MEINUNG / DISKUSSION14. Dezember 2017

7 beliebte Bitcoin-Irrtümer: Warum die Kryptowährung technisch überlegen ist – Experte Dr. Viktor Becher

Dr. Viktor Becher, Gründer des InsurTechs GetsuranceGetsurance

Dr. Viktor Becher kommentiert für die Welt, die FAZ und WiWo als Bitcoin-Experte die jüngsten Entwicklungen rund um die Kryptowährung. Und er ist sich sicher, dass der Bitcoin den US-Dollar wegen seiner technischen Überlegenheit dauerhaft ergänzen werde. Er sieht sieben Irrtümer. Diskutieren Sie mit!

von Dr. Viktor Becher

Aufgrund seiner überlegenen Technologie wird Bitcoin den Euro und US-Dollar als globale Leitwährung​ ergänzen. Wer daran nicht glaubt, macht einen oder mehrere Denkfehler.

1. “Bitcoin hat keinen realen Gegenwert”
Mainstream-Währungen wie der Euro und US-Dollar haben keinen realen Gegenwert. Die Goldpreisbindung des US-Dollar wurde in 1971 von Richard Nixon aufgehoben. Der Euro hatte nie eine Goldbindung.​ Beide Währungen sind nur deshalb wertvoll, weil Menschen ihnen einen Wert beimessen. Die EZB kann neue Euro aus dem Nichts erschaffen.

Bitcoins können nicht nach Belieben hergestellt werden.“

Die sogenannten Miner müssen Rechenpower aufwenden, um neue Bitcoins zu erstellen. Damit hat die Digitalwährung einen greifbaren Gegenwert ​– im Gegensatz zum Euro.

2. “Bitcoin kann auf Null abstürzen”
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro auf Null abstürzt, ist höher, als dass Bitcoin plötzlich keinen Wert mehr hat. Erstens kann die EZB nach Belieben neue Euro drucken. Übertreibt sie es, entsteht eine Hyperinflation. So wie in 1923, als die deutsche Mark wertlos wurde. Der Wechselkurs war damals 1 US-Dollar gegen 4,2 Billionen Mark​. Zweitens: Wenn zwei bis drei Euro-Staaten bankrott gehen, werden die Märkte das Vertrauen in den Euro verlieren und der Kurs wird abstürzen. Beides ist bei Bitcoin schwer vorstellbar. Denn zum einen ist eine Hyperinflation ausgeschlossen, zum anderen hängt Bitcoin nicht an hoch verschuldeten Staaten​ wie Griechenland oder Portugal – gerade das macht den Reiz der dezentralen Währung aus.

3. “Bitcoin ist eine Blase”
Hinter Bitcoin steckt eine revolutionäre neue Technologie, die Blockchain. Sie ist genauso bahnbrechend wie das Internet in den 1990er Jahren. Sicher gibt es Preisübertreibungen. Das stellt jedoch nicht den langfristigen Wert und Nutzen von Bitcoin in Frage. Die Blockchain ist dem traditionellen Bankensystem überlegen. Das sieht man auch daran, dass Großbanken wie Barclays, Credit Suisse und UBS​ jetzt auf die Blockchain umstellen. Bei disruptiven neuen Technologien wie Bitcoin ergibt es keinen Sinn zu sagen, der Wert sei “um 10.000% gestiegen” und das sei eine Blase…

… denn eine neue Erfindung schafft Wert​, wo vorher keiner war.“

4. “Bitcoin kann gehacked werden”
Bitcoin ist sicherer als das vorhandene Bankensystem​. Erst im März dieses Jahres führte die Deutsche Bank versehentlich doppelte Buchungen auf 175.000 Konten durch. Bei Bitcoin ist das nicht möglich.

Die Blockchain stellt durch Verschlüsselung sicher, dass Geld nicht doppelt gebucht werden kann.“

Dem Bankensystem fehlt diese kryptographische Grundlage. Daher ist es viel anfälliger für Hackerangriffe als Bitcoin. Bitcoin selbst wurde nie gehacked​. Allerdings haben Hacker schon oft Bitcoins gestohlen, weil die Besitzer sich nicht an gängige Sicherheitsstandards gehalten haben.

Autor Dr. Viktor Becher
Dr. Viktor Becher ist Gründer des InsurTech-Startups Getsurance in Berlin. Zuvor arbeitete er als Softwareingenieur bei Siemens. Sein Expertenwissen deckt das ganze Spektrum an Finanzprodukten ab: Er hat Aktien, Rohstoffe und Devisen an der Börse gehandelt. Becher ist promovierter Linguist und hat einen Master of Science in technischer Informatik. Der Experte ist seit 2015 in Bitcoin investiert.

5.  “Bitcoin ist kein Geld”
Die Lehrbuchdefinition von Geld umfasst drei Eigenschaften: Geld ist ein Tauschmittel, eine Recheneinheit und ein Wertaufbewahrungsmittel. Die Digitalwährung erfüllt alle drei Kriterien.

6.  “Bitcoin wird von anderen Kryptowährungen verdrängt”
Die Sorge, andere Kryptowährungen wie Ether oder Iota könnten Bitcoin überflüssig machen, ist unbegründet. Als erste dezentrale Währung genießt Bitcoin das größte Vertrauen der Nutzer.

Bitcoin ist seit 2009 im Betrieb​. Es ist unwahrscheinlich, dass eine neu entstandene Internetwährung Bitcoin einholt.“

Freilich sind Newcomer wie Ether oder Iota eine willkommene Ergänzung zur digitalen Leitwährung. Sie bieten teilweise technologisch bessere Lösungen – die später in die Bitcoin-Software übernommen werden.

7.  “Bitcoin hat zu hohe Gebühren, um alltagstauglich zu sein”
Eine Bitcoin-Transaktion kann derzeit 5 Euro und mehr kosten. Denn die Gebühren ergeben sich aus Angebot und Nachfrage – und das Bitcoin-Netwerk ist überlastet. Es gibt jedoch bereits eine technische Lösung:

Das Lightning Network wird die Kapazität von Bitcoin drastisch erhöhen.“

Aktuell kann Bitcoin nur 5 bis 7 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Mit Lightning wird diese Zahl auf mehrere Millionen​ ansteigen. Zahlungen werden damit fast kostenlos sein.

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