STRATEGIE19. März 2018

Generali Domocity: „In Zukunft wird unser Leben deut­lich smarter sein“ – das Smart-Home-Doppelinterview

Vor rund einem Jahr startete die Kooperation von Netzwerkanbieter devolo und Generali Deutschland. Gemeinsam starteten sie „Generali Domocity“ – ein Smart-Home-Baustein der Hausratversicherung. Im Doppelinterview erzählen Peter Bornschein (Director International Sales der devolo) und Martin Schmidt-Schön (Country Functional Head Digital der Generali Deutschland) die Hintergründe.

Devolo ist auf Smart Home- Hard und Software spezialisiert.
Peter Bornschein (Director International Sales der devolo)devolo

Herr Bornschein, wie kam es eigentlich zur Kooperation von devolo und Generali?

Wir nähern uns zwar von unterschiedlichen Seiten, haben aber ein ähnliches Ziel: Kunden die Vorteile von Smart Home und neuen, intelligenten Services zu vermitteln. Eine Kooperation bot sich daher an.“

Hinzu kommt: Smart-Home-Produkte sind erklärungsbedürftiger als beispielsweise ein Powerline-Adapter, weil sie eine Fülle an Einsatzmöglichkeiten bieten. Nutzern gelingt der Einstieg in die Produktwelt besonders gut, wenn sie den konkreten Nutzen der Technologie erkennen und einen zusätzlichen Mehrwert erhalten.

Durch die Partnerschaft mit der Generali erreichen wir beides: Im Rahmen der Beratung durch den Versicherungspartner lernen die Kunden die Funktionen unserer Smart-Home-Lösung kennen und verstehen schnell, dass sie einfach individuelle Regeln anlegen können, um die Geräte ganz nach Wunsch zu kombinieren.

Dadurch wird schnell klar, wie nützlich ein Smart Home im Alltag ist.“

Darüber hinaus erhalten sie über die zusätzlichen Leistungen des Angebots Generali Domocity sinnvolle Mehrwerte wie bessere Hausratsleistungen sowie Service- und Organisationsleistungen.

Martin Schmidt-Schön

Herr Schmidt-Schön, was heißt es konkret, vom reinen Schadenregulierer zum Anbieter von Prävention zu werden?

Im Mittelpunkt steht die Idee, dank IoT-Nutzung Kunden dabei zu helfen, Risiken zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern – ein echter Beitrag, um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und die Kundenbindung zu stärken. Die Beispiele für IoT-Nutzung sind vielfältig: auch im Bereich des vernetzten Wohnens. Intelligente Smart-Home-Sensoren in den eigenen vier Wänden messen die Luftqualität und können frühzeitig erkennen, ob ein Feuer ausgebrochen ist oder ein Wasserschaden vorliegt.

Dank neuester Technologien besteht künftig die Möglichkeit, die Details, die die Sensoren ermitteln, via Smartphone und App ganz einfach an Versicherer zu geben. Und auf Basis der Daten haben Versicherungsunternehmen die Chance, konkrete Empfehlungen zu erarbeiten, die für Kunden einen echten Mehrwert darstellen.“

Die Generali Deutschland setzt diese Chancen im Rahmen der digitalen Transformation in ihrer Smart-Insurance-Offensive um, die sie vor rund zwei Jahren erfolgreich gestartet hat. Grundidee ist – wie oben beschrieben – mittels IoT-Technologien Versicherung neu zu denken und bereits in der Prävention anzusetzen, so dass ein Schaden im Idealfall erst gar nicht entsteht.

Als einziger Versicherungskonzern bietet die Generali ihren Kunden Smart-Insurance-Lösungen in beinahe jedem Bereich an… „

Generali Vitality zur Unterstützung eines gesünderen Lebens; Generali Mobility in Form unserer Telematik-Tarife für sicheres Fahren und eben Generali Domocity bzw. Smart Home für ein sicheres Zuhause.

Welche technischen Voraussetzungen sind notwendig?

Peter Bornschein: Sehr wenige; im Grunde braucht der Kunde lediglich einen Internetanschluss und sinnvollerweise ein WLAN. Den Internetanschluss benötigt er für die zentrale Steuereinheit, die Geräte kommunizieren dann per Funk mit der Zentrale.

Und welche Schnittstellen sind auf Ihrer Seite (Versicherer) vorgesehen bzw. wie sind die IoT-Systeme angebunden?

Martin Schmidt-Schön: Kern unserer Smart-Home-Lösung Generali Domocity ist die smarte Hausratversicherung mit erweiterten, speziellen Versicherungs- und Assistance-Leistungen, verknüpft mit dem devolo-Starterpaket, das unsere Kunden nach Abschluss der Hausratversicherung erhalten. Zur Nutzung bzw. Anbindung benötigen sie lediglich ein Smartphone, auf dem die kostenlose App „devolo Home Control“ installiert werden kann.

