FINTECH28. Mai 2019

Digitale Wertpapiere in der Blockchain

Die Fintechs wollen nicht mehr warten, bis die Blockchain-Strategie der Regierung greift. <q>Bigstock/IuriiMotov
Die FinTechs wollen nicht mehr warten, bis die Blockchain-Strategie der Regierung greift. Bigstock/IuriiMotov

Mit eigenen Papieren steigt Cashlink in das Geschäft mit digitalen Wertpapieren ein. Das soll auch anderen Unternehmen Mut machen, die Unternehmensfinanzierung per Blockchain zu digitalisieren.

Das Frankfurter FinTech-Start-up Cashlink Technologies gibt seine ersten eigenen digitalen Wertpapiere auf einer Blockchain aus. Nach eigenen Angaben gehört es damit zu den ersten Unternehmen in Deutschland, die Wertpapiere digitalisiert als Eigenkapitalinstrument emittiert haben. Ziel ist es, die Funktionalität des eigenen Produktes erfolgreich zu demonstrieren. Zunächst gehen die digitalen Wertpapiere in einem Private Placement an vier Bestandsinvestoren und einen neuen Business Angel.

Erster Schritt in Richtung digitaler Aktien

Gemäß der Blockchain-Strategie der Bundesregierung soll das deutsche Recht in Zukunft für elektronische Wertpapiere geöffnet werden. Doch noch ist es nicht so weit, deshalb muss das Produkt dem aktuellen deutschen Recht angepasst werden. Den rechtlichen Rahmen für die Ausgabe der digitalen Wertpapiere hat das Team von Cashlink gemeinsam mit der Rechtsanwaltskanzlei Ashurst entworfen. Der Standort Deutschland biete bei einer solchen Emission gegenüber anderen Ländern eine hohe Rechtssicherheit für alle Beteiligten.

Im Austausch mit renommierten Venture-Capital-Fonds und Business Angels habe Cashlink die marktüblichen Bedingungen von Beteiligungsverträgen standardisiert in eine digitale Form übertragen. Damit seien die ökonomischen Investmentbedingungen genauso attraktiv wie klassische Investments über das Handelsregister.

Die Ausgabe der digitalen Wertpapiere erfolgt in Form von Security-Tokens auf Basis der Ethereum-Blockchain. Sie spiegeln Genussrechte mit Eigenkapitalcharakter wider. Das bedeutet, dass alle Investoren, die über dieses Instrument in das Unternehmen investieren, im gleichen Maße ökonomisch partizipieren wie die Gesellschafter des Unternehmens – beispielsweise an einem Exit-Erlös oder einer Dividendenzahlung. Der Verkauf der digitalen Wertpapiere richte sich ausschließlich an professionelle Investoren wie beispielsweise Venture-Capital-Fonds, Business Angels oder High-Net-Worth-Individuals, betont man bei Cashlink.

Blockchain: Mehr Geld für Startups?

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Cashlink Technologies

„Mit der erfolgreichen Ausgabe von digitalem Eigenkapital für Venture-Capital-Investoren haben wir gezeigt, wie Startups ihren Investoren ganz einfach eine zusätzliche Form der Kapitalaufnahme ermöglichen können: Ein komplett digitales Investment mit einem sehr vereinfachten Investitionsprozess per indirekter, virtueller Beteiligung.”

Michael Duttlinger, Co-Gründer und Geschäftsführer von Cashlink

Cashlink erwartet, dass auf dem Weg über die Blockchain mehr Kapital zugänglich gemacht werden kann. Eine vereinfachte Gesellschafterstruktur und deutlich geringere Transaktionskosten machten eine solche standardisierte, digitale Unternehmensfinanzierung für Startups und Investoren attraktiv.

Professionelle Anleger könnten zudem kontinuierlich in Unternehmen investieren. Dadurch könnten die jungen Unternehmen genau dann Kapital aufnehmen, wenn sie es benötigen. Der Gang zum Notar entfällt dabei, auch die Übertragung an die Investoren sei einfach und kostengünstig möglich. Mehr Transparenz und die Nachvollziehbarkeit von Transaktionen seien weitere Vorteile der Blockchain-Lösung. hj

 
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