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FINTECH9. Mai 2017

PSD2-RTS unter Kritik: 66 Unternehmen fordern Europ. Kommission zu Änderungen für FinTechs auf

mast3r/bigstock.com

66 Unternehmen und Verbände haben ein PSD2-Manifest zur aktuellen RTS verfasst und unterzeichnet. Ziel des Dokuments sei es, die Europäische Kommission dazu zu veranlassen, Änderungen an dem aktuellen Entwurf der Regulatory Technical Standards (RTS) unter der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive 2, PSD2) vorzunehmen.

Wenn die RTS so, wie sie aktuell von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) vorgesehen sind, verabschiedet werden, haben sie potenziell negative Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle vieler im FinTech-Umfeld agierender Firmen, da sie das rückgängig machten, was FinTech-Unternehmen in den vergangenen Jahren erreicht haben – so die Unterzeichner.

Letzte Verhandlungsetappen rund um die RTS stehen an

Die Unternehmen (von Klarna/Sofort über figo, PPRO, FinTechSystems bis hin zu kleineren FinTechs) sind davon überzeugt, dass die vorgesehenen Standards, insbesondere diejenigen, die die Kommunikation zwischen FinTechs und Banken im Namen der Kunden betreffen, einen negativen Effekt hätten – ganz im Gegensatz zu dem, wofür die PSD2 ursprünglich vorgesehen war.

PPRO

Wir, die Unterzeichner des Manifestes, glauben, dass die regulatorischen technischen Standards der EBA den in der PSD2 festgelegten Prinzipien widersprechen. Sie verzerren sie vielmehr, indem sie bewährte, sichere Technologien wie den Direct Access über die existierende – und sorgfältig gepflegte – kundenseitige Online-Banking-Oberfläche der Bank verbieten. Daher fordern wir die politischen Entscheidungsträger dringend dazu auf, die RTS dem PSD2-Text so anzupassen, dass bestimmte Technologien, wie Direct Access, nicht mehr ausgeschlossen werden, sondern Technologieneutralität und Verbraucherauswahl im Zahlungswesen bewahrt werden. Wir engagieren uns in dieser branchenweit wichtigen Angelegenheit, um die Zukunft der europäischen FinTech-Industrie zu sichern“

Ralf Ohlhausen, Business Development Director der PPRO Group

Die vorgesehenen Standards hätten einen nachteiligen Einfluss auf den Wettbewerb, gefährdeten die Kontrolle der Verbraucher über ihre persönlichen Finanzdaten und hätten besonders negative Auswirkungen auf die zukünftige Innovation in Europa. Darüber hinaus sind sie nicht nur mit der PSD2 unvereinbar, sondern würden FinTechs zudem zwingen, sich in eine technologische Abhängigkeit von Banken zu begeben, da sie diese in die Position des Torwächters für den FinTech-Sektor versetzen würden.

Das Manifest umreißt gemeinsame Sorgen sowie Vorschläge, wie die Standards sowohl den Wettbewerb, als auch die Innovation und Verbraucherauswahl verbessern könnten.aj

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