SB & FILIALE28. April 2022

Unteres Mittelfeld: Nur jeder zweite Deutsche nutzt Online-Banking

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Ein Europavergleich vom Payment-Anbieter Unzer offenbart große Berührungsängste gegenüber digitalen Bankgeschäften in Deutschland: Gerade einmal jeder und jede Zweite nutzt digitale Bankgeschäfte in Form von Online-Banking. Im Vergleich mit den Nachbarländern in der EU wird deutlich, dass Deutschland hier ziemlich weit hinten liegt – denn 95 Prozent der Dänen machen Online-Banking, 91 Prozent der Niederländer auch. Ganz hinten liegen Italien, Rumänien und Bulgarien.

Das Online-Banking setzt sich in Deutschland nur schwer durch, auch wenn die Pandemie dafür gesorgt hat, dass sich immer mehr Kunden auf digitale Lösungen rund ums Bezahlen verlassen. Erst jeder zweite Deutsche wickelt seine Bank- und Zahlungsgeschäfte digital ab. Das zeigt eine Studie des Zahlungsdienstleister Unzer zum Potenzial von EU-Märkten für den E-Commerce und fürs Onlinebanking.

Demnach setzen 50 Prozent der Deutschen weiterhin auf Filiale, Bargeldautomat und (erstaunlicherweise) den klassischen, orangefarbenen Überweisungsträger. Die andere Hälfte nutzt bereits Online-Banking. Die Daten stammen aus dem Jahr 2021 und decken sich weitgehend mit jenen, die das Statistische Bundesamt für dasselbe Jahr erhoben hat. Demzufolge lag der Anteil der Onlinebanking-Nutzer bei 56 Prozent.

Dänemark und Niderlande beim Online-Banking ganz vorne

Unzer

Wie wenig Online-Banking in Deutschland immer noch verbreitet ist, zeigt insbesondere der Blick ins Ausland. Im Nachbarland Dänemark ist Online-Banking flächendeckend verbreitet. 95 Prozent der dänischen Bevölkerung sind mit Pin, Tan und dem digitalen Zahlungsverkehr vertraut und tätigen Bankgeschäfte über das Internet. Auch in den Niederlanden wird Banking weitestgehend digital abgewickelt. 9 von 10 Niederländern nutzen die Flexibilität des Online-Bankings. Mit dem Anteil von 50 Prozent gehört Deutschland beim Thema Online-Banking zu den Schlusslichtern in Europa. Nur in Griechenland, Italien, Rumänien und Bulgarien nutzt die Bevölkerung anteilig noch seltener digitales Banking.

Die Gründe hierfür dürften sowohl bei den Spitzenreitern als auch bei den Schlusslichtern mit der Banking-Infrastruktur und der IT-Infrastruktur zu tun haben. Das Netz an Bankautomaten ist gerade in Deutschland immer noch vergleichsweise hoch, auch wenn die Zahl der rund 58.000 Geldautomaten einen Trend nach unten beschreibt. Hinzu kommen allerdings Abhebemöglichkeiten im stationären Handel, vor allem in den Ketten der Lebensmittelwirtschaft.

Immerhin: Ein fehlender Online-Banking-Zugang hält die Deutschen aber grundsätzlich nicht vom Online-Shoppen ab. 50 Prozent Online-Banking-Nutzern stehen 76 Prozent der Bevölkerung, die online einkauft, entgegen. Es zeigt sich lediglich eine leichte Korrelation zwischen Online-Banking und E-Commerce. In Dänemark, wo 95 Prozent der Bevölkerung Bankgeschäfte im Internet abwickeln, kaufen auch 91 Prozent der Bevölkerung regelmäßig im Internet. Vergleichbare Tendenzen zeigen die Niederlande und Schweden. In Italien, Drittletzter beim Online-Banking, kaufen immerhin vier von fünf Kunden auch online ein. Es gibt also eine Vielzahl an Faktoren, etwa die logistische Komponente, die hierauf ebenfalls Einfluss haben.

Deutschland punktet mit Logistik im E-Commerce

AlexLMX/bigstock.com

Interessant auch einige weitere Erkenntnisse der Unzer-Studie, die auf Datenauswertungen weiterer internationaler und nationaler Studien beruht: Demnach gelten die Niederlande derzeit als erfolgversprechendster Markt für den E-Commerce, während der E-Commerce in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 99,9 Milliarden Euro aufgrund der Corona-Pandemie ebenfalls bemerkenswertes Wachstum hinlegt. Dabei ist der Versand das Herz des E-Commerce – Deutschland punktet hier mit einer ausgezeichneten und leistungsfähigen Post- und Versandinfrastruktur

Nur jeder fünfte Einzelhändler in Deutschland vertreibt seine Waren ausschließlich oder zusätzlich zum konventionellen Handel im Internet. Die Mehrzahl der Händler im Netz nutzt Online-Marktplätze anderer Dienstleister als Vertriebskanäle. Und die deutschen Konsumenten sind kaufkräftig und dem E-Commerce gegenüber überdurchschnittlich aufgeschlossen. 76 Prozent der Bevölkerung kaufen im Internet ein – und sind, was die Altersverteilung betrifft, schon deutlich weiter als dies beim Online-Banking der Fall ist.

Informationen zur Studie mit Methodik und Quellen erhalten Sie auf der Unzer-Website. tw  

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/139515
 
 

 

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