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STUDIEN & UMFRAGEN28. November 2022

Weniger als die Hälfte der Deutschen nutzt bisher Digital Wallets

Aexandra.klestova / bigstock

Software Advice, eine Online-Plattform für die Auswahl von Unternehmenssoftware, hat eine Studie rund um den Einsatz und die Akzeptanz von Digital Wallets in Deutschland veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass Wallets noch weit von einer durchgängigen Verbreitung entfernt sind, auch wenn die Pandemie hier ein echter Treiber für die Verbreitung und Nutzung war. Am beliebtesten sind hier immer noch die großen Anbieter der Branche.

Unter Digital Wallets versteht man digitale Brieftaschen, also Smartphone- oder Smartwatch-Apps, die Zahlungsdaten und verschiedene Arten von Ausweis- oder Nachweisdokumenten speichern können (z. B. Kreditkartendaten, Geschenkkarten, Tickets, Führerscheine usw.). Die Vorteile liegen wortwörtlich auf der Hand: Bargeld und andere Dokumente müssen nicht mehr mitgeführt werden und können so nicht verlorengehen. Das Bezahlen und sich Ausweisen erfolgt direkt über das Mobiltelefon und dessen integrierte Technologien, wie etwa der Near Field Communication (NFC) – entsprechend geschützt durch biometrische Merkmale.

Software Advice

Doch auch wenn die Vorteile deutlich sind, bleiben viele deutsche Verbraucher den Digital Wallets gegenüber skeptisch, wie die Ergebnisse der Studie belegen. Die digitalen Geldbörsen können mittlerweile für vieles genutzt werden, z.B. um in Geschäften und Restaurants zu bezahlen, Geld am Automaten abzuheben oder um Tickets abzuspeichern. Dennoch haben bisher weniger als die Hälfte der Verbraucher bereits eigene Erfahrung damit gemacht. So gaben 33 % der Studienteilnehmer an, dass sie aktuell Digital Wallets nutzen. 8 % haben die Technologie in der Vergangenheit genutzt, tun dies jetzt aber nicht mehr. 32 % der Befragten gaben an, dass sie noch nie Digital Wallets genutzt haben, daran aber interessiert seien. Weitere 27 % erklärten, dass sie Digital Wallets noch nicht genutzt und dass sie auch kein Interesse an diesen Technologien haben.

Von den Befragten, die Digital Wallets bereits nutzen, wurde als Haupteinsatzzweck „als Debit-/Kreditkarte zum Bezahlen“ genannt (76 %). An zweiter Stelle steht mit 39 % das Speichern von Fahrkarten und Flugtickets, gefolgt vom Speichern von Veranstaltungstickets. (37 %).

Digital Wallets der großen Anbieter am beliebtesten

Das Angebot an Digital Wallets ist mittlerweile recht umfangreich. Am beliebtesten sind dabei die Angebote der größten Anbieter PayPal, Apple und Google, die jeweils für ihre Betriebssysteme iOS und Android eigene Apps für bargeldloses Bezahlen per Mobiltelefon anbieten. Dies spiegelt sich auch in der Beliebtheit bei den Verbrauchern wider: So gaben 49 % der Teilnehmer, die ihre Digital Wallet als Debit- oder Kreditkarte zum Bezahlen verwenden, an, dass PayPal ihre Hauptzahlungsmethode ist. 25 % nannten Apple Pay, 19 % die Google Wallet.

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Seit Anfang 2020 hat sich in Sachen Digitalisierung coronabedingt einiges getan, dies gilt nicht zuletzt auch für Zahlungsmöglichkeiten. An vielen Einkaufsstellen wurden Kunden schon früh dazu aufgefordert, möglichst kontaktlos zu bezahlen. Dies hatte bei Befragten der Studie, die aktuell Digital Wallets zum Bezahlen nutzen, starken Einfluss auf ihr eigenes Bezahlverhalten. So stimmten 70 % der Aussage „Die Pandemie hat mich dazu gebracht, weniger Bargeld und mehr digitale Zahlungsmethoden zu nutzen“ zu. 39 % stimmten dabei mit „etwas“ und  30 % mit „voll und ganz“ ab.

