FINTECH25. April 2018

TransferWise startet „Grenzenloses Konto und Debitkarte für Jedermann“ – will aber keine Bank sein

TransferWise

TransferWise (Website) startet heute sein „Grenzenloses Konto ‚Borderless-Account'“ – verbunden mit einer eigenen Debit-Mastercard für Privatleute. Da­bei han­delt es sich um ein E-Geld-Kon­to (FCA-Zu­las­sung für Groß­bri­tan­ni­en) mit eben Mas­ter­card zum Be­zah­len und lo­ka­ler Bank­ver­bin­dun­gen ­für Eu­ro, Bri­ti­sche Pfund, US-Dol­lar und Aus­tra­li­sche Dol­lar. Ei­ne Bank mit Kre­dit- und Spar­an­ge­bo­ten wol­le man aber nicht wer­den. 

Der neue ‚Borderless-Account‘ soll es Nutzern ermöglicht, Geld in unterschiedlichen Währungen aufzubewahren und in diesen Zahlungen zu tätigen sowie Geld zu überweisen. Ein Girokonto eben. Der Account biete lokale Bankverbindungen für Euro, Britisches Pfund, US-Dollar und Australischen Dollar und und ist für insgesamt 40 verschiedene Währungen weltweit verfügbar.

Kristo Käärmann Transferwise
Transferwise

Internationale Bankgeschäfte waren früher nur für Großunternehmen und besonders Wohlhabende lukrativ. Unser Ziel ist es, Menschen, die international leben, auch internationale Bankgeschäfte erschwinglich zu machen, egal wie hoch ihr Kontostand ist. Deshalb freuen wir uns, unseren über drei Millionen Kunden weltweit mit dem Borderless-Account ein echtes grenzüberschreitendes Konto zu bieten, das genauso international ist wie sie.“

Kristo Käärmann, CEO und Mitgründer von TransferWiseaj

Damit könnten alle, die international leben, arbeiten und reisen, bequem und ohne versteckte Kosten in der jeweils benötigten Landeswährung Geld überweisen, ausgeben und aufbewahren. Also genaugenommen die Revolut-Zielgruppe.

Transferwise

Die dazugehörige Debit-Mastercard ermögliche Abhebungen aller im Konto hinterlegten Währungen – bis zu 200 Euro pro Monat gebührenfrei. Mit der Debitkarte Geld auszugeben ist kostenlos, solange das Geld in der entsprechenden Währung auf dem Konto liegt. Der Nutzer hat einen transparenten Überblick über das Konto und die anfallenden Kosten, auch ein Aufschlag auf den Wechselkurs fände nicht statt. Lediglich für Überweisungen zwischen unterschiedlichen Währungen wird eine Gebühr berechnet. Die soll allerdings gering sein.

Girokonto mit Debit-Mastercard plus Überweisung … aber TransferWise sei keine Bank

Mit dem Start des Borderless-Accounts geht TransferWise einen weiteren wesentlichen Schritt vom Dienstleister von Auslandsüberweisungen zum Anbieter umfassender Finanzdienstleistungen für international lebende Menschen. Zwar verneint das Unternehmen, damit zu einer klassischen Bank zu werden, aber der Schritt ist offensichtlich. Es gäbe jedoch derzeit keine Pläne, TransferWise in Richtung Kredite, Sparen usw. zu erweitern. Das Unternehmen arbeite hart daran, das weltweite Problem, Geld schneller, günstiger und einfacher über Landesgrenzen hinweg zu bewegen, und diesen Service mehr Menschen und Ländern auf der Welt zugänglich zu machen. Aber man lässt sich die Hintertür offen: „Das Unternehmen wird von den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden bestimmt. Derzeit befinden sich diese anderen Bankdienstleistungen auf den Wunschlisten der Kunden nicht oben“, heißt es auf Nachfrage. Bereits im vergangenen Jahr hatte TransferWise das Konto für Unternehmen auf den Markt gebracht.

Der Borderless-Account von TransferWise auf einen Blick:
1. Transparentes E-Geld-Konto: keine versteckten Gebühren, keine Kartenkosten
2. Bezahlen: weltweit mit der Debitkarte in der jeweils relevanten Währung
3. Lokale Bankverbindungen: für Euro, Britische Pfund, US-Dollar und Australische Dollar
4. Kein Aufschlag auf den Wechselkurs: TransferWise berechnet immer den jeweiligen Marktmittelkurs (Mid-Market-Kurs)
5. TransferWise berechnet zwischen 0,35 und 1 Prozent für Überweisungen zwischen unterschiedlichen Währungen. Nur dann würden Kosten anfallen.aj

 
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