STRATEGIE11. August 2020

Appian: „Time-to-Market – Finanzdienstleistungen automatisieren“

Herbert Schild, Industry Leads of Financial Services bei Appian
Herbert Schild, Industry Lead of Financial Services bei AppianAppian

Finanzinstitute modernisieren aktuell ihre Infrastruktur, automatisierten Prozesse und rationalisierten Systeme. Automatisierung der Prozesse ist ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung. Doch viele Executives haben auf dem Weg zur Automatisierung noch nicht den optimalen Weg gefunden. Das ist normal, erwartet und ein Bestandteil der „Lessons Learned“. Doch jeder auch noch so kleine Fortschritt wie beispielsweise die Automatisierung von Aufgaben mit geringer Komplexität oder einfachen Verarbeitungspfaden beweist das Potenzial der Automatisierung und ebnet den Weg für zukünftige komplexere Implementierungen. Allerdings ist Time-to-Market die am meisten genannte Leistungs-Benchmark für Automation, und Low-Code-Software bietet sich aufgrund der kurzen Entwicklungszeiten als idealer Beschleuniger an.

von Herbert Schild, Industry Lead of Financial Services bei Appian

Im Bankensektor gibt es derzeit zahlreiche Beispiele dafür, wie Kreditgenehmigungen, Kreditkartenmanagement oder AML (Anti-Geldwäsche) -Abläufe erfolgreich automatisiert wurden. All diese Automatisierungen reduzieren manuelle Aufgaben und steigern die Geschwindigkeit und Effizienz der Abwicklung dieser Aufgaben. Zunehmend gibt es aber auch Möglichkeiten, Automatisierung für viel komplexere Aufgaben zu nutzen. Dabei gehen die Vorteile weit über eine erhöhte Effizienzsteigerung hinaus; von verbesserter Agilität in der gesamten Organisation bis hin zu einer geringeren Gesamtrisikobelastung durch automationsunterstützte Einhaltung von aufsichtsbehördlichen Vorschriften.

Der regulatorische Wandel im Banken- und Versicherungswesen hat traditionell schon immer zu neuen automatisierten Prozessen und manuellen Berichtsaufgaben geführt.“

Mit der Verabschiedung der DSGVO in der Europäischen Union ist es nun für Unternehmen zwingend erforderlich, eine größere Aufsicht über alle Kundendaten zu haben. Diese Daten sind innerhalb eines Unternehmens in verschiedenen Systemen abgelegt und verursachen unter Umständen einen erheblichen manuellen Arbeitsaufwand. Durch digitale Bots ist es möglich, diesen Prozess zu automatisieren. Bots sammeln die Daten ein und präsentieren sie den Mitarbeitern in Übereinstimmung mit den jeweiligen Benutzervorschriften, damit Arbeitsabläufe durchgeführt werden können. Die damit erzielte Vereinfachung des Berichterstattungsprozesses ermöglicht es Unternehmen, schneller auf neue Vorschriften zu reagieren und einen möglichen Konflikt in dem sich immer schneller verändernden regulatorischen Umfeld zu verhindern. Darüber hinaus setzen Finanzdienstleister Robotics Process Automation (RPA) ein, um bei der Identifizierung neuer Vorschriften und deren Auswirkungen auf das Unternehmen immer einen Schritt voraus zu sein. Zum Beispiel können diese Bots automatisch aufsichtsbehördliche Vorschriften durchsuchen und diese dann mit bestehenden Vorschriftssätzen innerhalb des Unternehmens vergleichen, um Änderungen zu identifizieren.

