STUDIEN & UMFRAGEN6. Februar 2018

Studie: Mehrheit der Deut­schen für Abschaffung des Kleingelds – aber: Bargeld-Vorliebe sei leicht gestiegen

Splendid Research

Der repräsentativen Studie „Ab­schaf­fung von Klein- und Bargeld“(PDF, Splendid Research) zufolge sei deutlich mehr als die Hälfte der Deutschen für die Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen. Schon 2016 gab es eine Mehrheit für das Ende des lästigen Kupfergeldes. Insgesamt zahlen die Deutschen allerdings am liebsten mit Bargeld.

Die Hamburger Marktforscher haben im Januar 2018 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.022 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren online zu ihrer Einstellung zu Bargeld sowie zum Zahlungsverhalten befragt. Dabei wurde unter anderem ermittelt, ob die Bundesbürger eine Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen befürworten, ob sie eine Obergrenze bei Barzahlungen akzeptieren würden und wie sie verschiedene Arten von Produkten am liebsten bezahlen.

Wie stehen die Deutschen zum Bargeld?
Splendid Research

Auch im Jahr 2018 ist mehr als jeder zweite Deutsche für die Abschaffung der kleinen Cent-Münzen in Deutschland. Für das damit verbundene Auf- und Abrunden des Endbetrags bei Barzahlungen sprechen sich fast zwei Drittel der Bundesbürger aus.“

Bargeld: Lieber für Lebensmittel als für Kleidung

Während die Zustimmung zur Kleingeldabschaffung 2015 noch bei 53 Prozent und 2016 bei 57 Prozent lag, liegt sie in diesem Jahr bei 58 Prozent. In der Altersgruppe von 60 bis 69 Jahren hat der Anteil der Befürworter im Vergleich zu 2016 am stärksten zugenommen. Platzgründe im Portemonnaie sowie verlängerte Bezahlvorgänge an der Kasse sind die Hauptgründe, sich für eine Abschaffung auszusprechen.

Die Abschaffungsgegner hingegen befürchten, der Handel könnte mit Preissteigerungen reagieren.“

Splendid Research

Im Vergleich mit ihren europäischen Nachbarn sind die Deutschen absolute Bargeldfans. Für eine komplette Abschaffung des Bargeldes spricht sich nur eine Minderheit von 13 Prozent aus. Und auch eine Obergrenze für Barzahlungen würde nur von 18 Prozent der Bundesbürger akzeptiert. Der Anteil der Personen, die am liebsten mit Bargeld zahlen, hat im Verhältnis zu 2016 sogar wieder zugenommen. Besonders Lebensmitteleinkäufe bezahlen die Deutschen im Vergleich zum vorletzten Jahr lieber mit Münzen und Scheinen.

In Produktkategorien wie Mode, Technik und Wohnen/Einrichten, bei denen oft höhere Beträge auf der Rechnung stehen, wird allerdings häufiger die Girocard, meistens noch als EC-Karte bekannt, präferiert.“

Mehr Bargeld …Splendid Research

Nahezu jeder Deutsche hat Bargeld im Portemonnaie, im Durchschnitt sind es 67 Euro. Im Vergleich zu 2016 sind das sechs Euro weniger. Den höchsten Betrag an Münzen und Scheinen führen Bundesbürger im Alter von 50 bis 59 Jahren mit sich, hier sind es durchschnittlich 77 Euro. Deutsche im Alter von 18 bis 29 Jahren haben mit 49 Euro am wenigsten Bargeld in ihrem Geldbeutel. Auch die Geschlechterklischees lassen sich bestätigen: Männer verwahren im Schnitt 12 Euro mehr Bares und damit rund 73 Euro in ihrem Portemonnaie, Frauen führen nur 61 Euro mit sich.

Mobiles Bezahlen – noch kaum Angebote

Ein wenig gewagt geht die Studie mit der Aussage zum mobilen Bezahlen um. So sagt Spledid Research „Das mobile Bezahlen mit dem Smartphone kann sich weiterhin nicht durchsetzen. Über alle Produktkategorien hinweg liegt der Anteil der Personen, die Rechnungen am liebsten mit dem Handy begleichen, unter einem Prozent.“ Nun sollte man dabei bedenken, dass es keine wirklich großen Vertreter der Gattung gibt. Weder Girocard Mobil, noch Apple Pay oder Android Pay sind in Deutschland auch nur im Ansatz flächendeckend verfügbar. Auch bei den „Sonstigen“ sind SamsungPay, HuaweiPay, AliPay & Co. nicht da. Die Aussage bezieht sich also ausschließlich auf einzelne Apps wie Boon, Seqr & Co., die in Deutschland aber eher nur bei Payment-Nerds bekannt sind. Insofern muss man die Splendid-Aussage erheblich hinterfragen.

Die vollständige Studie können Sie hier Anfordern. Sie wird nach Registrierung per E-Mail zugesendet. aj

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/65247
 
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