Den größten Vorteil sehen die Befragten, die Digital Wallets nutzen, in dem damit verbundenen Komfort. So gaben 75 % an, dass der Gebrauch von Digital Wallets bequemer ist, 46 % erklärten, sie müssen ihren Geldbeutel nicht dabei haben und riskieren so nicht, ihn zu verlieren. Ein weiterer Vorteil ist für 31 % dieser Befragten, dass der Einsatz von Digital Wallets einfacher nachvollzogen werden kann.

Zu den am häufigsten genannten Nachteilen steht bei den Befragten an erster Stelle eine stärkere Abhängigkeit von Smartphones (53 %). Ebenfalls häufig ausgewählt wurden Datenschutzbedenken (38 %) und dass die Zahlungsmethoden nicht mehr genutzt werden können, wenn der Akku des Smartphones leer ist (35 %).

Frage der Generationen: Wer nutzt Digital Wallets wie intensiv?

Der Einsatz bestimmter Technologie ist auch immer eine Frage der jeweiligen Generation. So selbstverständlich wie für jüngere Generationen das Smartphone geworden ist, so sehr nutzen sie es auch als Wallet. Vor allem die jüngeren Generationen scheinen zumindest ihrer Selbsteinschätzung nach weitaus selbstbewusster zu sein als die älteren. So beantworteten 47 % der Millennials die Frage, wie sie ihr Verhältnis zu technischen Geräten beschreiben würden, damit, dass sie sich sehr wohl im Umgang mit technischen Geräten fühlen und versuchen, immer die neuesten Geräte zu besitzen. Bei der Generation Z stimmten 41 % dieser Aussage zu, bei der Generation X waren es nur 15 % und bei den Babyboomern nur 8 %. Darüber hinaus wussten 59 % der Befragten aus der Generation Z und 56 % der befragten Millennials genau, was das Konzept der Digital Wallets bedeutet, bevor sie die dazugehörige Definition in der Umfrage gelesen hatten. Aus Generation X waren es 41 %, bei den Babyboomern 31 %.

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Und auch bei der Nutzung von Digital Wallets fallen die Ergebnisse ähnlich aus: 66 % der Teilnehmer aus der Generation Z gaben an, aktuell Digital Wallets zu nutzen, bei den Millennials waren es 53 %. Zum Vergleich: Von den Befragten der Generation X waren es nur 24 %, bei den Babyboomern nur 17 %. Gleichzeitig gaben 41 % der Babyboomer und 34 % der Generation X an, dass sie kein Interesse an diesen Technologien haben.

Die drei stärksten Gründe dieser beiden Generationen für ihr Desinteresse an Digital Wallets waren dabei nicht etwa, dass deren Einrichtung zu kompliziert sei, sondern dass sie diese für unnötig erachten (54 % der Babyboomer, 60 % der Generation X), oder aber Bedenken bezüglich des Datenschutzes haben (46 % der Babyboomer und 45 % der Generation X) und nicht zuletzt dass sie keine sensiblen Informationen auf ihrem Smartphone speichern möchten, da es gestohlen werden könnte (47 % der Babyboomer und 41 % der Generation X).

Fazit: Bei Wallets ist noch Luft nach oben

Obwohl der Einsatz von Digital Wallets viele Vorteile mit sich bringt, sehen die deutschen Nutzer die Technologie aktuell häufig noch mit kritischen Augen. Wie die Studie belegt, trifft dies vor allem auf ältere Generationen zu, die dem Einsatz der Technologie aus verschiedenen Gründen etwas skeptischer gegenüberstehen als jüngere Generationen, für die Smartphones & Co. zum Alltag gehören. Gründe dafür könnten bei den Babyboomern und der Generation X einerseits ein mangelndes Verständnis der Technologie an sich sein, aber auch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes tragen zu einer eher reservierten Haltung gegenüber den digitalen Geldbörsen bei.tw

 
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