Autor Herbert Schild, Appian
Herbert Schild, Industry Leads of Financial Services bei AppianHerbert Schild ist Global Financial Services Industry Lead bei Appian (Website). Schild soll Ap­pians Go-to-Mar­ket-Stra­te­gie für Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen in der EMEA-Re­gi­on vor­trei­ben.
Vor Ap­pian war Her­bert Schild in lei­ten­den Ma­nage­ment­po­si­tio­nen bei der Santan­der Bank, wo er die Be­rei­che Bank­be­trieb, Au­to­ma­ti­sie­rung und Ro­bo­tik und ope­ra­ti­ves Ma­nage­ment lei­te­te, so­wie bei Dell EMC, Pri­ce­wa­ter­house­Co­o­pers (PWC) und Ernst & Young (EY) tä­tig. Her­bert Schild hat ei­nen MBA in Fi­nanz­we­sen der Suf­folk Uni­ver­si­ty, Bos­ton, USA, und ei­nen BA in Neu­ro­psy­cho­lo­gie der Nor­theas­tern Uni­ver­si­ty, Bos­ton, USA. Zu­dem hat er Eu­ro­pa­recht an der Uni­ver­si­tät Wien, Ös­ter­reich, stu­diert.

Über die Einhaltung von Vorschriften hinaus gibt es auch Möglichkeiten, einen langfristig greifbaren Wert für Kunden durch Automatisierung zu schaffen. Zum Beispiel lassen sich Konten identifizieren, bei denen die Gefahr einer Schließung besteht, oder Produktangebote, die für die Bedürfnisse eines Kunden am besten geeignet sind. Aus technologischer Sicht bedeutet dies allerdings, über einfache, regelgesteuerte Aktivitäten hinauszugehen. Dies mag auf den ersten Blick etwas entmutigend klingen, allerdings ist zu beachten, dass komplementäre Technologien schon in hohem Maße zugänglich sind und der Kunde bereits aus einem Portfolio von Automatisierungswerkzeugen die besten RPA- und KI-Integrationen auswählen kann.

Des Weiteren sollten Unternehmen einen offenen Dialog mit Zulieferern und der Industrie führen. Dabei sollten die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und des maschinellen Lernens (ML) genau verfolgt werden, um festzustellen, wie die Anbieter ihre eigenen Tools entwickeln, neue Fähigkeiten erwerben oder Partnerschaften mit Spezialisten von Drittanbietern eingehen. Schließlich sollte man die Entwicklungen im Bereich des maschinellen Lernens  und der künstlichen Intelligenz im Blickfeld behalten, um zu sehen wie Anbieter von Business Process Management (BPM) -Lösungen und RPA diese Fähigkeiten integrieren oder entsprechende Partnerschaften eingehen, um weiteres Automationspotenzial zu ermöglichen.

Insbesondere CIOs und CTOs müssen die Grundlagen für eine zukünftige intelligente Prozessautomatisierung vorbereiten. Dazu gehört die Dokumentation komplexer, entscheidungsbasierter Aufgaben und die Entwicklung von Algorithmen, die die logischen Abläufe und die wichtigsten Entscheidungspunkte bestimmen. Daten, Analysen und Regeln werden nach wie vor der Schlüssel für die optimale Nutzung intelligenter Automatisierung sein. Eine Low-Code-Umgebung kann dabei die notwendige Entwicklungsgeschwindigkeit bieten, um Automatisierung in einem Zeitrahmen zu liefern, der den Geschäftsanforderungen tatsächlich gerecht wird – und dass in Wochen statt in Monaten oder manchmal sogar in Jahren.

Bis jetzt mussten Entscheidungsträger sich mit Silos und Altsystemen in ihrem Unternehmen auseinandersetzen, die Ursache für enorme Ineffizienz und schlechte Ausnutzung der verfügbaren Zeit waren. Jetzt besteht die Möglichkeit, an vorderster Front tätig zu werden, ein entsprechendes Portfolio an Automatisierungswerkzeugen aufzubauen und diese zum richtigen Zeitpunkt innerhalb der gesamten Organisation präzise einzusetzen. Die dazu notwendige totale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bietet Low-Code Automation.Herbert Schild, Appian

 
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