STRATEGIE28. Juni 2018

1. August: Sparkassen starten Bezahlen per Smartphone; DSV-Chef: „Digitalisierung ist Schlüssel zur Zukunft“

So könnte es dann aussehen – BildmontageITFM/diverse Quellen

Im aktuellen Geschäftszahlen-Bericht der DSV-Gruppe stecken dieses mal ein paar interessante Infos und Neuerungen – jenseits der Umsatzzahlen. So lässt der DSV, der sich aus dem Deutschen Sparkassenverlag sowie seinen Tochter- und Beteiligungsunternehmen zusammensetzt, ein wenig seine Digitalisierungspläne durchblicken und nennt den Starttermin für das mobile Payment per girocard: Am 1. August geht es los.

Dr. Michael Stollarz, seit 1. Januar 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe, umreißt die Zielsetzung der DSV-Gruppe:

Dr. Michael Stollarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe
DSV

Jetzt gilt es, unsere Rolle als Innovator und Dienstleister weiter zu stärken, um die Institute und Verbände auf dem Weg in die Digitalisierung nachhaltig zu unterstützen. Die Digitalisierung an sich ist zwar kein Geschäftsmo­dell. Aber sie ist der Schlüssel zum Erfolg der Zukunft. Viele Aufgaben rund um das Thema Banking sind digital viel schneller und einfa­cher zu erledigen. Davon profitieren ei­nerseits die Sparkassenkun­den; andererseits die In­stitute, wenn es ihnen gelingt, ihre Giroverbin­dung als zentrales Binde­glied der Kundenbeziehung zu festigen und weiter auszubauen.“

Neben Michael Stollarz, der vor seiner Tätigkeit für den DSV unter anderem als Geschäftsführer des Handelsblatt-Verlags sowie der Burda Media Group tätig war, gehören Ottmar Bloching (Payment) und Stefan Roesler (Medien und Kommunikation) der neu formierten DSV-Geschäftsführung an. 

Neuordnung des DSV-Angebots

Ziel der Neuausrichtung beim DSV seien Neuentwicklungen im digitalen Segment und mehr Standardlösungen, um kostenaufwändige Individualangebote zu vermeiden. Darüber hinaus wurde auch die Aufgabenverteilung zwischen dem DSV und dem SFP (Sparkassen Finanzportal) neu organisiert, um Doppelentwicklungen zu vermeiden. Der DSV (Bereich Fach- und Bildungsmedien) übernimmt künftig die klassischen verlegerischen Angebote im medialen Segment, während sich das SFP auf Kommunikationslösungen für die Sparkassen konzentriert.

DSGV, BerlinDSGV

So komme beispielsweise in Kooperation des SPF mit dem DSGV ein gemeinsamer Co-Workings/Newsrooms in Berlin. Dort soll künftig die gemeinsame Sparkassenkommunikation verantwortet werden. Zusätzlich würden aus dem Co-Working Sparkassen, Regionalverbände und Verbundunternehmen mit Informationen und Inhalts-Angeboten versorgt. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird die Hälfte vom SFP gestellt. Ebenso werde es eine „Evidenzstelle“ der Sparkassenorganisation geben, in der alle digitalen Angebote, Entwicklungen und Initiativen der Sparkassen-Finanzgruppe zentral aufgeführt werden. Das soll helfen, dass sich die Sparkassen jederzeit einen Entwicklungs-Überblick verschaffen und auch bei Projekten mitwirken können.

DSV

Chatbot „Linda“ werde Berater entlasten

Auch eine Social Media Marketing Suite (ebefalls SFP) gebe es nun. Das Angebot ermögliche es den Instituten, ihre Social-Media-Aktivitäten (Community Management, Analyse, Repor­ting, Marketing-Aktionen, Werbung oder notfalls Krisenkommunikation) „schnell und ein­fach von einem Ort aus und über alle Kanäle hinweg zu managen“, heißt es im Bericht. Der vom SFP für die Sparkassen bereitgestellte Chatbot Linda sorge für die rasche Be­ant­wortung von derzeit fast 1.000 standardisierten Fragestellungen. Damit solle die Kun­den­zufriedenheit gesteigert werden und die Berater würden mehr Zeit für den individuelle Kundendialog – zum Beispiel über komplexe Anlagethemen – bleiben.

Erst BS + Payone – und nun mit Ingenico

2017 wurden die beiden DSV-Zahlungsserviceanbieter B+S Card Service und Payone zur BS PAYONE verschmolzen. Der neue Anbieter am POS und im Internet bietet nun Sparkassen und ihren Händlerkunden Angebote aus einer Hand.

BS Payone

Nun will der DSV noch einen Schritt weiter: Auf der Suche nach einem geeigneten Joint Venture-Partner ist der DSV seit Mai in exklusiven Verhandlungen mit Ingenico. Das Joint Venture soll eine vergrößerte und moderne Produktvielfalt einschließlich Software sowie ergänzende Service- und Mehrwertleistungen bieten.

Ingenico

Der Plan sieht wohl auch vor, das operative Geschäft der BS PAYONE und der Deutschen Inge­nico Holding, der Ingenico Payment Services (vormals easycash), sowie weiterer Gesellschaften der französischen Ingenico-Gruppe in der DACH-Region im neuen Unternehmen zu bündeln. Dabei werde Ingenico einen Mehrheitsanteil von 52 Prozent an dem Joint Venture erhalten. Dies spiegle die Größenverhältnisse wieder und ermögliche der Ingenico-Gruppe, „im Rahmen ihres Konzernabschlusses konsolidieren zu können“. Bereits im Vorfeld der Verhandlungen wurde als Voraussetzung fest vereinbart, dass alle wich­ti­gen Unternehmensent­scheidungen im Konsens beider Partner getroffen werden. Geplant ist, im dritten Quartal 2018 die Verträge zu unterschreiben.

girocard kontaktlos – Mobile Payment kommt zum 1. August

Goodluz/bigstock.com

Ende 2018 werden die Spar­kassen mehr als 35 Millionen girocards mit Kontaktlosfunktion im Markt haben. Das Jahr 2018 ist darüber hinaus geprägt von der Einführung einer Mobile-Payment-Lösung für die Sparkassenkunden: Der flächendeckende Start auf Android-Geräten zum 1. August 2018 steht bevor. So werde Mobile Payment auch neue Ertragschancen bringen: Durch die Möglichkeit, Einkäufe direkt zu finanzieren, oder die Offerte von Vorteils- und Mehrwertprogrammen.aj

 
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