STRATEGIE4. August 2020

Outsystems: Wie Santander mit Low-Code-Entwicklung die Digitalisierung vorantreibt

Outsystems

Mit der Corona-Pandemie ist Agilität zu einem der zentralen Überlebensfaktoren am Markt geworden: Wer sich schnell und flexibel an die neuen Gegebenheiten anpassen kann, erhöht seine Chancen, möglichst unbeschadet aus der Krise hervorzugehen. Banken und Versicherungen können mit Hilfe von effizientem Development diesem Digitalisierungsdruck gerecht werden. Eine Untersuchung zur Verbreitung agiler Arbeitsweisen durch den aus Portugal stammenden Low-Code-Entwicklungsanbieter Outsystems hat ermittelt, dass 52 Prozent der Befragten noch ganz am Anfang der Umsetzung ihrer agilen Strategie stehen – und damit der Krise alles andere als gut gerüstet gegenübertreten.

Die aktuelle Krise lenkt den Fokus der Unternehmen auf das eigene Überleben“, erklärt Martin Otten, Regional Vice President von Outsystems. „Mit der Corona-Pandemie haben sich die Gegebenheiten für Unternehmen aller Art in nie dagewesener Geschwindigkeit verändert. Das wird in unserem Bericht deutlich: Für die Teilnehmer, die gleich zu Beginn des Befragungszeitraums im Februar teilgenommen haben, war es ein wichtiges Ziel, ihre Konkurrenz zu übertrumpfen.“ Im Verlauf der Pandemie sei dieses Ziel auf den letzten Platz der Wichtigkeit zurückgefallen. Die Unternehmen waren mit einem Mal mit sich selbst beschäftigt – „und damit, sich möglichst schnell an die neue Realität und die geänderten Bedürfnisse ihrer Kunden anzupassen.“

Outsystems

Eine solche Flexibilität erfordert ein hohes Maß an unternehmensinterner Agilität. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen jedoch, dass agile Arbeitsweisen noch längst nicht zum Standard in den befragten Unternehmen geworden sind. Gut die Hälfte der befragten Unternehmen (52 Prozent) hat bisher allenfalls rudimentäre erste Schritte eingeleitet oder noch keine Bestrebungen unternommen. Entsprechend ist auch nur ein Viertel (24 Prozent) der Befragten komplett zuversichtlich, gut auf ungeplante Änderungen reagieren zu können – doch genau vor dieser Herausforderung stehen Unternehmen in der aktuellen Krise.

Einer der Grundbausteine für die Agilität eines Unternehmens als Ganzes ist die Agilität innerhalb seiner Entwicklungsabteilung, so Martin Otten:

Wer mit neuen Prozessen oder neuen Produkten schnell auf geänderte Anforderungen reagieren möchte, benötigt eine ebenso schnelle und flexible Entwicklungsabteilung, welche die erforderliche Software zur Verfügung stellen kann.“

Martin Otten, Regional Vice President Outsystems

Zu Vergleichszwecken wurden die befragten Unternehmen auf Basis ihrer Angaben zu ihrer Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen, des Grads ihrer agilen Arbeitsweisen sowie ihrer durchschnittlichen Software-Bereitstellungszeit in die beiden Gruppen „Vorreiter“ („leaders“) und „Nachzügler“ („laggards“) eingeteilt.

Integration von Legacy-Systemen als Herausforderung

Outsystems

Agilitäts-Vorreiter wenden, das zeigte die Studie, mehr Zeit für die Erstellung neuer Anwendungen auf, anstatt alte Anwendungen zu warten oder zu ersetzen. Nachzügler hingegen wenden den Großteil ihrer Zeit für Fehlerbehebung sowie die Wartung bestehender IT-Lösungen auf und sind damit zu großen Teilen ausgelastet. Dadurch fehlt es ihnen an Tools, Fähigkeiten und Prozessen, was es für sie schwieriger macht, ihre Arbeit zu beschleunigen.