Über die App können Kunden dann im Notfall alarmiert werden. So können sie die eigenen vier Wände ganz smart und von überall aus kontrollieren und steuern.“

Smart Home basiert auf technischen Geräten, die Daten erfassen und auch übermitteln. Datenschutz ist in Deutschland ein sensibles Thema. Wie werden der Datenschutz und die Datensicherheit gewahrt?

Peter Bornschein: Datenschutz ist gerade bei Smart-Home-Systemen wichtig, weil es ja um den privatesten Ort überhaupt geht – das eigene Zuhause. devolo und Generali legen daher großen Wert auf Sicherheit. So „spricht“ die devolo Home-Control-Zentrale nur mit Komponenten, die mit ihr einen individuellen Sicherheitsschlüssel ausgetauscht haben. Zudem werden Benutzername und Kennwort auf dem Weg zwischen Home Control App und Cloud verschlüsselt und sind entsprechend RFC 2617 kodiert. Die Speicherung des Kennwortes in der mydevolo-Cloud erfolgt grundsätzlich für jeden Benutzer individuell verschlüsselt, sodass selbst bei Bekanntwerden der verschlüsselten Kennwörter ein Rückrechnen auf das ursprüngliche Kennwort praktisch nicht möglich ist.

Generali und devolo tauschen zudem keine Daten über die installierten Komponenten von Home Control oder deren Nutzung aus.“

Die devolo Cloud-Server sind zudem in Deutschland ansässig und unterliegen damit den hohen deutschen Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben. Wie sicher Home Control ist, belegt im Übrigen auch, dass das europäische Testlabor AV-TEST für devolo Home Control im September 2017 zum dritten Mal in Folge die Bestnote „Sehr guter Schutz“ vergeben hat.

Planen Sie weitergehende Services? Stichwort: Assistance-Leistungen?

Martin Schmidt-Schön: Schon heute sind kundenorientierte Assistance-Leistungen ein fester Bestandteil unserer Smart-Home-Lösungen. Assistance-Leistungen sind von hoher Bedeutung, da diese über den eigentlichen Versicherungsschutz hinausgehen und die Kundenzufriedenheit oftmals positiv beeinflussen. Sobald Kunden über ihr Smartphone einen Hinweis erhalten, dass ein Sensor einen Alarm ausgelöst hat, etwa aufgrund eines Wasserschadens oder einer Rauchentwicklung, kann er mit unserem Notfall-Center Kontakt aufnehmen und individuelle Hilfe für die nächsten Schritte erhalten.

Wir beobachten hier die Entwicklung intensiv und prüfen, welche weiteren Assistance-Leistungen für unser Smart-Home-Angebot sinnvoll sein können.“

Wie wird sich das Thema Smart Insurances weiterentwickeln, welche Services sind denkbar?

Martin Schmidt-Schön:

Wir gehen davon aus, dass in Zukunft unser Leben deutlich smarter sein wird. Virtuelle Assistenten bzw. Roboter und digitale Services werden für uns dabei selbstverständlich sein und uns individuell im Lebensalltag in unterschiedlichen Situationen unterstützen, ob zum Wohle unserer Gesundheit, im Haushalt, beim Autofahren oder besser gesagt in unserer Mobilität, in unserer Freizeit oder auch im Arbeitsalltag.“

Wir werden noch stärker vernetzt und aktiv oder passiv beteiligt sein an der laufenden Entwicklung von Innovationen. In unserer Freizeit wird das Pflegen von sozialen bzw. persönlichen Kontakten als notwendiges Gegengewicht zur zunehmenden Digitalisierung noch wichtiger werden.

Bei der Anwendung und Verbreitung von IoT bzw. intelligenten Sensoren sowie insbesondere im Bereich Big Data und Artificial Intelligence stehen wir noch am Anfang.

In naher Zukunft wird mit steigender Anzahl von vernetzten Geräten Smart Living insbesondere für die heutige junge Generation selbstverständlich sein wie heute das Smartphone. Die schnelle Verbreitung von Alexa & Co. geht schon stark in diese Richtung.“

In agilen, cross-funktionalen Teams entwickeln wir daher unter Berücksichtigung der (technologischen) Markttrends unsere Smart-Insurance-Lösungen laufend weiter und verproben diese in User-Labs, ob sie den erwarteten Mehrwert für unsere Kunden bringen und intuitiv einfach sind.

Wo sehen Sie die Smart-Home-Branche in fünf Jahren?

Peter Bornschein:

Die Erwartungen sind hoch, die Wachstumsraten auch, aber der große Durchbruch steht uns noch bevor.“

Wir glauben, dass die Kombination von Technologien und Services ihn deutlich beschleunigen wird. Hinzu kommen Technologietrends, die für zusätzlichen Schub sorgen, denken sie an die Sprachsteuerung, die gerade erst ins Zuhause Einzug hält und die Art, wie wir mit Technologien im Alltag umgehen, nochmal verändern wird. In wenigen Jahren wird es dann selbstverständlich sein, Heizung oder Licht per Sprache zu steuern.

Vielen herzlichen Dank für das Interview.aj

 
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