STUDIEN & UMFRAGEN6. Dezember 2021

Branchenkompass Banking 2021: Banken suchen nach neuen Geschäftsmodellen

Branchenkompass Banking
Sopra Steria

40 % der Banken erwarten, dass sich die Branche bis 2023 besser als die deutsche Gesamtwirtschaft entwickeln wird. Digitalisierung und Automatisierung sollen die Zukunft der Institute prägen. Und dennoch sucht die ganze Branche händeringend nach neuen Geschäftsmodellen. Das sind die Ergebnisse des Branchenkompass Banking 2021 von Sopra Steria (75 Euro).

Mehr als jedes zweite Finanzinstitut treibt die Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse massiv voran. Diese strategische Maßnahme sei jetzt sogar wichtiger als das Gewinnen neuer Kunden und der Ausbau der Service- und Beratungsqualität, so die Studie. Besonders Selfservice-Lösungen gelten als Effizienz-Booster. Ein Drittel der Befragten rechnet zudem mit Fusionen und Übernahmen. Ziel sei es, von Synergien zu profitieren.

Auch der Druck von neuen Wettbewerbern mache den Banken Probleme. Für jeden Schritt in einem Kreditprozess gebe es laut Sopra Steria mittlerweile einen FinTech-Spezialisten, der eine kostengünstigere Lösung anbieten kann.

Abseits der Kosten für die Banken würden Digitalisierung und Automatisierung auch den Kunden zugute kommen. Bezahlen per Smartphone und NFC-Schnittstelle, biometrische Verfahren zum Identifizieren sowie Videochats und Videoberatung sind mehr oder weniger etabliert bei den Banken. Die Digitalexpertise, die Banken aufgebaut haben, wollen sie in weitere Angebote für Kunden lenken.

Neue Ideen gesucht

Laut den Branchenkompass Banking 2021 arbeitet die gesamte Bankenbranche derzeit auf breiter Front am Ausbau ihrer Ertragsposition. Die Mehrheit (59 %) nimmt bis 2023 neue Produkte ins Sortiment und wird dabei zunehmend Leistungen von Drittanbietern vertreiben. Jedes zweite Institut dreht zudem an der Gebührenschraube, 41 % denken über Negativzinsen nach oder haben sie bereits eingeführt.

Drei von vier Instituten suchen dazu generell nach einem neuen Geschäftsmodell und alternativen Ertragsmodellen.”

41 % der Befragten rechnen damit, dass Kunden künftig Kreditinstitute bevorzugen werden, die ihnen über digitale Ökosysteme Komplettlösungen für ihre individuellen Bedürfnisse anbieten.

Banken könnten diese Plattformen beliefern oder selbst Plattformbetreiber sein. 31 % der Institute mit Plattformambitionen bevorzugen die Lieferantenstrategie, 24 % wollen eigene Ökosysteme aufbauen. Die Mehrheit (42 %) fährt einen Hybridkurs und verfolgt beide Strategien.

Ein weiteres Geschäftsfeld mit Zukunft, bei dem Banken ihre Expertise zum Einsatz bringen könnten, sei zum Beispiel auch die Vernetzung in der verarbeitenden Industrie und die Verarbeitung der entstehenden Daten. Denkbar sei laut der Studie ein “Banking of Things”, das beispielsweise die Finanzierung von Maschinen nach dem Pay-per-Use-Prinzip ermöglicht. Ein Drittel der befragten Banken ist im IoT-Geschäft bereits tätig.

Sopra Steria

Die Ergebnisse zeigen, dass viele Banken in der Findungsphase sind und sich nicht festlegen, welche Rolle sie im Markt künftig spielen wollen. Dieses Zögern sollte nicht zu lange dauern, denn ein Tanzen auf allen Hochzeiten kann sehr schnell sehr teuer werden.“

Martin Stolberg, Division Head Banking bei Sopra Steria

Über die Studie

Der Branchenkompass Banking 2021 zeigt, wo deutsche Banken im Veränderungsprozess stehen, wie sie mit den Herausforderungen umgehen und welche Strategien sie bis 2023 angehen und umsetzen wollen. Das Marktforschungsinstitut moweb research führte hierfür im Juli und August 2021 im Auftrag von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut eine Online-Befragung von 100 Fach- und Führungskräften von Banken mit Bilanzsummen von mehr als 500 Millionen Euro durch.

Den Branchenkompass können sie für 75 Euro hier herunterladen.ft

 
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