SECURITY: IT-PENETRATIONSTESTS18. Sep. 2015

Mit strikt definiertem Auftrag: „Ethical Hacking“ soll die Datensicherheit der Finanzbranche verbessern

weerapat/bigstock.com
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Schon seit Mitte April bietet BT bietet den Sicherheits-Service „BT Assure Ethical Hacking for Finance“ an – jetzt kommt dieser Service für Finanzinstitute auch nach Deutschland. Mit automatisierten und händischen Testverfahren wollen die BT-Hacker prüfen, in welchem Maße Finanzdienstleister durch Cyber-Angriffe tatsächlich gefährdet sind. Im Auftrag der Finanzinstitute und mit strikt definiertem Auftrag. 

Angriffsarten gegen FinanzinstituteBT Security
Angriffsarten gegen FinanzinstituteBT Security
Finanzinstitute wie Banken und Versicherer verfügen über eine Vielzahl wertvoller und hoch sensibler Kundendaten. Das macht sie zu einem der begehrtesten Ziele für Hacker und Cyberkriminelle. Das Risiko, Ziel eines Angriffs zu werden, sei in den vergangenen Jahren weiter gewachsen, sagt BT. Vor allem da immer mehr Bankdienstleistungen online angeboten werden und Wertpapiere in verstärktem Maße über elektronische Plattformen gehandelt werden.

White-Hats testen automatisiert, händisch und Mitarbeiter per Social Engineering

BT verfüge neben Sicherheitsspezialisten auch ein Team sogenannter „Ethical Hacker“, die mithilfe standardisierter Verfahren Systeme testen. Dafür Simulieren sie Hacker-Angriffe. So werden Schwachstellen identifiziert und konkrete Korrekturmaßnahmen vorgeschlagen, damit die Kunden die betroffenen Anwendungen und Systeme innerhalb kürzester Zeit ausbessern können.

Assure Ethical Hacking for Finance“ nutze erprobte Verfahren, die das Vorgehen krimineller Hacker und Angreifer nachahmen. Mit einer Reihe von Verfahren würden die Einstiegspunkte der bankeigenen IT-Systeme getestet sowie potenzielle Schwachstellen im Unternehmen aufgedeckt. Überprüft werden unter anderem Mobilgeräte und sonstige Hardware von Laptops bis hin zu Druckern, interne und externe Netzwerke, Datenbanken und komplexe ERP-Systeme. BT soll dabei nicht nur Systeme mit Netzwerkzugriff testen, sondern auch prüfen, wie groß das Risiko eines menschlichen Fehlers ist. So wird beispielsweise mithilfe von Social Engineering getestet, ob die Mitarbeiter die Sicherheitsrichtlinien einhalten und wie hoch zum Beispiel die Anfälligkeit für einen Phishing-Angriff ist.

Der neue Service beruht auf den Erfahrungen mit Ethical Hacking, die BT in Zusammenarbeit mit führenden Finanzinstituten über zwei Jahrzehnte gemacht hat. Innerhalb eines strikt definierten Auftrags konnten die ethischen Hacker von BT zahlreiche Schwachstellen aufdecken. So konnten sie unter anderem

Auszüge aus Datenbanken mit zehntausenden von Sozialversicherungs- und Kreditkartennummern beschaffen
eingereichte Schecks abfangen und manipulieren
firmeneigene Verschlüsselungsverfahren durch „Reverse Engineering“ überwinden
Wertkarten mit Guthaben von fremden (Test-)Konten aufladen
sich mit Hilfe gefälschter E-Mails, die von arglosen Mitarbeitern geöffnet wurden, Administratorenrechte verschaffen
Remote-Access-Verbindungen manipulieren, um Zugriff auf die Kommandoebene (Shell) von IT-Systemen zu bekommen und darüber eine direkte Verbindung (Tunnel) ins Unternehmensnetz aufzubauen
Geldbeträge zwischen unautorisierten Testkonten transferieren
vollständige Kontodaten für alle Nutzer abgreifen, indem sie die M2M-Kommunikation zwischen Backend-Systemen angriffen.

Das übergeordnete Ziel dieser Tätigkeit besteht dabei immer darin, Schwachstellen zu identifizieren, die geschäftskritische Prozesse und somit auch das Ansehen und die Marke eines Unternehmens gefährden.

Reproduzierbare Simulation der Angriffe durch CREST-System

Im Rahmen von Assure Ethical Hacking for Finance nutzt BT CREST**-zertifizierte STAR-Services (Simulated Targeted Attack and Response), um Finanzdienstleister bei der Entwicklung zuverlässiger Sicherheitslösungen zu unterstützen, so dass sensible Kundendaten bestmöglich geschützt werden. BT wurde als eines der ersten Unternehmen weltweit von CREST für die Bereitstellung von STAR-Services akkreditiert.

CREST hat die STAR-Zertifizierung entwickelt, um kontrollierte, maßgeschneiderte und intelligente Testverfahren im Bereich Cybersicherheit zu etablieren. STAR wurde in Zusammenarbeit mit der Bank of England und der britischen Regierung konzipiert. Mithilfe fortschrittlicher Penetrationstests und umfassender Bedrohungsanalysen sollen die Cyber-Gefahren noch präziser simuliert werden.

Mark Hughes, CEO BT SecurityBT Security
Mark Hughes, CEO BT SecurityBT Security

Mark Hughes, President BT Security, sagte: „Vertrauliche Finanzdaten sind für viele Hacker ein lohnendes Ziel. Kaum ein Unternehmen ist deshalb so attraktiv für Cyberkriminelle wie eine Bank. Abgesehen von den unmittelbaren finanziellen Verlusten kann eine schwerwiegende Sicherheitsverletzung irreparable Imageschäden nach sich ziehen. Auch wenn vor allem Privatkundenbanken im Visier der Täter stehen, sind Investmentbanken ebenso betroffen wie auch Geschäftskundenbanken, die Dienstleistungen wie Währungsumrechnungen und Handelstransaktionen für große Geschäftskunden bereitstellen.

Wir raten allen Finanzinstituten, rigorose Tests zur Prüfung der Sicherheitsstandards durchzuführen. Unsere Ethical Hacker gehen dabei bis an die Grenzen der Sicherheitssysteme, die in Finanzinstitutionen implementiert sind.“

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=19621
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