STUDIEN & UMFRAGEN8. Jun. 2016

Absolit-Studie 2016: Viele Versicherungen verschlafen Social Media

Absolit
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Facebook hat weltweit über 1,3 Milliarden Nutzer, davon rund 26 Millionen in Deutschland. Dennoch haben 23% der deutschen Versicherungen noch immer keine Facebook-Seite und 30% sind nicht bei Twitter vertreten. Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen hat die Online-Aktivität insgesamt gegenüber 2015 sogar nachgelassen. Immerhin ist die mobile Erreichbarkeit der Angebote besser geworden, stellt die aktuelle Absolit-Studie „Versicherungen Online 2016 – Die Online-Aktivitäten führender deutscher Versicherungen“ fest. Die Kurzversion der Studie ist kostenlos, die Vollversion (PDF, 139 S.) ist für 389.- Euro erhältlich.

Die wichtige Präsenz in Suchmaschinen, charakterisiert durch den Bereich SEO, konnten die meisten Unternehmen gegenüber 2015 verbessern, denn Suchmaschinen tragen zu etwa 42% zu den Seitenaufrufen der Versicherungen bei. Hier haben viele ihre Hausaufgaben gemacht, Informationsangebote erweitert und auf die Effizienz von Suchbegriffen geachtet. Erstaunlicherweise sind aber gerade viele Direktversicherer in den Suchmaschinen nicht besonders gut sichtbar.

Torsten Schwarz
Torsten Schwarz

Bei der Suche nach einer Versicherung nutzen Verbraucher gewiss das Internet. Unverständlich ist daher das Ausmaß, in dem die Assekuranz den Kopf in den Sand steckt, anstatt mehr Informationen online anzubieten. Selbst Direktversicherer schöpfen nur wenige Möglichkeiten der Neukundengewinnung aus.“

Torsten Schwarz, Studienleiter bei Absolit

Zudem ist bei fast zwei Drittel der untersuchten Unternehmen die Anzahl der Backlinks zurückgegangen. Möglicherweise fehlt es an interessanten Inhalten, auf die es sich lohnt zu verlinken. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass auch nur 15 Unternehmen die Besucherzahlen erhöhen konnten.

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Allmählich hat sich wohl auch bei den Versicherungen herumgesprochen, dass rund die Hälfte der Deutschen mobil surft. Immer mehr haben responsive oder mobile Webseiten, aber noch immer unternehmen 27 Prozent der Unternehmen nichts für den mobilen Zugriff. Und das, obwohl sich dies inzwischen sogar nachteilig auf das Ranking bei Suchmaschinen auswirkt.

Doch Nutzer kommen nicht nur über Suchmaschinen. Etwa 38 Prozent rufen Webseiten direkt auf, sei aus durch die große Bekanntheit eines Anbieters oder infolge klassischer Werbung in anderen Medien. Verweise anderer Webseiten (Referrals) tragen recht unterschiedlich dazu bei. Generali und ERGO erhalten mehr als ein Drittel des Traffics von anderen Webseiten – sie haben also eine gute Reputation und Verlinkung. Kaum ein Anbieter schafft es hingegen, Besucher über E-Mails oder Kanäle der sozialen Netzwerke auf die Webseiten zu holen. Führend ist hierbei derzeit die Nürnberger, aber dennoch mit nur 7 Prozent Besucheranteil, die auf diesem Wege dahingelangen.

Dringender Nachholbedarf bei Social Media

Anteil aktiver Facebook-Fans
Anteil aktiver Facebook-FansAbsolit

Angesichts dessen, dass Facebook für viele zum Alltag gehört und dass sich immer mehr Leute vorstellen können, auch Versicherungen online abzuschließen, wird hier noch viel Potenzial verschenkt. Zudem erwarten Kunden oft auch, dass der Servicekanal Facebook wie eine Callcenter-Hotline funktioniert.

Während es Allianz und Zurich allein schon durch ihre Größe auf über 300.000 Fans bringen, nutzen die meisten Versicherer die Möglichkeiten zur Interaktion auf Facebook zu wenig. Das zeigt sich auch daran, dass der Anteil aktiver Facebook-Fans zumeist im unteren Prozentbereich liegt. Bei Twitter ist die Präsenz der Versicherer sogar noch erheblich geringer, obwohl man hier kurz und knapp über Neuigkeiten berichten und auch mit Followern interagieren kann.

Uneinheitliche Entwicklung bei den Online-Aktivitäten

Die Entwicklung der Online-Aktivitäten zeigt insgesamt ein gemischtes Bild. Die stärksten Verbesserungen der Online-Aktivitäten waren bei VGH, AachenMünchener, Debeka, Nürnberger und AXA festzustellen. AXA rückt erstmals in die Top10 der online aktivsten Versicherungen vor. Gründe dafür sind mehr Suchbegriffe, bessere Sichtbarkeit in Suchmaschinen und eine Verdreifachung der Social-Media-Aktivitäten. Andererseits konnte die Hälfte der Unternehmen ihren Standard von 2015 nicht halten.

Zur Berechnung der Onlinepräsenz analysierte Absolit vielfältige Kriterien wie Besucher der Website, Anzahl indizierter Seiten bei Google und die Reputation mittels Klout. Angaben zu sozialen Netzwerken entstammen direkt den Diensten Facebook, Twitter und Google+. Für weitere Kenngrößen kamen Tools wie Sistrix, Searchmetrix und Xovi zum Einsatz.

Analysiert wurden die 40 online aktivsten deutschen Versicherungen: AachenMünchener, Allianz, Alte Leipziger, ARAG, Asstel, AXA, Barmenia, Basler, BGV, Continentale, CosmosDirekt, DA Direkt, Debeka, DEVK, ERGO, ERGO Direkt, Generali, Gothaer, Hannoversche, HanseMerkur, HDI, Helvetia, HUK24, HUK-Coburg, LVM, Mannheimer Versicherung, Münchener Verein, Nürnberger, Provinzial Nord, Provinzial Rheinland, R+V, Signal Iduna, Stuttgarter, SV Sparkassenversicherung, VGH, VHV, VKB, WGV, Württembergische, Zurich.

Eine Kurzversion der Studie ist hier kostenlos erhältlich – die ausführliche Variante kann als PDF-Datei für 389.- Euro hier erworben werden.pp

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=32145
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