FINTECH9. Sep. 2016

Kontist will Banking speziell für Freelancer und Selbstän­dige liefern – zusammen mit solarisBank & figo

stokkete/bigstock.com/Kontist
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Die solarisBank wird langsam aber sicher der Kristallisationspunkt einiger interessanter FinTechs. Neuester Zugang: das Berliner FinTech Kontist. Gemeinsam entwickeln beide ein „Intelligentes Geschäftskonto speziell für Freelancer und Selbständige“ – eine deutlich wachsende Zielgruppe, die bei Banken in der Regel nur mit einem Geschäftskonto ohne weitere Besonderheiten bedient wird. Kontist will hingegen per iOS-App helfen, das Onboarding (KYC) zu vereinfachen, die Finanzen unkompliziert im Blick zu behalten, automatisch Steuerrücklagen zu bilden und Liquiditätsengpässe rechtzeitig zu erkennen.

Freiberufler und kleinere Selbständige kennen das Problem: Ein Kunde überweist (endlich), man freut sich über das Geld und gibt es aus. Viel zu leicht übersieht man die Umsatzsteuer (die holt den Selbständigen dann am 10. des nächsten Monats ein) oder die Einkommenssteuer (je nachdem, wann die Erklärung abgegeben wird). Kontist will dabei frühzeitig eingreifen und helfen. Per App ließen sich Einnahmen und Ausgaben kategorisieren, Kontobewegungen in Echtzeit per Push-Nachricht verfolgen, sowie Steuerbeträge berechnen und auf Unterkonten beiseite legen lassen – automatisch. Eine Leistung, die traditionelle Banken bisher nicht bieten.

Christopher PlantenerDennis_Bemmann
Dennis_Bemmann

Traditionelle Banken verstehen Selbständige häufig nicht. Wer keinen Gehaltszettel vorlegen kann und keinen Nine-to-five-Job macht, fällt durchs Raster und wird als Risikogruppe abgetan.“

Christopher Plantener, Geschäftsführer und Gründer von Kontist

„Zu Unrecht“, wie Plantener feststellt. Immer mehr Menschen würden die Selbständigkeit als Lebensentwurf bewusst vorziehen und seien damit sehr erfolgreich. Trotzdem haben viele, gerade junge Selbständige, wenig Erfahrung mit der Selbständigkeit und brauchen Unterstützung, um nicht in typische Fallen zu Laufen.

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Features und Technik: solarisBank, IDnow & figo

Zu den Features zählen die papierlose Kontoeröffnung, mobiles Banking, Push-Benachrichtigungen bei Kontobewegungen, automatische Einkommens- und Umsatzsteuerrücklagen sowie ein Frühwarnsystem bei Zahlungsengpässen.

Umgesetzt wird die iOS-App in Kooperation mit der solarisBank (wir berichteten). Wie alle Banking-Bausteine der solarisBank ist auch Kontist über Schnittstellen vollständig automatisiert angebunden (moderne REST-APIs). Das Kontist-Entwickler-Team setzt mit React Native und Node.js auf moderne und innovative Software-Technologie. Die Bausteine der solarisBank hingegen decken alles von der Kontoanlage inklusive IDNow bis hin zur TAN-Autorisierung einer Transaktion ab. Die Kontoverbindung liefert ebenfalls die solarisBank als Vollbank. Ebenfalls mit im Boot ist figo. Über den Schnittstellen-Anbieter erhält Kontist Zugang zu schon existierenden Bankkonten.

Die App gibt es derzeit nur für Apple-Smartphones. Die Android-App ist für Frühjahr 2017 geplant. Eine Webversion wird es nach aktuellem Stand wohl nicht geben.

Solaris Bank-Vorstand Marko WenthinsolarisBank/Max Threlfall
solarisBank/Max Threlfall

Wir zeigen, dass es im Endeffekt nur auf einige, schlichte Bausteine im Hintergrund ankommt, um revolutionäre Produkte wie Kontist zu ermöglichen.“

Marko Wenthin, Vorstand solarisBank AG

Die Kontist GmbH wurde 2016 in Berlin gegründet. Das Team besteht derzeit aus elf Mitarbeitern, die allesamt über langjährige Freelancer-Erfahrung verfügen und das Produkt gemeinsam entwickelt haben. Geschäftsführer des Unternehmens ist Christopher Plantener, vormals Gründer der Buchhaltungssoftware Debitoor, der das Start-up gemeinsam mit Alexander Baatz, vormals N26, Sebastian Galonska, vormals Bergfürst und StudiVZ sowie Madison Bell, vormals Nextdoor, gegründet hat. Im eigenen Blog berichten die Mitarbeiter von ihren Erfahrungen und Entwicklungen.aj
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