STUDIEN & UMFRAGEN30. November 2017

Gemalto: Datenschutzvorfall wäre für die Mehrheit der Verbraucher das Ende einer Geschäftsbeziehung

GefahrenquellenGemalto

Viele Konsumenten haben selbst ein mangelndes Sicherheitsbewusstsein und nutzen die ihnen zur Verfügung stehenden Sicherheitsmaßnahmen nicht, besagt eine Studie von Gemalto. Die Mehrheit der Endkunden meine, dass die Firmen für die Datensicherheit verantwortlich sind. Aber nur 27 Prozent der Verbraucher glauben, dass Unternehmen die Sicherheit ihrer Kundendaten sehr ernst nehmen. Banken genießen aber noch immer einen Vertrauensbonus. Die Hauptgefahren sehen die Konsumenten hingegen in der Nutzung von Social Media.

Laut einer weltweit durchgeführten Umfrage im Auftrag von Gemalto gaben 70 Prozent der mehr als 10.000 befragten Endandwender an, die Geschäftsbeziehung mit einer Organisation zu beenden, falls bei dieser eine Datenschutzverletzung bekannt würde. Etwa genauso viele Verbraucher glauben, dass die Firmen die Sicherheit der Kundendaten nicht ernst genug nehmen.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass sich die Verbraucher trotz erheblicher Sicherheitsbedenken selbst nicht ausreichend absichern. Zum Beispiel verwenden 56 Prozent noch immer dasselbe Kennwort für mehrere Online-Konten. Auch für die von den Unternehmen angebotenen zuverlässigeren Sicherheitslösungen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung geben 41 Prozent der Nutzer an, solche Technologien nicht für die Sicherung von Konten in den sozialen Netzwerken zu verwenden, so dass sie dort anfällig für Datenschutzverletzungen sind.

Trotz oder wegen ihres Verhaltens sind die Sicherheitsbedenken der Verbraucher hoch. Zwei Drittel befürchten, in absehbarer Zeit selbst Opfer einer Datenschutzverletzung zu werden. Wenn ihre Daten gestohlen würden, würde sogar 93 Prozent der Verbraucher rechtliche Schritte gegen die kompromittierte Firma erwägen oder einleiten.

Gemalto

Die Verbraucher geben offenbar gerne die Verantwortung für den Schutz ihrer Daten an ein Unternehmen ab, erwarten aber, dass diese ohne jeglichen Aufwand sicher aufbewahrt werden. Angesichts kommender Rechtsanpassungen, wie der DSGVO ist es Aufgabe der Unternehmen, den Usern die richtigen Sicherheitsmechanismen vorzugeben, um die Datensicherheit zu gewährleisten. Es genügt nicht mehr, diese Lösungen als Option anzubieten. Diese Protokolle müssen von Anfang an obligatorisch sein – ansonsten drohen den Unternehmen nicht nur finanzielle Folgen, sondern auch rechtliche Schritte seitens der Verbraucher.“

Jason Hart, CTO im Bereich Identity and Data Protection bei Gemalto

Vertrauensbonus für Banken

Gemalto

Banken haben noch immer einen sehr guten Ruf und sollten alles daran setzen, diesen Vorteil nicht zu verspielen. in Bezug auf ihre persönlichen Daten vertrauen ein Drittel (33 Prozent) der Verbraucher am meisten den Banken, obwohl diese oft Zielscheibe von Angriffen sind. In der Vertrauenswürdigkeit weit dahinter rangieren erst branchenzertifizierte Stellen (12 Prozent), Gerätehersteller (11 Prozent) und staatliche Einrichtungen (10 Prozent).

Auf der anderen Seite sehen 58 Prozent der Befragten soziale Netzwerke als eine der größten Bedrohungen für ihre Daten. 20 Prozent haben Angst vor Reise-Webseiten. Bedenklich ist allerdings auch, dass 9 Prozent leichtfertig meinen, keine Webseite stelle eine Gefahr dar.

Da die Verbraucher die Verantwortung für die Sicherheit der Daten gerne den Unternehmen übertragen, stehen diese vor der Aufgabe, zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen und die Durchsetzung robuster Sicherheitsmaßnahmen zu forcieren. Außerdem müssen die Verbraucher über die Vorteile solcher neuartigen Sicherheitsmaßnahmen aufgeklärt werden.

Es ist erstaunlich, dass Verbraucher ihre eigenen Daten gefährden, indem sie trotz zunehmender Sicherheitsbedenken mögliche Maßnahmen nicht anwenden. Sowohl auf der Geschäfts- als auch auf der Verbraucherseite muss sich bald etwas ändern, ansonsten ist keine Besserung in Sicht.“

Kundenloyalität 2017Gemalto
pp
 
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