojekten kommen immer häufiger agile Methoden wie Scrum und DevOps zum Einsatz. Jedes dritte IT-Projekt setzen die Anwenderunternehmen bereits im agilen Modus um. Besonders häufig werden agile Methoden bei der Softwareentwicklung und der Legacy-Modernisierung eingesetzt. 2019 rechnen die befragten Unternehmen damit, dass der Anteil von agil umgesetzten Projekten auf 38,2 Prozent ansteigt.

Lünendonk & Hossenfelder

Fachkräftemangel behindert Projektumsetzungen

Lediglich 14 Prozent der untersuchten Anwenderunternehmen ist es gelungen, alle IT-Projekte auch abzuschließen. Wesentliche Gründe dafür sind zum einen das Spannungsfeld aus der Vielzahl an gleichzeitig laufenden Projekten, dem verfügbaren Budget und der Priorisierung auf die wichtigsten Vorhaben. Zum anderen wird der Aufwand oft falsch eingeschätzt, sodass sich der ursprüngliche Business Case nicht mehr rechnet. Aber vor allem der Mangel an Fach- und Technologie-Know-how erschwert die Projektumsetzung in den befragten Anwenderunternehmen.

Zwar werden immer wieder begonnene IT-Projekte aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr weiterverfolgt, dass jedoch in 31 Prozent der Unternehmen etwa jedes fünfte IT-Projekt nicht abgeschlossen wurde, war auch für uns eine Überraschung.“

Auch viele Beratungs- und IT-Dienstleister gaben an, einen Teil ihrer Projektanfragen aus Mangel an Fachkräften ablehnen zu müssen. Beispielsweise fehlen ausreichend Fachkräfte für eine ganze Reihe an Skills wie Data Scientists, Cloud- und Security-Experten und Softwareentwickler. Darüber hinaus mangelt es an ausreichend SAP-Spezialisten für die bevorstehenden Transformationsprojekte auf die neue ERP-Version S/4. Da SAP das Ende der Wartung für die aktuelle ERP-Version für das Jahr 2025 angekündigt hat, bleibt den SAP-Kunden nicht mehr viel Zeit für die Systemumstellung, und die Nachfrage nach Fachpersonal nimmt entsprechend zu.

Der Digitalisierungstrend verändert die Anforderungen an die Zusammenarbeit mit Beratungs- und IT-Dienstleistern. „Digitalprojekte erfordern immer öfter eine End-to-End-Umsetzung, also eine Kombination von Kreativ- und Designleistungen zur Entwicklung digitaler Produkte und Marken mit IT-nahen Umsetzungsleistungen, wie Data Management, agile Softwareentwicklung und Implementierung der digitalen Produkte und Softwaretools in die Prozess- und IT-Welt.“

Zur Studie

Für die Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“ wurden neben rund 70 IT-Dienstleistern auch knapp 150 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. Die Studie ist mit Unterstützung der Beratungs- und IT-Dienstleister BridgingIT, Lufthansa Industry Solutions, NTT Data, Pentasys, Senacor und Sycor entstanden. IT-Dienstleister und deren Kunden erhalten dadurch wichtige Kennzahlen und umfassende Informationen für ihre jeweilige Planung. Die Studie kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.pp

 
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