STUDIEN & UMFRAGEN2. November 2021

Adcubum-Studie: Versicherer wollen auf breiter Front ihre Kernsysteme modernisieren

In den kommenden drei Jahren werden mehr als die Hälfte der Komposit-Versicherer ihre Bestandsführungssysteme erneuern oder umbauen. Ein weiteres Drittel zieht diesen Schritt zumindest in Erwägung, so eine Studie von Adcubum. Auf der einen Seite ist den Versicherern bewusst, dass ihre IT nicht mehr den Anforderungen von heute und morgen genügt. Auf der anderen Seite ist das Fachpersonal für solche Großprojekte knapp.

Die Erweiterung mit Funktionen, Schnittstellen und Prozeduren hat bei vielen Legacy-Systemen über die Jahre zu chaotischen Strukturen geführt. <Q>Olgastocker / Bigstockphoto
Die Erweiterung mit Funktionen, Schnittstellen und Prozeduren hat bei vielen Legacy-Systemen über die Jahre zu chaotischen Strukturen geführt. Olgastocker / Bigstockphoto

 

Alarmierende Zahlen ergab eine von der Strategieberatung EY durchgeführten Studie im Auftrag des Software-Anbieters Adcubum. Demnach glauben 92 Prozent der befragten Experten aus dem Bereich Kfz-Versicherung, mit ihrer Kernsystemlandschaft für die Zukunft nicht gut aufgestellt zu sein. Unter den SHUR-Versicherern (Sach-, Haftpflicht-, Unfall-, Rechtschutz-Versicherung) teilen 69 Prozent diese Meinung.

Fehlende Cloud-Fähigkeit, langsame Time-to-Market und generelle Bedenken hinsichtlich des Alters der Technologie waren die am häufigsten genannten Probleme in der Branchenumfrage. In vielen Fällen wird eine grundlegende Erneuerung der Kernsysteme nötig werden, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern.

Sieben von acht befassen sich mit Modernisierung

53 Prozent der befragten Komposit-Versicherer gaben an, dass sie innerhalb der nächsten drei Jahre konkrete Investitionen in den Neu- oder Umbau ihrer SHUR-Bestandsführungssysteme planen. 33 Prozent ziehen ein solches Modernisierungsprojekt ebenfalls in Betracht. Nur rund einer von acht Befragten (13 Prozent) lehnt in den kommenden 36 Monaten Investitionen in die Kernsysteme ab.

Obwohl die Unzufriedenheit mit den Systemen bei Auto-Versicherern deutlich höher ist, fällt hier die Investitionsneigung geringer aus: 42 Prozent planen hier bereits fest eine Erneuerung, 33 Prozent überlegen noch und jeder vierte (25 Prozent) hat sich gegen eine Investition in die Bestandsführungssysteme entschieden.

Franz Bergmüller, Chief Commercial Officer (CCO) bei Adcubum (Website), sieht erhebliche Probleme mit veralteten Kernsystemlandschaften. Diese Legacy-Systeme seien nicht in der Lage, moderne Anforderungen hinsichtlich Innovationspotenzial und Nutzerfreundlichkeit zu erfüllen. Die technischen Altlasten verhinderten Innovationen im Produktbereich und hemmten die Mitarbeitenden in ihrem Bestreben, Kundenanliegen schnell und prozesssicher zu erledigen. Doch nun erwartet er eine breite Modernisierungswelle:

<Q>Adcubum
Adcubum

In der gesamten Branche werden derzeit erhebliche Mittel bereitgestellt, um die Kernsysteme zu erneuern. Das wird den Markt prägen und in den kommenden Jahren die Produkt- und Innovationszyklen weiter antreiben.“

Franz Bergmüller, Adcubum

Personal und Finanzmittel fehlen

Die größten Hürden für anstehende Modernisierungsprojekte sehen die Studienteilnehmern in fehlenden personellen Ressourcen (67 Prozent) und bei den Kosten beziehungsweise der Höhe des Investitionsvolumens (64 Prozent). Damit scheiden komplexe Eigenentwicklungen als Alternative zu überkommenen Legacy-Systemen weitgehend aus. Sie sind in der Regel extrem teuer und aufgrund des IT-Fachkräftemangels von den Versicherungsunternehmen kaum noch zu stemmen.

Adcubum-CCO Bergmüller plädiert deshalb für pragmatische Lösungen und empfiehlt, auf eine zukunftsfeste Standardsoftware eines etablierten Anbieters zurückzugreifen. Das System könne dann je nach Einsatzzweck flexibel konfiguriert und adaptiert werden. Damit würden ökonomische und personelle Zwänge abgefedert, ohne die Leistungsfähigkeit des Kernsystems zu beinträchtigen. Denn auf dieser Basis kann das bestehende Portfolio schnell und unkompliziert individualisiert werden. Gleichzeitig sind solche Konzepte zukunftssicher, denn der moderne Unterbau erlaubt die Implementierung neuester Technologien bei langfristig niedrigeren Kosten, argumentiert Bergmüller.

Eher Neu- als Umbau

Eine Mehrheit der befragten Versicherer lehnt es inzwischen ab, die Legacy-Systeme nochmals modernisieren zu wollen. Zwei Drittel setzen bei Investitionen in die Kernsysteme dagegen auf den „großen Wurf“, sprich: einen kompletten Neubau mit aktuellen Technologien und Konzepten.

Sie haben erkannt, dass eine Legacy-Software nicht mit ein paar Schönheitsreparaturen auf den aktuellen Stand gebracht werden kann. Die neue Produktwelt und die gestiegenen Ansprüche der Endkunden können nur mit Systemen bedient werden, die von Anfang an für diese Anforderungen konzipiert wurden.“

Franz Bergmüller, Adcubum

Zu den Voraussetzungen einer zukunftsfähigen Kernsystemlösung zählen die Versicherer in erster Linie Cloud-Fähigkeit und einen höheren Digitalisierungsgrad, desweiteren eine Vereinfachung der Integration sowie generell eine größere Offenheit der Architektur. Ziel ist es, eine bessere Time-to-Market zu erreichen sowie die Bearbeitung von Kundenanliegen schneller und flexibler zu ermöglichen. hj

 
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