STRATEGIE20. Januar 2021

BPM ist allgegenwärtig – zumindest bei Process Mining, Process Intelligence, Robotic Process Automation

BPM ist das STeckenpferd von Dr. Gero Decker, CEO Signavio
Dr. Gero Decker, CEO SignavioSignavio

BPM ist allgegenwärtig: Denn wer bei der digitalen Transformation mitspielen möchte, muss sich unter anderem mit den eigenen Prozessen auseinandersetzen. Dabei begegnet man Process Mining, Process Intelligence, Robotic Process Automation und vielen anderen Begriffen. Fünf Trends, die die BPM-Zukunft bestimmen – und Tipps für die Umsetzung eines datengetriebenen, kundenorientierten Prozessmanagements.

von Dr. Gero Decker, Signavio

Die Prozessoptimierung und -automatisierung zur Zeit- und Kosteneinsparung, Reduzierung manueller Tätigkeiten oder Steigerung der Qualität beschäftigt nach wie vor viele Unternehmen. Fünf aktuelle BPM-Trends:

BPM-Trend 1: Prozessmanagement rückt in den Fokus

Früher wurde Prozessmanagement primär als ein Tool betrachtet, um Themen wie Standardisierung, Steigerung der Effizienz und Kostensenkung voranzutreiben. In letzter Zeit haben aber immer mehr Unternehmen die Prozessoptimierung zu einem integralen Bestandteil der gesamten strategischen Planung gemacht. Forciert wurde diese Entwicklung durch die Covid-19-Pandemie, denn in vielen Fällen hat gerade ein effizientes BPM entscheidend zur Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen beigetragen.

Der Trend zur strategischen Verankerung eines starken Prozessmanagements wird sich 2021 fortsetzen.“

Tipp 1: Unternehmen sollten einen prozessorientierten Ansatz nutzen, um zu analysieren, wie sie die Organisation weiterentwickeln können und was sie dafür tun müssen.

BPM-Trend 2: Customer Excellence wird zu Customer Obsession

Autor Dr. Gero Decker, Signavio
Als Mitbegründer und CEO ist Gero Decker für die übergreifende strategische Ausrichtung von Signavio (Website) verantwortlich. Er ist ein BPM-Experte und begeistert sich für Produktinnovation. Bevor er Signavio gründete, war Gero für SAP und McKinsey tätig. Gero promovierte am Hasso-Plattner-Institut und erwarb dort seinen Doktortitel in Business Process Management.
In immer stärkerem Maße ist das Kundenerlebnis für Unternehmen und Marken wichtig. Es gewinnt gegenüber Produkt und Preis an Relevanz. Das bedeutet für Unternehmen, dass sie die Themen Customer Service und Customer Excellence weiterentwickeln müssen, und zwar in Richtung Customer Obsession, also einer maximalen Kundenorientierung.

Tipp 2: Die Kunden definieren, ob ein Unternehmen morgen noch relevant ist und wie die Geschäftsanforderungen der Zukunft aussehen werden. Deshalb wird die effektive Modellierung der Customer Journey 2021 für nahezu jedes Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein.

BPM-Trend 3: Datengetriebenes Prozessmanagement gewinnt an Relevanz

Wenn ein Unternehmen eine digitale Transformation ohne aussagekräftige Daten vorantreibt, handelt es vom Prinzip her eher ziellos. Auch wenn es vielleicht an sein Ziel gelangt, effizient ist diese Vorgehensweise nicht. Diese Erkenntnis gewinnt 2021 zunehmend an Gewicht. Daten werden sich von einer bloßen Ressource zu einem Enabler einer gelungenen Business-Transformation entwickeln. Das heißt, datengesteuerte Techniken werden zum festen Bestandteil eines effizienten Prozessmanagements.

Tipp 3: Unternehmen sollten auf Basis eines datengetriebenen Prozessmanagements ihre Abläufe in Echtzeit analysieren, um schnell und zielgerichtet handeln zu können.

BPM-Trend 4: Robotergestützte Prozessautomatisierung erfolgt auf Unternehmensebene

Die robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA) hat in vielen Fällen noch nicht die Vorteile gebracht, die sich Unternehmen erhofft haben. Ein Grund ist, dass nicht auf der richtigen Grundlage, also auf Basis optimaler Prozesse automatisiert wurde. Immer mehr Unternehmen erkennen nun, dass ein starkes Prozessfundament die Bedingung für eine effektive Automatisierung ist – gerade auch im Hinblick auf die anstehende Hyperautomation, die die dynamische Ermittlung, Gestaltung und Steuerung von Geschäftsprozessen mithilfe von Bots und unter Nutzung unterschiedlichster Technologien wie RPA, Machine Learning oder Künstliche Intelligenz ermöglicht.

Tipp 4: Unternehmen sollten die passende Automatisierungstechnologie für ihren konkreten Anwendungsfall auswählen, die Prozesse vor der Automatisierung optimieren und vereinfachen und gewährleisten, dass Menschen und Technologie harmonisch zusammenarbeiten.

BPM-Trend 5: BPM-Verantwortliche definieren ihre Rolle neu

2021 werden Prozessmanagement-Verantwortliche ihre Rolle neu definieren müssen. Sie können Prozessmanagement nicht mehr nur als eine rein technische Disziplin betrachten, sondern müssen den Fokus auch auf die Kommunikation, das Aufzeigen von Werten und vor allem auch auf die Verankerung der Prozessperspektive in der Chefetage legen.

Tipp 5: BPM-Verantwortliche sollten die Themen Business-Transformation und datengesteuertes Prozessmanagement an die Spitze der „Must-Do“-Liste ihres Unternehmens bringen und so die Zukunft aktiv mitgestalten.

Abschließend

Die Planung der Zukunft ist entscheidend für den unternehmerischen Erfolg. Gerade die Coronakrise hat aber gezeigt, wie schnell auch die besten Pläne über den Haufen geworfen werden können. Die Frage lautet also:

Wie können Unternehmen ihre Geschäftsprozesse erfolgreich auch an unsichere Zeiten anpassen.“

Eine elementare Maßnahme dafür ist die Etablierung eines datengetriebenen und kundenorientierten Prozessmanagements. Und dabei darf nicht vergessen werden, dass eine erfolgreiche Prozessoptimierung in den Verantwortungsbereich des C-Levels fällt. Schließlich entscheiden Prozesse immer auch über die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.Dr. Gero Decker, Signavio

 
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