Dies spiegelt sich unter anderem auch in den Gründen für Verzögerungen bei der Software-Entwicklung wider. Während die größten Herausforderungen für beide Gruppen die Integration von Legacy-Systemen (Vorreiter: 40 Prozent, Nachzügler: 67 Prozent) sowie unklare Anforderungen (Vorreiter: 39 Prozent, Nachzügler: 51 Prozent) sind, nennen die Vorreiter anschließend die Gestaltung der Nutzererfahrung (35 Prozent) und Front-end-Entwicklung (32 Prozent) als größte Schwierigkeiten. Bei den Nachzüglern hingegen stehen ein Mangel an technischen Fähigkeiten (49 Prozent) sowie der Umgang mit neuen Technologien und Standards (36 Prozent) auf Platz drei und vier der Problemliste.

Fehlende Kompetenzen verschärfen Problematik

Daran wird deutlich, dass Nachzügler noch damit zu kämpfen haben, ihre Ideen technisch umzusetzen, während Vorreiter ihre Lösungen bereits unter Customer-Experience-Gesichtspunkten veredeln. Entsprechend unterscheiden sich auch die Investitionsprioritäten der beiden Gruppen: Während Vorreiter in eine Ausweitung ihrer agilen Methoden (56 Prozent) investieren, steht das Auslagern von Entwicklungsaufgaben an erster Stelle (47 Prozent) der Prioritäten der Nachzügler.

Martin Otten / Outsystems

Die Ergebnisse der Befragung haben auch gezeigt, dass Agilitäts-Vorreiter als attraktivere Arbeitnehmer wahrgenommen werden und damit gerade in Zeiten des Fachkräftemangels deutlich geringere Schwierigkeiten haben, qualifiziertes Personal zu finden. So perfektionieren die Vorreiter ihre agilen Fähigkeiten immer weiter, während sich die Probleme der Nachzügler verschärfen.“

Martin Otten, Regional Vice President Outsystems

Low-Code-Development am Beispiel der Santander Consumer Bank

Konkret, so berichtet Otten, ergeben sich auch im Kontext von Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister zahlreiche Anwendungsszenarien für Low-Code-Entwicklung. Einer der Referenzkunden von Outsystems ist die Santander Consumer Finance Portugal. Die portugiesische Santander hat zum Jahresbeginn 2020 immerhin 70 Prozent der Kernsysteme ersetzt und in Kooperation mit KPMG eine neue Plattform im Rahmen der digitalen Transformation geschaffen. Wie Domingos Ferreira, IT und Operations Director betont, habe man in gerade einmal drei Jahren eine technologische Architektur ersetzt, die zuvor in rund 20 Jahren entstanden sei. Über 90 Prozent der Partner übernahmen das digitale Onboarding, wobei 14 neue Applikationen geschaffen wurden.

Dabei ist der technologische Wandel an sich nicht das Endziel. Der eigentliche Erfolg sei die neu gewonnene Agilität, die es der Bank ermöglicht, neue Angebote schnell auf den Markt zu bringen – mit gestrafften, digital optimierten Prozessen und einer deutlich verbesserten Kundenerfahrung. Darüber hinaus bestätigten die höheren Werte für die Kundenzufriedenheit, dass verbesserte Kundenerfahrungen einen Unterschied machen.

Der kulturelle Wandel geht Hand in Hand mit der digitalen Transformation von Santander Consumer, da die Bank einen kundenzentrierteren, agileren Ansatz verfolgt, um die Produkte und Erfahrungen zu entwickeln und bereitzustellen, die ihre Partner und Anwender benötigen.

Outsystems-Studie kostenlos zum Download verfügbar

Bereits seit 2014 untersucht Outsystems jährlich den aktuellen Stand der Applikationsentwicklung und die daraus resultierenden Herausforderungen für Unternehmen. Für die aktuelle Ausgabe wurden weltweit über 2.200 Führungskräfte (IT und Business) aus den verschiedensten Branchen befragt. Die diesjährige Umfrage fand von Februar bis März statt und fiel damit mit dem Beginn der COVID-19-Pandemie zusammen. Die Ergebnisse spiegeln damit die Wahrnehmung der Befragten im Kontext dieser weitreichenden Veränderungen wider.

Der vollständige Bericht „The Speed of Change“ steht hier zum kostenlosen Download gegen Angabe der persönlichen Daten bereit. Die Untersuchung zum „Status quo der Applikationsentwicklung“ von 2019 ist ebenfalls weiterhin verfügbar. tw

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/109578 
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.